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YEMANJÁ

ALLGEMEINE BESCHREIBUNG

Yemanjá, Iemanjá, Janaína, Königin des Meeres, Aiucá, Dona Janaína, Inaê oder Maria Prinzessin von Aioká, ist eine afrikanische Orixá, deren Name sich von dem Yorubá-Ausdruck Yéyé omo ejá („Mutter, deren Kinder Fische sind“) ableitet. Sie wird im Orakel von Ifá (Merindilogun) durch die Odus Ejibe und Ossá dargestellt. Im Candomblé wird sie dargestellt durch den als Igba Yemanjá bezeichneten heiligen Schrein. „Aioká“ ist möglicherweise eine verschleifte Form von Abeokuta, der nigerianischen Stadt, in der Yemanjá der Legende nach geboren wurde.

In der Mythologie der Yorubá ist Olokun, Yemanjás Vater, der Herr des Meeres. Beide entstammen den Egbá. Aufgrund ihrer Verbindung zu Olokun, dem Orixá des Meeres – männlich in Benin und weiblich in Ifé – wird Yemanjá vom Volk der Egbá als Odò („Fluss“) Ìyá („Mutter“) gegrüßt; in anderen Ländern nennt man sie die „Königin des Meeres. Sie wird am Fluss Ògùn in Abeokuta verehrt.

Unter den Iyabas, den weiblichen Orixás, ist Yemanjá sicher die populärste. Sie wird in ganz Brasilien als Königin des Meeres gefeiert und an den Stränden von Bahia wird ihr am 2. Februar gehuldigt, in São Paulo am 8. Dezember und in Rio und Natal zur Jahreswende. Bei diesen Gelegenheiten werden ihr unter anderem Blumen, Parfüm, Schmuck und Modeschmuck geopfert. Viele sehen Yemanjá aber nicht als Gottheit afrikanischen Ursprungs; meist wird sie als Weiße dargestellt, blau gekleidet, mit langem schwarzem Haar, weit entfernt von der afrikanischen Mutter der großen Brüste, die sie in Wahrheit ist.

Yemanjá gilt als Mutter der Menschheit, als große Versorgerin, die den Unterhalt für all ihre Kinder bereitstellt. In Afrika sagt man, dass Yemanjá die Tochter Olokuns ist, die überaus reiche Göttin der Ozeane, Herrin aller Reichtümer des Meeres. Yemanjá war die Ehefrau Orunmilás, des Herrn der Orakel, und Olofins, des mächtigen Königs von Ifé, mit dem sie zehn Kinder hatte.

Als sie ihres Lebens in Ifé mit ihrem Mann überdrüssig wurde, floh Yemanjá aus dem Palast und in Richtung des Sonnenuntergangs, ins Land Abeokutá. Ihre Mutter Olokun hatte ihr einmal eine Zauberflasche geschenkt und ihr gesagt, dass sie diese im Falle von Gefahr nur zerbrechen müsse und das Meer würde kommen, um sie retten.

Unglücklich darüber, seine Frau verloren zu haben, befahl Olofin dem Heer Ifés, ihr zu folgen. Die Soldaten holten sie ein, aber sie weigerte sich, nach Ifé zurückzukehren. Als sie keine andere Möglichkeit mehr sah, warf sie die Flasche auf den Boden. Es bildete sich ein Fluss, der auf den Ozean zuströmte und Yemanjá mit sich und zur Wohnstätte ihrer Mutter Olokun trug.

Yemanjá war auch mit Oxalá verheiratet, eine Verbindung, die deutlich sichtbar ist durch das Verschmelzen von Himmel und Meer am Horizont. Sie gilt als die Mutter aller Orixás und ist die Manifestation der Fortpflanzung und der Wiederherstellung der Gefühle, und das Symbol der Fruchtbarkeit. Ihr Name leitet sich ab aus YEYÉ-OMO-EJÁ, was so viel heißt wie „die Mutter der Fischkinder“.

Sie ist die Orixá der Egbá, einer Yorubá-Nation, die einst in der Region Ibadan siedelte, wo es noch heute einen Fluss namens Yemanjá gibt. Die Kriege zwischen den Yorubá-Stämmen veranlassten die Egbá Anfang des 19. Jahrhunderts in Richtung Westen nach Abeokutá auszuwandern. Natürlich konnten sie den Fluss nicht mitnehmen, und stattdessen nahmen sie heilige Objekte mit, die die Axé der Gottheit stützten – und der Fluss Ogun, der die Region durchquert, wurde fortan die neue Wohnstätte Yemanjás.

Yemanjá ist die Tochter Olokuns, in Benin und Lagos Gott, in Ifé Göttin des Meeres. Nach einer Legende ist sie zunächst mit Orunmilá, dem Herrn der Wahrsagung, und anschließend mit Olofin-Ododúa, dem König von Ifé, verheiratet, mit dem sie zehn Kinder hatte, deren ziemlich unterschiedliche Aktivitäten und rätselhafte Namen darauf hindeuten, dass sie selbst Orixás sind. Zwei von ihnen sind recht leicht zu erkennen: „Der Regenbogen, der den Regen verdrängt und das Feuer in der Faust hält“ und „Der Donner, der mit dem Regen zieht und seine Geheimnisse offenbart“. Diese Namen stehen für Oxumaré bzw. Xangô.

Die Bilder, die Yemanjá darstellen, geben ihr das Aussehen einer Matrone mit großen Brüsten als Symbol der fruchtbaren und nährenden Mutterschaft. Diese Besonderheit der mehr als majestätischen Brüste – oder, nach einer anderen Legende, nur einer Brust – führte zu Verwerfungen mit ihrem Ehemann, obwohl sie ihn schon vor der Heirat ehrlich darauf hingewiesen hatte, dass sie nicht einmal die kleinste unangenehme oder ironische Anspielung darauf hinnehmen würde. Alles lief gut und das Paar war glücklich. Doch eines Nachts, als der Mann sich mit Palmwein betrunken hatte und seine Zunge nicht mehr unter Kontrolle hatte, äußerte er einen Kommentar über ihre riesige Brust. Voller Wut stampfte Yemanjá mit dem Fuß auf den Boden und verwandelte sich in einen Fluss, um zu Olokun zurückzukehren, wie in der vorherigen Legende auch.

Yemanjá, die Königin des Meeres, ist auch als Dona Janaína, Inaê, Prinzessin von Aiocá und, parallel zur katholischen Religion, als Maria bekannt. Aiocá ist das Reich des geheimnisumwitterten Landes des Glücks und der Freiheit, ein Bild für das Land der Herkunft in Afrika, die Sehnsucht nach den Tagen der Freiheit im Wald.

Obwohl traditionelle Gesänge sowohl Oxum als auch Yemanjá mit der Mutterschaft in Verbindung bringen, sind sie doch sehr unterschiedlich. Die beiden Orixás rivalisieren nicht (Yemanjá rivalisiert mit praktisch niemandem, während Oxum für ihre amourösen Zwistigkeiten bekannt ist, die sie in Opposition zu Iansã und Obá brachten). Jede dieser beiden Göttinnen ist zu einem anderen Zeitpunkt für die Mutterschaft zuständig.

Als Majestät der Meere, Herrin der Ozeane und heilige Meerjungfrau ist Yemanjá die Königin des Salzwassers und unumschränkte Herrscherin der Heimstätte und Beschützerin der Familie. Sie wird auch als Göttin der Perlen bezeichnet und stützt den Kopf der Babys im Augenblick ihrer Geburt. Sie schenkt den Fischern auf dem Meer einen guten Fang, denn sie beherrscht die Meeresbewohner und beschert die Nahrung, die aus ihrem Reich kommt. Sie steuert die Gezeiten, sie ist der Strand bei Ebbe, die Welle auf dem Meer, das Meeresbeben. Sie schützt das Leben im Meer. Sie gesellt sich zum Orixá Oxalá und ergänzt ihn als das weibliche lebensspendende Prinzip.

Als sie Ifés überdrüssig wurde, floh sie in Richtung des Sonnenuntergangs und kam nach Abeokutá. Yemanjá war noch immer sehr schön. Okerê machte ihr einen Heiratsantrag. Sie nahm ihn unter der Bedingung an, dass er sich nie über die Größe ihrer Brüste lustig machen dürfe.

Nach einer Erzählung ist Yemanjá das Wasser, das sich nicht fassen lässt, das Wasser, das sich in die Weite erstreckt, das die Völker vereinigt. Nicht einmal der mächtige König von Ifé, Olofim, konnte Yemanjá bei sich halten. Sie wurde Ifés überdrüssig und floh gegen den Willen ihres Mannes Olofim nach Westen. Bei seinem ersten Versuch, sie zu fangen, schickte Olofim die tapfersten Krieger des Reiches auf die Suche nach ihr. Alleine konnte Yemanjá nicht entkommen, fasste aber schlau einen gewagten Plan.

Sie baute eine Wand aus Spiegeln und bewaffnete sich mit ihrem Schwert und ihrem Abebé – dem Spiegelfächer – und baute sich vor der Wand auf. Als Olofims Krieger eintrafen, sahen sie Yemanjá bereit zum Kampf. Sie hielten ihre Spiegelbilder für ein mächtiges Heer und flohen erschrocken.

Yemanjá trägt mit Perlen bedeckte Kleidung, hat Kinder in der ganzen Welt und ist überall dort, wo das Meer hingelangt. Ihre Kinder bringen ihr Opfer dar, um sie zu besänftigen und zu erfreuen.

Zu den hervorstechenden Aspekten in den Gesängen und Orikis Yemanjás gehören ihre Brüste und ihr Genitalbereich. Nichts könnte natürlicher sein, ist Yemanjá doch die Mutter aller Kinder der Welt, die Mutter der Welt. Sie erhält die Menschheit und daher sind die Organe, die sie mit der Mutterschaft in Zusammenhang bringen, also ihre Vulva/Vagina und ihre großen Brüste, heilig. Es ist nicht ungewöhnlich, dass in ihren Gesängen Ausdrücke vorkommen wie: „Oh Frau, deren Brüste bis auf den Boden hängen!“

Wie sich in der obigen Erzählung von ihrer Flucht mit Hilfe des Spiegelfächers andeutet, ist Yemanjá der Spiegel der Welt, der alle Unterschiede zurückwirft, denn die Mutter ist immer ein Spiegel für ihr Kind, ein Vorbild an Verhalten. Sie ist die Mutter, die Orientierung gibt und den Weg zeigt, die erzieht, die aber vor allem das Potenzial in jedem von uns kennt, so wie sie es mit den Kriegern Olofims gezeigt hat, denen sie offenbarte, wie gut sie in ihrem Beruf waren, denen sie aber gleichzeitig zu verstehen gab, dass der größte Krieg für jeden der Krieg gegen sich selbst ist.

Ein weiterer Hinweis, dass der Ursprung dieser Göttin der Fluss ist, liegt im Inzest, den sie erlitt. Yemanjá wurde von ihrem eigenen Sohn, Orugan, vergewaltigt. Aus dieser inzestuösen Verbindung gingen mehrere Orixás hervor und aus ihren zerfetzten Brüsten ergossen sich alle Flüsse der Welt. Nachdem sie ihren Sohn Oxóssi zurückgewiesen hatte, der von Ossaim vezaubert war und der deshalb den Zorn Ogums auf sich zog, vergaß sich Yemanjá ganz, als sie von allen Kindern verlassen wurde. Mit dem Verlust der emotionalen Selbstkontrolle weinte Yemanjá hemmungslos. Yemanjá weinte so sehr, dass sie sich in Tränen auflöste und zu einem Strom zerfloss, der in Richtung Meer rann. Es ist also kein Zufall, dass Tränen und Meerwasser gleich schmecken.

Verschlagen und hinterlistig erpresst Yemanjá ihre Kinder emotional, um sie immer in ihrer Nähe zu haben. Sie gilt als die Mutter der meisten Orixás aus der Kultur der Yorubá. Sie ist die Art Mutter, die ihre Kinder immer in ihrer Nähe haben will, die immer ein zärtliches Wort, einen Ratschlag, einen Trost für sie hat. Wenn sie ihre geliebten Kinder verliert, kann sie völlig aus dem Gleichgewicht geraten.

Yemanjá ist das Sinnbild des Mutterinstinkts – nicht des Instinkts der Mutter, die Kinder gebiert, sondern der Mutter, die sich der Erziehung ihrer Kinder verpflichtet fühlt, dem Heim und der Familie. Sie kann ein wenig vielversprechendes Kind zu einem großen Krieger machen, so wie sie es mit Omolu geschafft hat, den seine leibliche Mutter, Nanã, ausgesetzt hatte, weil er am ganzen Körper mit Wunden bedeckt zur Welt kam. Mit ihrer Mutterliebe heilte Yemanjá ihn von seinen Pusteln, machte ihn zu einem großen Krieger und geschickten Jäger, der so intensiv strahlte wie die Sonne selbst. Yemanjá ist die Mutter, die nicht zwischen ihren Kindern unterscheidet, egal wie sie sind, ob sie aus ihrem Leib gekommen sind oder nicht.

Die große Meeresgöttin gehört zur Gruppe der großen Mütter. Sie ist die Mutter der urzeitlichen Wasser, die vor der Form kamen und die Schöpfung bewahren. Das Wasser, die weibliche Kraft schlechthin, hat auch noch andere Götter und Zauber, wie z.B. Averekue, den Jeje-Prinzen des Meeresschaums, der jenen, die ihm in seiner Wohnstätte einen Orogbo schenken, Reichtum und Wohlstand beschert. Yemanjá, die Kraft des Kopfes und des Beginns, ist aber die Königin des Meeres.

Sie wird als die „Mutter aller Orixás“ anerkannt und nimmt selbst die mit Liebe auf, die sie nicht zur Welt gebracht hat, sondern die nur ihrer Fürsorge überantwortet wurden. Ihre wichtigste Prämisse ist die Macht und der Titel, beides von Olorum verliehen, als „Mutter aller Köpfe“ (Iyá Ori). Dieser Titel zeigt ihre Verantwortung für das emotionale, seelische und geistige Gleichgewicht des Menschen und schenkt ihm die Harmonie, derer er für ein gutes Leben im Aiê – auf Erden – bedarf. Gemeinsam mit dem Babá Ajalá, Obatalá, der als „Vater aller Köpfe“ (Babá Ori) gilt, wird sie in der Borí-Zeremonie verehrt.

Ihre Bedeutung ist so groß, dass alle Geweihten, auch wenn sie sie nicht als Haupt-Orixá haben, eine besondere Beziehung zu ihr haben, denn als Mutter aller Orixás ist sie die Großmutter von allen. Und alle in den Candomblé Eingeweihten müssen zu irgendeiner Zeit im Laufe ihrer religiösen Entwicklung einen Schrein für Yemanjá einrichten, denn sie gehört zum Hofe der Orixás, die in allen Köpfen wohnen. Und so verdient auch niemand mehr als sie den mächtigen Titel der „Großen Mutter“ – Nlá Yágbá.

Yemanjá repräsentiert das Wasser, das erfrischt und der Erde Leben gibt, das bei der Fortpflanzung und der Zeugung neuen Lebens hilft. Das beruhigende, besänftigende Wasser; das Wasser, das vom Orum, dem Himmel, fällt und wieder zu ihm zurückkehrt, um sogleich erneut als Regen zu fallen – das „göttliche und heilige Wasser“ Olorums. Als Symbol des Weiblichen ist Yemanjá vor allem eine schöne Frau, aber sie ist auch Tochter, Mutter und Gattin, das mystische Symbol der allen Frauen innewohnenden Rollen. In einer anderen Phase ist sie Kriegerin, Kämpferin, Eroberin und wird bei Bedarf zur feurigen, sanften und sinnlichen Liebhaberin. Durch ihre Verbindung zu den Flüssen unterhält Yemanjá auch eine Beziehung zur Landwirtschaft, die Wasser benötigt, um produktiv zu sein, was sie dem Orixá Okô, dem „Schutzpatron der Landwirtschaft“, annähert. In der Landwirtschaft ist sie auch mit der Ernte verbunden, vor allem der Ernte der Yamswurzel, der Lieblingsspeise Oxaguians, ihres mystischen Sohnes.

Auf dem Meer steuert Yemanjá die Gezeiten mithilfe der Mondphasen und der Kraft des Windes, der die Wasser bewegt und sie mal ruhig erscheinen lässt, mal furchterregend und aufgepeitscht. Manchmal sind sie zerstörerisch, aber Yemanjá versucht, sie zu beruhigen und schenkt den Fischern Überfluss und Abwechslung in der Ernährung für ihr Überleben und ihren Unterhalt. Ihren Reichtum und ihren Schmuck bewahrt sie in den Tiefen des Meeres auf, die sie zusammen mit ihrem Vater, Babá Olocum, beherrscht.

In den Lagunen und Seen, in den großen Wäldern, interagiert sie mit ihren anderen Kindern, die den Handel beherrschen: sie sind Jäger, Fischer, Bauern, unermüdliche Krieger und Kriegerinnen, mächtige Zauberer, große Hexen. Sie tritt dazu in Kontakt mit Babá Ajê Xaluga, Oxóssi, Ossaim, Logunedé, Ogum, lroco, Oxumaré, Oxum, Iewá und Obá, und interagiert mit ihnen in ihren unterschiedlichen Funktionen. In einer betagteren Form – als Iyamí – hat sie ein tieferes Verhältnis zu Logunedé, Ossaim und Oxóssi, von denen sie Kenntnisse und Geheimnisse der Blätter und Bäume für ihre Zauber und Beschwörungen bekommt. Als Mitglied der Gruppe der Yamís gehört Yemanjá zur ausgewählten Gruppe der ehrwürdigen großen Mütter und steht auch in Beziehung zu den Oxôs, den großen Zauberern der Wälder. Unter diesen Müttern verbindet sie sich mit Oxum, ihrer schönsten Tochter, die die Süßwasser und Wasserfälle beherrscht und als große „Herrin des Zaubers“ bekannt ist.

In den Gebieten der Yorubá stehen diese alten Mütter auch an der Spitze der Geledê-Gesellschaft, zu der nur Frauen Zugang haben. Diese Gesellschaft ist in Brasilien fast ganz verschwunden; vielleicht gibt es sie noch in den entferntesten Ecken des Landes. Aber diese alten und mächtigen Iyábas werden stets in unseren Ritualen in Erinnerung gehalten, gegrüßt und verehrt, vor allem im Ipadê-Ritual Exús.

Yemanjá beschützt die Neugeborenen, einschließlich der Abicus, der Neugeborenen, die schon mit dem Datum ihrer Rückkehr in den Orum (Himmel) auf die Aiê (Erde) kommen. Als Schutzmutter beruhigt sie sie und versucht, ihre Situation über unterschiedliche Rituale zu ändern und sie so vom Tod (Iku) fernzuhalten und vor ihm zu schützen, wodurch sie sich mit Oiá, der Mutter der „Abicukinder“, verbündet. Eine weitere große Mutter ist lamassê Malê aus der Familie Yemanjás. Sie ist die Mutter Xangôs, des Orixás, der in Form eines Vulkans vom Grunde des Meeres das Feuer holt und so die Möglichkeit der Vereinigung zweier so mächtiger Elemente der Natur demonstriert. Das ist Yemanjá, die mit ihren Wassern den Zorn Xangôs besänftigt. Und bei ihren Festen verwöhnt und verehrt Xangô diese Mutter, betet sie an, tanzt mit ihr und für sie.

Über Nanã lernte Yemanjá Obaluaiê kennen und adoptierte den von dieser heiligen „Großmutter“ der Religion Ausgestoßenen. Yemanjá zog ihn groß und behandelte seine körperlichen Gebrechen, seine Wunden, und so achtet er seine wahre Mutter, betet aber die „Herrin der Meere“, seine große Beschützerin, an und verehrt sie. Um ihn zu verhätscheln und zu erfreuen, damit sein Leiden gelindert werden und enden möge, legte Yamanha Obaluaiê zum Ausruhen und Schlafen auf ein Bett aus Perlen und Raphiastroh. Das ist die Mutter, die ihr Kind verwöhnt, damit es sich besser fühlt und lernt, sein Hab und Gut und seine Macht mit anderen zu teilen.

Yemanjá steht im Zusammenhang mit Fortpflanzung und Schaffung neuen Lebens und hat so eine enge Beziehung zu den Funfun-Orixás. Diese Beziehung wird dargestellt durch die untrennbare Verbindung zwischen Obatalá und Yemowo, einer Funfun-Gottheit aus der Yemanjágruppe. Das ist vielleicht das einzige monogame Paar unter den Orixás. Yemanjá ist eine lyabá, die den Sex nur für die Fortpflanzung akzeptiert, nicht als Freizeitbeschäftigung und Vergnügen.

Manche sagen, dass es sieben Manifestationen Yemanjás gibt und dass sie von Olokun, dem Meer, stammen. Nach der Òyó-Tradition vereinigte sich Oranian mit Ìyá Massê und hatte mit ihr die Kinder Dadá und Xangô. Die junge Yemanjá Sabá heiratete Orunmilá und aus dieser Vereinigung ging ein Junge mit einem Mal auf der Stirn hervor, das dem Samen der Palme (Akin) ähnelte; dieser wurde in Ifá der Gott des Orakels genannt. Ìya Ogunteé ist mit Ogum Alagbede verheiratet. Yemowó ist die Frau Oxalás; Yewá die Göttin des gleichnamigen Flusses; Ìyá Asesú ist sehr eigenwillig und respektabel und Oloxá entspricht der afrikanischen Lagune, in die mehrere Flüsse münden.

Tatsächlich gibt es zahlreiche Manifestationen Yemanjás: Iemowo, Iamassê, Iewa, Olossa, Ogunté Assabá, Assessu, Sobá, Tuman, Ataramogba, Masemale, Awoió, Kayala, Marabô, Inaiê, Aynu, Susure, Iyaku, Acurá, Maialeuó, Conlá etc. Mal erscheint sie als alte Frau, mal als junge; mal ist sie ruhig, dann wieder aufbrausend. So ist Yemanjá. In ihrem Pantheon gibt es verschiedene Gottheiten mit unterschiedlichen Persönlichkeiten, Eigenarten, Vorlieben und Formen der Anbetung. Hier nur einige davon:

Yemowô – in Afrika ist sie die Frau Oxalás.

Yamassê – die Mutter Xangôs.

Iyá Olocum – eine der älteren Yemanjás; sie verwendet die Farbe Weiß und ist mit den Schöpfungs-Orixás verbunden.

Acurá (Akurá) – eine fröhliche, graziöse und reizende Gottheit, die gerne tanzt. Sie widmet sich dem Wohlergehen und der Gesundheit der Kinder und bewahrt sie vor dem Tod. Aufgrund ihrer Interaktion mit den Ibejis (Zwillingsgöttern) und den kleinen Kindern ist sie die Begleiterin Oxums. Sie mag keine Beschwörungen und widmet sich lieber der Heilung der Kranken; dazu nutzt sie die Kräfte Omolus und Ossaims, die beide ebenfalls dem Menschen helfen, ein gesundes Leben zu leben. Alle, die gesundheitliche Probleme haben, rufen sie an.

Sobá oder Sabá (Iyásabá) – hochmütig, eigenwillig, gefährlich. Sie ist die Älteste von allen und die Gefährtin Orunmilás. Aufgrund ihrer Verbindung mit dem Herrn der Weisheit und des Schicksals haben ihre Kinder die Gabe der äußerst hohen Auffassungsgabe und der Interpretation des Buziospiels (Merindilogun). Wenn sie wollen, können sie großartige Beobachter sein. Sie spinnt ständig Baumwolle.

Auoiô oder Toió (Awoyà) – die Älteste von allen, sie lebt am Grunde des Meeres. Die eitelste und weiblichste von allen – man sagt, dass diese Yemanjá gerne sieben Röcke trägt, um ihren Bewegungen mehr Volumen zu geben und so den Wellen des Meeres zu ähneln. Sie ist gerne immer schön zurechtgemacht und mit Schmuck bedeckt. Sie verwendet den Schmuck Olocums: Perlen, Muscheln, Caurimuscheln, Perlmutt und die Strahlen des Regenbogens, um ihren Kopf zu schmücken. Sie kleidet sich weiß, denn sie hat eine Verbindung mit Oríxalá und Oxaguian; sie wird bei den Festlichkeiten der „Yamswurzel Oxaguans“ verehrt.

Iyá Ogunté – die „Kriegerin Olocums“. Sie ist eine kriegerische und unermüdliche Amazone, sehr hart und mit gewalttätigem Gemüt. Sie ist grimmig und stets bereit, sich an jedem Krieg zu beteiligen, vor allem, wenn er sich um ihre Kinder dreht. Sie ist mit Oxóssi verbunden und nach einigen Itans (den Versen Ifás), die Gefährtin Ogum Alabedés, des „Kriegers Obatalás“, mit dem sie ihre Geschenke entgegennimmt. Sie herrscht im Meer, in den Flüssen, in den Lagunen und auch auf den Bergen, denn sie liebt einsame Wälder und hält sich gerne auf Gipfeln auf, von denen aus sie den Ozean bewundern kann. Sie ist auch die „Herrin der Korallen und des Perlmutts“. Sie verfügt über Kriegsgerät, das ihr Mann geschmiedet hat, vor allem das Schwert. Dieses Paar gilt nach den Legenden der Yorubá als die Eltern einer der Gottheiten aus dem Pantheon Oxaguians, dem Kriegs-Oríxá aus der Familie der Oxalás. Ogunté verwendet für ihre Kleidung und ihren Schmuck die Farben Grün und ein sehr helles, fast durchsichtiges Blau. Yemanjá Ogunté ist mit Ògún Alagbedé verheiratet. Sie ist eine furchtbare Amazone, die an ihrem Gürtel die Machete und die anderen Eisengeräte trägt, die Ogum geschmiedet hat. Sie hasst Ente und liebt Hammel.

Oloxá – ist eine Gottheit, die an den Ufern der Seen und Lagunen lebt und dort, wo Fluss und Meer aufeinandertreffen, an den tiefsten Stellen (Ibu). Sie verlässt ihre Lagune nur, um sich mit dem Herrn der Meere, Olocum, zu treffen; zusammen mit ihm bildet sie das Elternpaar Babá Ajê Xaluga. Sie ist den Fischern gegenüber sehr gutmütig, beschützt sie und hilft ihnen, bei ihrer Arbeit auf dem Meer einen reichen Fang einzufahren. Olossa ist eine Lagune in Afrika, in die die Flüsse Yewa und Ògún münden.

Emaleô, Maleleô oder Maleô – eine der ältesten Yemanjás. Stolz, ernst und mit verschlossenem Antlitz. Sie lebt in Einsamkeit mitten im Urwald, in geschlossenen Wäldern, in Brunnen, Lagunen und Seen. Sie ist eng mit Oxóssi, Ossaim und Logunedé verflochten und lernt von ihnen und lehrt sie die Verwendung und die Macht der Blätter für Beschwörungen und Zauber, denn sie gehört zur Gruppe der Eleyés. Als mächtige Zauberin verbündet sie sich auch mit Oxum.

Sessu oder Assessu – „die Herrin der trüben Wasser“. Sie ist eine sehr gefürchtete Gottheit, die mit dem Axexê-Ritual und dem Iku – dem Tod – verbunden ist und mit Obaluaiê und Nanã in Beziehung steht. Sie lebt an den tiefsten, dunkelsten und kältesten Stellen der Flüsse und Meere und wird als die „Botin Olokums“ bezeichnet. Sie ist introspektiv und griesgrämig, methodisch und geduldig und sie ist bekannt für die Langsamkeit, mit der sie die Bitten ihrer Kinder und Anhänger erhört. Sie hat eine enge Verbindung mit Ogum, den sie besänftigt, wenn er zornig ist. Obwohl sie den sehr kalten Wassern und der Gelassenheit zugeordnet ist, nimmt diese Yemanjá ihre Opfergaben zusammen mit Ogum entgegen, was die Verbindung von Trägheit und Bewegung unter Beweis stellt. Yemanjá Assessú ist sehr eigenwillig und respektabel. Sie lebt in aufgewühlten Wassern. Sie ist sehr ernst. Und sie isst gerne Ente. Sie braucht sehr lange, bevor sie die Bitten ihrer Anhänger erhört. Sie vergisst, worum sie sie gebeten haben, und zählt stattdessen minutiös die Federn der Enten, die sie ihr als Opfergabe dargebracht haben. Wenn sie sich verzählt, fängt sie wieder von vorne an, und das kann ewig dauern.

Yemanjá Assaba – sie humpelt und spinnt immerzu Baumwolle. Sie hat einen Blick, dem man nicht standhalten kann. Sie ist sehr stolz und hört einem nur zu, indem sie einem den Rücken oder zumindest leicht ihr Profil zuwendet. Sie ist gefährlich und eigenwillig. Sie trägt eine Silberkette am Fußgelenk. Sie war die Frau Orunmilás, der ihre Ratschläge respektvoll annahm.

Da sie in unterschiedlichen Typen von Wasser herrscht, hat Yemanjá die Gesellschaft unterschiedlicher Orixás, die zu Elementen gehören, die sich in der Nähe des ihren befinden. Ihre Verbindung ist sehr ausgeprägt mit einem Typ von Ogum, Oxóssi, Iroco oder Ossaim, der in Wäldern lebt, die sehr nah am Meer liegen und wo es Buchten bildet, deren Wasser vom Widerschein des Laubes grün gefärbt sind. Auf offener See ist das Meer an weniger tiefen Stellen hellblau, was Yemanjá dann mit einer Gottheit aus dem Pantheon Orixalás verbindet. In Buchten in der Nähe von mineralischem oder vulkanischem Gestein ist das Wasser dunkel. An diesen Orten ist Yemanjá mit einer Manifestation Ogums, Xangôs und Exus verbunden. Man sieht also, wie eng Yemanjá mit allen anderen Orixás verwoben und verbunden ist.

Yemanjá teilt sich mit Oxum die Herrschaft über die Mutterschaft, aber sie ist nicht die Mutter der Kinder, sondern der Jugendlichen und Erwachsenen, die bereits eine eigene Persönlichkeit haben. Ihre Funktion ist die der Mutter als Orientierungsgeberin. Sie ist Mutter und Ehefrau. Die Hauptaufgabe Yemanjás ist es, sich um die Familie zu kümmern. Sie ist es, die den häuslichen Frieden fördert und aufzeigt, dass es notwendig ist, die Eltern zu respektieren, sie zu lieben und vor allem auf sie zu hören. Ein gutes Kind zu sein, ist die einzige Garantie, die es gibt, selbst gute Kinder zu haben – man holt sich Yemanjá ins Heim und ins Leben.

 

EIGENSCHAFTEN DER KINDER

Archetyp ihrer Kinder: eigenwillig, stark, rigoros, beschützend, kümmernd, extrem solidarisch, genial, freundlich, schüchtern, eitel (vor allem hinsichtlich der Haare), stolz, temperamentvoll, manchmal stürmisch und herrisch und mit einer gewissen Furcht vor dem Meer.

Ihre Söhne und Töchter sind gelassen, mütterlich, ernst, und sie helfen ausnahmslos allen. Sie lieben Ordnung, Hierarchie und Disziplin. Sie sind fast schon zu gutgläubig und ruhig, aber wenn sie wütend werden, sind sie wie die Wellen des Meeres: Man weiß nicht, wo sie auftreffen. Ihre Töchter können mit der Schönheit und dem Mysterium einer Nixe verführen und verzaubern. Meist haben Yemanjás Töchter Probleme, Kinder zu bekommen, denn im Herzen sind sie schon die Mütter von allen.

Die Töchter Yemanjás stellen ihre Freundschaften auf die Probe. Sie verzeihen eine Beleidigung nicht so schnell und wenn sie es tun, vergessen sie sie doch nie. Ohne so eitel zu sein wie Oxum mögen sie doch den Luxus, den stattlichen Besitz, den teuren Schmuck. Sie neigen zu einem üppigen Leben, selbst wenn sie sich das im Alltag nicht leisten können.

Die Kinder Yemanjás nehmen sich die Probleme anderer zu Herzen als wären es die eigenen. Sie sind starke, rigorose und entschlossene Menschen. Sie leben gerne in einem komfortablen, luxuriösen und exquisiten Umfeld. Die Kinder Yemanjás stellen ihre Freunde auf die Probe; sie behandeln sie mit mütterlicher Fürsorge, können aber kein Geheimnis bewahren, weswegen sie kein uneingeschränktes Vertrauen verdienen. Sie übertreiben gerne die Wahrheit (um nicht zu sagen: sie lügen) und erpressen andere emotional.

Körperlich neigen die Kinder Yemanjás oft zur Fettleibigkeit und/oder einer gewissen Unausgewogenheit. Die Frauen etwa haben oft große Brüste und ein kleines Gesäß. Sie tragen das Haar gerne lang. Sie sind extrovertiert und wissen immer über alles Bescheid (auch über die Dinge, von denen sie nichts verstehen).

Sie behandeln andere so, als hingen diese von ihrer Fürsorge ab, und erwarten im Gegenzug die gleiche Behandlung. Sie haben einen sehr ausgeprägten Ordnungssinn und Hierarchien sind für sie von grundlegender Bedeutung, denn sie gehören zu ihrem Leben. Sie sind instabil und regen sich leicht auf, wenn ihr Wille nicht geschieht. Sie kümmern sich um andere und sind meist großzügig gegenüber denen, die sie mögen, oder wenn es in ihrem Interesse liegt. Manche sind trügerisch wie das Meer Yemanjás und können Menschen mit ihrem offenen Lächeln täuschen. Sie sind eigenwillig und kennen ihren Platz in ihrer jeweiligen Gruppe, in der sie Unterstützung und Hilfe bieten, wo es notwendig ist. Im Allgemeinen sind sie gutherzige Menschen, die immer bereit sind, anderen zu helfen.

Da Yemanjá die Schöpfung ist, ist ihre Tochter meist sehr mütterlich. Der Typ Frau, der allen Güte und Vertrauen vermittelt und eine gute Ratgeberin ist. Sie ist Mutter. Ihre Arme sind immer für alle geöffnet, die sie suchen. Ihre Tür steht immer allen offen und sie liebt es, sich um Menschen zu kümmern. Sie ist der Typ der großen Mutter. Die Art liebevoller Frau, die immer die Kinder anderer Mütter bei den eigenen aufnimmt. Auch der Sohn Yemanjás hat dasselbe Temperament: Er ist ein Beschützer. Er kümmert sich mit viel Liebe um seine Schutzbefohlenen. Gewöhnlich ist er ruhig und gelassen, außer, wenn er fürchtet, seine Kinder zu verlieren, denn die teilt er mit niemandem. Er ist immer diskret und hat einen sehr guten Geschmack. Er kleidet sich sehr eigensinnig. Er ist offen und akzeptiert keine Lügen. Meist wird er wütend, wenn er beleidigt wird, und wenn er als Neben-Orixá Ogum hat, wird er dann sehr aggressiv und radikal.

Anders ist es, wenn der Neben-Orixá Oxóssi ist, dann ist die Person ruhig, gelassen und reagiert immer mit großer Toleranz. Der größte Fehler der Kinder Yemanjás ist die Eifersucht. Sie sind extrem eifersüchtig in Bezug auf alles, was ihnen gehört, insbesondere Dinge, die ihrer Aufsicht unterliegen. Sie leben gerne in einem komfortablen Umfeld. Selbst wenn sie arm sind, kann man bei ihnen zuhause eine gewisse Raffinesse feststellen im Vergleich zu den übrigen Häusern ihrer Wohngegend. Sie lieben den Luxus, teuren Schmuck, auffallende Stoffe und gute Parfüms. Gleichzeitig haben sie nicht die kokette Eitelkeit Oxums und zeigen immer mehr Reife, mehr Verantwortung und Entschlossenheit als die Kinder Oxums.

Kraft und Entschlossenheit gehören zu ihren Grundeigenschaften, ebenso wie ein Sinn für Freundschaft, die immer mit einem gewissen Formalismus verbunden ist. Obwohl sie den Luxus mögen, sind sie keine ehrgeizigen Menschen, die verbissen ihre Karriere verfolgen; vielmehr beschäftigen sie sich mit dem täglichen Leben, ohne große langfristige Pläne. Wegen der Bedeutung, die sie der Aufrichtigkeit und Hierarchie zubilligt, toleriert Yemanjá weder Lug noch Trug. Daher dauert es sehr lange, bis ihre Kinder jemandem vertrauen. Wenn sie schließlich jemanden endlich in ihren engen Freundeskreis aufnehmen, lassen sie alle Schranken fallen und akzeptieren die Person uneingeschränkt, verteidigen sie in Recht und Unrecht und zeigen die große Fähigkeit, ihre kleinen menschlichen Fehler zu übersehen. Ein Kind Yemanjás kann bitter werden und olle Kamellen jahrelang immer wieder neu durchkauen, ohne sie je zu vergessen. Körperlich besteht eine Neigung zur Körperfülle und zu einem ruhigen Blick, der unwiderstehlich faszinierend ist (der Gesang der Sirene). Während Oxums Kinder diplomatisch und beweglich sind, sind die Kinder Yemanjás direkter. Sie sind in der Lage, andere emotional, aber nie diabolisch, zu erpressen.

Sie leben nicht gerne alleine, ihnen fehlt die Stammesgemeinschaft – ein unbewusstes Gefühl aus Urzeiten – und sie heiraten gerne früh oder suchen sich einen Lebenspartner. Sie reisen nicht gerne und hassen Hotels – sie halten sich lieber in Häusern auf, in denen sie schnell die Mechanismen und Quasi-Rituale ihres Alltags wiederholen können.

All dies zeigt uns eine Person, die ein wenig steif ist, keine Änderungen mag und das Alltägliche liebt. Gleichzeitig sehen wir eine Person, die zärtlich und gutmütig ist, sich emotional auf andere einlässt und ein großes Empathievermögen hinsichtlich der Probleme und Gefühle anderer hat. Aber nicht alle Eigenschaften Yemanjás sind positiv, so wie bei allen anderen Orixás auch. Aufgrund ihres Charakters können die Kinder dieser Orixá dazu neigen, das Leben aller in ihrem Umfeld zu richten – so, als wären sie für das Schicksal aller verantwortlich. Sie stellen Menschen gerne auf die Probe.

Sie sind imponierend, majestätisch, schön, gelassen, sinnlich, fruchtbar, würdevoll und unwiderstehlich faszinierend.

Die Töchter Yemanjás sind gute Hausfrauen und hervorragende und großzügige Erzieherinnen, die sogar die Kinder anderer großziehen (Omulu). Sie vergeben es nicht so leicht, wenn man sie verletzt. Sie sind besitzergreifend und sehr eifersüchtig.

Sie sind Menschen, die ihren Kindern sehr viel Bedeutung beimessen und ihnen gegenüber Respekt und Hierarchie immer hochhalten.

In großen Familien gibt es immer ein Kind Yemanjás, stets bereit, sich um die Probleme der anderen zu kümmern, denn das macht ihm so viel Freude, dass es sich leicht als ausgezeichneter Psychologe herausstellen kann.

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