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OXUM

ALLGEMEINE BESCHREIBUNG

Osun, Oxum, Ochun oder Oxum ist in der Religion der Yorubá eine Orixá, die über das Süßwasser der Flüsse, die Liebe, die Intimität, die Schönheit, den Reichtum und die Diplomatie herrscht. Oxum gehören das Gold und das Volk Ijesha. Unter den Orixás trägt sie den Titel Iyalode (Königin der Frauen). Die Gottheit Azirí, ein Vodun des Volkes Fon, ist Oxum sehr ähnlich, denn auch sie wird mit dem Süßwasser und der Schwangerschaft assoziiert. Das Volk der Bantu wendet sich an die mächtige Inkisse Kissimbi.

Oxum ist Tochter von Yemanjá und Oxalá. Ihr Name ist abgeleitet von Osun, einem Fluss, der im Yorubáland verläuft, einer nigerianischen Region von Ijesha und Ijebu. Im Orakel von Ifá offenbart sie sich insbesondere über die Odus Ejioko und Ose. Oxum ist der alleinige Orixá, der den Namen der Stadt annimmt, durch die der Fluss fließt, die Namen ihrer sechzehn Qualitäten, beziehen auf die Tiefe des Flusses. Die ältesten Orixás sind an den tiefsten Stellen (Ibu) zu finden, die jüngsten und kriegerischsten an den flachsten Stellen. Beispiele: Osun Osogbo, Osun Opara oder Apara, Yeye Iponda, Yeye Kare, Yeye Ipetu. Die Verbindung zwischen Flüssen und weiblichen Orixás ist in der afrikanischen Mythologie üblich, doch Oxum hebt sich als Herrin des Süßwassers und somit aller Flüsse heraus. Deshalb ist ihr Element das langsam fließende Flusswasser, das wenig bewegte Wasser der nicht sumpfigen Lagunen – denn die schlammigen Gewässer gehören Nanã – und die Wasserfälle gehören vor allem Oxum, wo ihre Anhänger ihr gewöhnlich rituelle Opferspeisen und Geschenke darbringen. Oxum herrscht über Fluss und Wasserfall, kristallene Abbilder ihres Einflusses: unter einer scheinbar ruhigen Oberfläche können sich starke Strömungen und tiefe Höhlen verbergen.

Sie gilt als die schönste Iyaba, die Königin aller Reichtümer, Beschützerin der Kinder, Mutter der Sanftmut und Güte. Oxum ist für ihre Feinsinnigkeit bekannt. In den Legenden ist sie meist mit reicher Kleidung und Gegenständen für den persönlichen Gebrauch einer weiblichen Orixá verziert. Dabei wird ihr Bild meist mit Mütterlichkeit verbunden und sie wird oft als „Mutter Oxum“ bezeichnet. Sie legt gerne Halsketten und Schmuck an, alles, was mit Eitelkeit zu tun hat, Parfüms usw.

Sie ist die Lieblingstochter von Oxalá und Yemanjá. Oxum war Partnerin von Orunmilá, Xangô und Ogum, aber die engste Beziehung hatte sie mit Oxóssi, der als ihr Begleiter und ihre große Liebe gilt. Sie liefert das Wasser für die Wälder und die Tiere dieses Jägers und ermöglicht so das Gleichgewicht in der Natur. Mit Ossaim und Iroco ging sie ein Bündnis ein, sodass diese Gottheiten ihr erlauben, ihre medizinischen und magischen Pflanzen zu verwenden. Ihre gebärende Kraft wirkt auch in der Erde, die nach Düngung und Benetzung mit dem Wasser Überfluss hervorbringt und die Landwirtschaft erblühen lässt. Mit diesen Eigenschaften nähern sich Oxaguian, Babá Okê und Ogum, kriegerische Orixás und Schutzgottheiten der Erde, Oxum.

Sie ist die Lieblingstochter von Oxalá und Yemanjá. Oxum war Partnerin von Orunmilá, Xangô und Ogum, aber die engste Beziehung hatte sie mit Oxóssi, der als ihr Begleiter und ihre große Liebe gilt. Sie liefert das Wasser für die Wälder und die Tiere dieses Jägers und ermöglicht so das Gleichgewicht in der Natur. Mit Ossaim und Iroco ging sie ein Bündnis ein, sodass diese Gottheiten ihr erlauben, ihre medizinischen und magischen Pflanzen zu verwenden. Ihre gebärende Kraft wirkt auch in der Erde, die nach Düngung und Benetzung mit dem Wasser Überfluss hervorbringt und die Landwirtschaft erblühen lässt. Mit diesen Eigenschaften nähern sich Oxaguian, Babá Okê und Ogum, kriegerische Orixás und Schutzgottheiten der Erde, Oxum.

In den Mythen ist sie mit Oxóssi verheiratet, der sie oft schlecht behandelt und den sie mit Xangô betrügt, welcher sie rettet. Sie verführt Babalú Ayé, der sich heillos in sie verliebt, und bringt ihn dazu, die Pest aus dem Reich des Xangô zu verbannen. Zweifelsohne gilt Oxum aber als eine der Ehefrauen von Xangô und als Rivalin von Oyá-Iansā und Obá. Sie ist die zweite Frau von Xangô, Göttin des Goldes (in Afrika war ihr Metall das Kupfer), des Reichtums und der Liebe; sie war Königin von Oyo und wegen ihrer Fröhlichkeit und Schönheit beliebt.

Oxum gehört der Bauch der Frauen und sie ist Herrin der Fruchtbarkeit, deshalb gehören ihr auch die Kinder. Die Mutterschaft ist ihre große Stärke, sodass eine Frau, die Probleme hat, schwanger zu werden, von Oxum Hilfe erbittet. Oxum ist im Wesentlichen der Orixá der Frauen und überwacht Menstruation, Schwangerschaft und Geburt. Sie hat auch eine wichtige Rolle bei den Initiationsriten. Sie ist die Orixá der Mutterschaft, Kindermädchen der Kinder, schützt das Leben und heilt. Es ist ihre Aufgabe, sich um die Föten im Mutterleib zu kümmern bis zum Zeitpunkt der Geburt. Dann stützt Yemanjá den Kopf des Kindes und übergibt es an den Vater und die Mutter des Kopfes. Oxum kümmert sich weiter um die Neugeborenen, bis sie das Sprechen lernen.

Mit einigen anderen weiblichen Vertretern der Orixás bildet sie die Iya Mi, die gefürchteten „Hexen“, der Pantheon der Urmütter, und in ihrer alten Gestalt gehört sie zur Gruppe der Àjé, der mächtigen Hexen, die, wenn sie nicht bei Laune gehalten werden, sowohl Frieden stiften wie auch Krieg und Zwietracht säen können. Als Besitzerin der Vögel, Eleye, ist sie mit diesen verbunden und mit den Eiern, einem Symbol der Fruchtbarkeit, weswegen sie auch als Iyá Eyín bezeichnet wird, als „Herrin / Mutter der Eier“. Dieses Element besitzt die Eigenschaft, widrige und zerstörerische Kräfte brechen zu können, die es anzieht und in seinem Inneren „einschließt“, was das Ei zu einem Schutzschild macht. Allerdings kann es auch von skrupellosen Menschen benutzt werden, um Böses zu bewirken, denn es ist sowohl mit dem Guten als auch mit dem Bösen verbunden. Oxum ist die Liebe in jeder Dimension, die dieses Gefühl hat. Ihre Macht ist so groß, dass sie Aje, die negative Kraft, verschlingen kann. Das Ei, Symbol der Schwangerschaft, Fruchtbarkeit und Schöpfung, gehört Oxum und ist das Einzige, das die Aje brechen kann. In der rituellen Magie hat das Ei eine herausragende Bedeutung.

Mit Nanã und Yemanjá bildet sie einen Zyklus. Nanã ist die alte mürrische Matriarchin, die Großmutter, die einst über die Familie herrschte und sich nun zurückgesetzt fühlt. Yemanjá ist die erwachsene und reife Frau in aller Fülle. Sie ist die Mutter aus den Legenden – aber in diesen Legenden sind ihre Kinder immer erwachsen. Obwohl sie nicht so alt ist wie Oxalá (als zweite Frau des Schöpfungs-Orixás, die erste ist die alte Nanã) ist sie auch nicht mehr jung. Sie ist es, die versucht, den Clan zusammenzuhalten, die Auseinandersetzungen zwischen gegensätzlichen Persönlichkeiten schlichtet, um die erwachsenen Kinder weint, die schon nicht mehr unter ihren Fittichen und in alle Windrichtungen verstreut sind und sich von der Einheit der Familie entfernen. Für Oxum ist damit die Stelle der jungen Mutter reserviert, der Frau, der noch etwas Jugendliches anhaftet, etwas Kokettes, Maliziöses, während sie gleichzeitig voller Leidenschaft ist und das Vergnügen sucht. Ihre Verantwortlichkeit als Mutter beschränkt sich auf die Kinder und Babys. Sie beginnt sogar schon davor mit der Befruchtung, der Schaffung des neuen Wesens, aber reicht nicht bis in ihre Entwicklung als Erwachsene.

Oxum hat uns gezeigt, dass die Menstruation für die Frauen kein Grund für Scham und Minderwertigkeit ist. Vielmehr zeigt sie die Kraft der Frauen, die Fähigkeit, Kinder zu gebären. Fruchtbarkeit und Fortpflanzung stehen auch für Üppigkeit und Fülle, und im weiteren Sinne auch für die Kreativität des Menschen, die seine Weiterentwicklung ermöglicht. Ein Itan schildert die Bedeutung und die Symbolik der Menstruation. Es gab eine Priesterin, eine Tochter von Oxum, die für die liturgischen Gewänder von Oxalá zuständig war. Sie wurde von anderen Frauen beneidet und wurde Opfer vieler Grausamkeiten. Einmal wurde zu Beginn der großen Jahresfeier Oxalás Krone in den Fluss geworfen, aber die Priesterin konnte sie im Bauch eines Fisches finden. Doch ihre Rivalinnen gaben nicht auf und verhexten sie.

Mitten in der Feier, als sie sich erheben sollte, um Oxalá zu begrüßen, klebte sie am Sitz fest. Sie musste so stark zerren, um aufzustehen, dass ein Teil ihres Körpers noch am Stuhl klebte, als sie schon stand. Das Blut floss und befleckte die Gewänder Oxalás. Als großer Gott der weißen Farbe war Oxalá sehr aufgebracht und die Priesterin floh in Scham. Nachdem sie an die Pforte aller Orixás geklopft hatte, wurde sie schließlich von Oxum aufgenommen, die die Blutstropfen in Papageienfedern verwandelte. Als sie von diesem Wunder hörten, kamen alle anderen Orixás Oxum besuchen, um den schönen Vogel mit den verzauberten Federn zu sehen. Oxalá kam als letzter und als Zeichen der Unterwerfung unter die weibliche Macht beugte er sich vor Oxum und legte eine rote Feder auf seine Stirn; dabei sagte er, dass ab diesem Augenblick alle, die keine Papageienfedern trügen, nicht mehr als Iaôs – Heiligenkinder gälten.

Der Ekodidé-Papagei ist der Vogel des Glücks, seine Federn garantieren den Neulingen Fruchtbarkeit. Die Federn zweier anderer heiliger Vögel können sie ersetzen, da sie mit den Iya-Mi verbunden sind und somit mit Oxum: die Federn des Aluko und des Agbe garantieren den Eingeweihten Glück und Fortschritt.

Oxum lacht gerne, ist fröhlich, gütig, intelligent, eine Kindfrau, die gerne mit Puppen spielt und weise Frau, großzügig und voller Mitgefühl, niemals wütend. Elegant und übersät mit Schmuck ist sie die Königin, die nichts verwehrt und alles gibt. Sie ist der Orixá der Liebe: Oxum ist die verführerische Süße. Alle wollen in ihrer Gunst stehen, von ihrem Nektar schlecken, ihren Zauber genießen, und dafür schenken sie ihr Parfüms und schöne Dinge, alles, um ihrer Eitelkeit zu schmeicheln. In der Mythologie der Orixás hat sie spezifische Eigenschaften, die sie in den Kulten schwarzafrikanischer Herkunft sehr beliebt machen, ebenso wie in den künstlerischen Darstellungen im Zusammenhang mit dieser Religiosität.

Die Orixá der Schönheit nutzt all ihre Gerissenheit und all ihren außergewöhnlichen Charme, um das Leben zu genießen und unterschiedliche Meisterleistungen zu vollbringen. Oxum liebt den Reichtum, die Pracht und die Macht und scheut keine Mühen, ihre Ziele zu erreichen. Dabei setzt sie selbst extreme Mittel ein gegen alle, die ihr dabei im Weg sind. Sie setzt ihre Verführungsgabe ein, um ihr Ziel zu erreichen, die reichste und verehrteste Orixá zu sein. Ihr größter Wunsch ist es jedoch, geliebt zu werden, wofür sie große Risiken eingeht und schwere Aufgaben für das Gemeinwohl auf sich nimmt. In ihren Abenteuern ist diese Orixá sowohl die tapfere Kriegerin, die zu jeder Konfrontation bereit ist, als auch die zartgebaute und sinnliche Liebesnymphe. Mit Entschlossenheit, boshafter Täuschung ihrer Feinde und Zärtlichkeit gegenüber ihren Liebsten ist Oxum vor allem die Göttin der Liebe.

Die Orixá der Liebe greift ihre Konkurrenten an, denn sie will nicht, dass sie ihr die Show stehlen. Sie muss die einzige sein, die alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. In der Kunst der Verführung darf es niemand Besseren geben als Oxum. Gleichzeitig gibt sie sich vollständig hin, wenn sie hoffnungslos verliebt ist, denn schließlich ist sie auch eine große Romantikerin. Von der Stammesgesellschaft Afrikas bis zur urbanen Gesellschaft Brasiliens ist die Muse, die in Spiegelgalerien tanzt, um ihre überwältigende Schönheit zu bewundern, genauso beliebt wie die göttliche Mutter, die Fruchtbarkeit schenkt und sich für ihre Kinder opfert.

Auch die Sexualität und Sinnlichkeit fallen in die Zuständigkeit der Oxum. Sie gilt in den Legenden als eine der körperlich schönsten Figuren im mystischen Pantheon der Yorubá. Ihr Streben nach Vergnügen impliziert den Sex und ebenso die Abwesenheit offener Konflikte – sie ist eine der wenigen Orixás der Yorubá, die den Krieg verabscheuen.

Alle Dinge, die Oxum symbolisieren, gehen auf den Gedanken der Fruchtbarkeit zurück. Fische und Vögel symbolisieren über ihre Schuppen und Federn die Vielzahl an Nachkommen. Das Ei ist ein Symbol für die Schwangerschaft und gehört somit Oxum, die im Wesentlichen ein Symbol für die Fruchtbarkeit ist. Der Abebe – ein Fächer mit Spiegel – symbolisiert alle Eigenschaften Oxums. Obwohl er das Symbol für die Eitelkeit dieser Göttin ist, wird er oft als Kriegswaffe benutzt: Oxum blendet mit dem reflektierten Sonnenlicht ihre Feinde. Wird eine Eizelle befruchtet, so ist Oxum anwesend und beschützt den Fötus, um sein Leben sicherzustellen.

Im Orakel spielt Oxum eine herausragende Rolle. Sie ist die Herrin des Orakels Merindilogun. Ein Itan erzählt, dass sie sich diese Rolle mit Exus Hilfe von Orunmilá erkämpfte. Anders als das alte Orakel von Ifá, das traditionell nur von Männern gespielt werden darf, kann dieses Orakel von Männern und von Frauen verwendet werden. Oxum ist dabei die Herrin des Orakels, Omolu der Herr der Cauris.

Oxum hat 16 Manifestationen. Da sich ihre Persönlichkeit sehr stark von einer Manifestation zur anderen verändert, ist es angemessen, die Geschichte jeder dieser Manifestationen genauer zu betrachten, um die Göttin besser verstehen zu können. Man muss bedenken, dass man nie in denselben Fluss steigt; Oxum erneuert sich ständig und das erklärt auch die dramatischen Unterschiede zwischen ihren Manifestationen. Oxum zeigt sich mal sanft, zahm und kokett, mal wollüstig, kriegerisch oder sinnlich oder gar wütend und mürrisch. Diese Aspekte gehören zu ihren verschiedenen Manifestationen.

Opará – Junge Kriegerin, Ogums Kameradin, versteht sich sehr gut mit Oxaguian, dem Krieger aus der Gruppe der Funfun-Orixá. Yeyé Apará (oder Opará) ist die jüngste und kriegerischste Oxum, so wild, dass sie sogar das Blut ihrer Feinde trinkt. Wie alle Manifestationen der jungen Oxums lebt sie in den oberflächennahen Bereichen der Flüsse. Die Macht dieser Oxum erkennt man auch an ihrem Kriegstanz an der Seite Ogums und Oyas; der Fächer in ihrer Hand ist keine Eitelkeit, sondern eine Waffe. Das Schwert ist ihr Spielzeug.

Oxum Karé – Auch sie ist sehr kriegerisch, doch sind ihre Waffen Pfeil (Ofá) und Bogen. Sie ist die junge Begleiterin der Jäger der Region Ijesha, Ijebu und Ilesha, die Partnerin von Odé Erinlé, Odé Igbó und Logun Edé.

Yeyé Oké – Sie ist eine geschickte Jägerin, weswegen man sagt, dass sie sich in einen Mann verwandelt, denn sie übt perfekt eine typisch männliche Tätigkeit aus. Sie war die Ehefrau des ältesten Oxossi, den es gibt, und erschuf die Kinder, die Oya mit ihrem Ehemann bekam; übrigens ließ sie nur zu, dass sich Oya um ihre Kinder kümmerte, wenn sie krank waren.

Es gibt auch noch andere Manifestationen der kriegerischen Oxum: Oxum Ajagira und Yeyé Oníra. Oft wird behauptet, dass Oníra in Wirklichkeit eine Manifestation von Oya ist, was beweisen würde, dass der Krieg ihr Spaß machen muss. Obwohl kriegerisch ist Oxum auch eitel. Einmal wurde Oxum zur Teilnahme am Krieg eingeladen und sie bereitete sich vor: sie nahm ein ausgiebiges Bad, kämmte sich das Haar, legte Parfüm an und ihren Kupferschmuck… und die Zeit verstrich. Als sie gerade soweit war, loszuziehen, war der Krieg auch schon vorbei.

Yêyê Pondá – Eine Kriegerin, die mit Erinlé am Flussufer im Wald lebt. Sie ist mit den spirituellen Ahnen – Eguns – und der Urzeit verbunden, intuitiv, mit offenen Augen und sehr misstrauisch.

Iyá Mapô – Eine der ältesten Oxums, die als „Herrin der Vagina“ bezeichnet wird. Sie ist verantwortlich für die Ankunft des Menschen in der Welt durch die normale Geburt, denn in ihren Aufgabenbereich fallen der Bauch, die inneren Fortpflanzungsorgane und die weibliche Genitale. Ihr Ursprung ist in Brasilien wenig bekannt, aber ihr Kult existiert noch in Igbeti in Afrika.

Yêyê Káre – Eine der Schönsten, sie ist eine sehr sinnliche, wenngleich aggressive Kriegerin, die an Flussufern und bei Wasserfällen lebt und Pfeil und Bogen benutzt. Sie lebt im Wald und hat eine große Stütze in Oxossi, Oxalá und Yemanjá.

Igemu oder Ijimu – Mit Zauberkraft und Fruchtbarkeit verbunden. Sie ist sehr alt und mag keine Bewegung, weshalb sie am Grunde der Flüsse lebt. Sie lebt mit Orixalá und Obaluaiê zusammen und hat ein inniges Verhältnis zum Leben und zum Tod und eine enge Bindung an die Ya Mí. Eine Oxum regiert als Souverän unter allen Oxum, es ist die Oxum Ijimú, die eine innige Beziehung zu den Iyá-Mi pflegt.

An der Quelle der Flüsse lebt Yeyé Odó, die Herrin der Flüsse.

Ayalá (oder Íyanlá) – Die älteste der Gottheiten im Pantheon der Oxum gilt als die „große Mutter“. Sie lebt am Grunde der Flüsse, ist Zauberin, mächtige Kriegerin, die „Herrin des Ambosses“ und Ehefrau von Alabedé, dem ältesten Ogum seiner Gruppe. Beide kleiden sich weiß und haben ein enges Verhältnis zu Orixalá und den Ahnen. Sie gilt als eine der großen Urmütter und als eine der größten Hexen. Sie pflegt enge Beziehungen zu den Iyá-Mi und den Ahnen im Allgemeinen und zu Àyàlá. Sie ist eine alte Oxum, die mit dem Ogum Alagbedé (dem Schmied) verheiratet war. Mächtig und kriegerisch half sie ihrem Mann in der Schmiede, indem sie den Blasebalg bediente, um die Flamme stets zu schüren. Der Lärm, der aus dem Haus des Schmiedes kam, klang wie Musik, so rhythmisch arbeitete Oxum. Einmal kam ein Egungun, ein Ahne, vorbei und als er den Ton hörte, fing er zu tanzen an. Alle, die an dieser Szene vorbeikamen, gaben ihm erstaunt Geld, das er mit Oxum teilte und er grüßte sie mit einem Oriki – einem Lobgesang.

Abalu – Eine sehr alte, streitsüchtige, strenge und autoritäre Oxum, die die Einsamkeit liebt. Zu ihren Festen erscheint sie gerne mit einem Fächer. Sie lebt am Grunde der Flüsse, an den dunkelsten Stellen. Sie hat Beziehungen zu den Yami, zu Orixalá und Yemanjá. Als älteste Oxum von allen ist sie die große Ìyá Omin’ibu, die Mutter der tiefen Wasser, da die ältesten Oxum in den Tiefen der Flüsse leben.

Eine weitere alte und kriegerische Oxum ist Yeyé Ogá.

Die Oxum Merin-Merin ist weiblich und elegant, die Schwester von Yewa. Oxum Gbo ist die Schutzpatronin der Stadt Osogbo und Beschützerin der Gebärenden. Yeyé Olóko lebt in den Wäldern. Daneben gibt es noch Yeyé Ipetú und Oxum Pòpólokun, die in den Lagunen verehrt wird und den Menschen, so heißt es, nicht zu Kopfe steigt. Diese Namen unterscheiden sich zum Teil zwischen Afrika und Brasilien, aber überall hat Oxum 16 Manifestationen.

In den verschiedenen Regionen Afrikas wurden zumindest unterschiedliche Gottheiten mit ähnlichen Aufgabenbereichen verehrt. Im Falle der Oxum sind in Brasilien bald alle Gottheiten, die im Süßwasser der Flüsse, Lagunen, Quellen usw. verehrt wurden, zu einer einzigen Göttin mit unterschiedlichen Manifestationen verschmolzen. Das Süßwasser ist die süße Oxum, daher ist Oxum überall, wo es einen Fluss, eine Lagune, einen Wasserfall mit reinem Wasser gibt.

Oxum ist die schönste und sinnlichste Göttin des Candomblé. Sie ist die Eitelkeit, sie braucht Zärtlichkeit und ist schön, geduldig und gütig, die Mutter, die stillt und liebt. Oxum, die Herrin der Schwangerschaft und des Süßwassers überwacht und ermöglicht den Fortbestand und den Erhalt des Lebens im Ayê.

 

EIGENSCHAFTEN DER KINDER

Ihre Söhne und Töchter handeln mehr nach dem Herzen, als dem Verstand zu folgen. Sie sind sehr empfänglich für jegliches Gefühl, ruhig, gelassen, emotional und meist sehr nah am Wasser gebaut. Sie sind sentimental und temperamentvoll. Sie sind sehr eitel und liebeshungrig, lieben den Luxus, das gesellschaftliche Leben und haben ständig Liebschaften. Sie sind auch wollüstig und sinnlich aber zurückhaltender als die Töchter Oyas. Sie vermeiden es, Skandale hervorzurufen, denn die öffentliche Meinung ist ihnen sehr wichtig. Hinter ihrer graziösen und verführerischen Erscheinung verbergen sich ein sehr starker Wille und der große Wunsch, sozial aufzusteigen. Die Kinder Oxums sind diskreter, denn in dem Maße, in dem sie die gesellschaftlich herausragende Stellung schätzen, fürchten sie auch den Skandal sowie alles, das ihr sorgfältig gepflegtes Bild der Harmlosigkeit und Güte in Mitleidenschaft ziehen könnte. Ein süßes Bild, das große Entschlossenheit und einen ziemlich ausgeprägten Ehrgeiz verdeckt.

Sie ziehen gerne die Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts auf sich. Sie haben meist ein intensives und ihnen wichtiges Sexualleben, aber anders als die Kinder von Oya und Ogum. Sie stellen immer den Typ dar, der das andere Geschlecht anzieht, und dieses stellt ihm immer nach. Sie mögen den Luxus und den Komfort, sind eitel, elegant, sinnlich und lieben die Abwechslung, sodass sie auch untreu sein können. Sie machen die Frauen eifersüchtig und beteiligen sich an Intrigen. Sie neigen zu einem intensiven Sexualleben, sind dabei aber sehr diskret, denn sie verabscheuen Skandale. Sie verzweifeln nicht an unmöglichen Leidenschaften; ganz gleich, wie sehr sie jemanden mögen, ihre Selbstliebe ist noch viel größer. Sie sind viel zu sehr Narzissten, um irgendjemanden allzu sehr zu mögen.

Obwohl die Kinder Oxums viel zu narzisstisch sind, um jemand anderes sehr zu lieben, ist ihre Fähigkeit, Süßholz zu raspeln, sinnlich und zärtlich zu sein, so groß, dass es leicht scheinen mag, als seien sie die verliebtesten und hingebungsvollsten Wesen der Welt. Sie sind gute Hausfrauen und Gefährtinnen.

Die Kinder Oxums lieben Spiegel, teuren Schmuck, Gold, sind untadelig gekleidet und zeigen sich nicht in der Öffentlichkeit, ohne sich zuvor um Kleidung und Haar, bei den Frauen auch um die Schminke, gekümmert zu haben. Grazie, Eitelkeit, Eleganz, eine gewisse Faulheit, Charme und Schönheit zeichnen die Kinder Oxums aus. Sie neigen dazu, dick zu werden, denn sie lieben das gesellschaftliche Leben, die Feste und das Vergnügen allgemein.

Psychologisch ist der mit Oxum assoziierte Archetyp dem Bild ähnlich, das man von einem Fluss hat, von dem Wasser, das in ihm fließt: ein ruhiger Anblick kann Strömungen verbergen, Löcher in der Tiefe, Höhlen – alles, das weder geradlinig noch direkt ist, sondern von undeutlicher Form und voller Windungen.

Der Typ zeigt eine gewisse kokette Faulheit und eine beharrliche, diskrete, aber nur scheinbar harmlose Ironie. Er kann selbstsüchtig und unentschlossen sein, aber sein größter Fehler ist die Eifersucht. Einer der häufigsten Fehler im Zusammenhang mit der Oberflächlichkeit Oxums ist als Manifestation einer tiefschürfenderen Motivation zu verstehen: Ihre Kinder neigen zum Tratsch, aber nicht aus purem Spaß am Reden und Ausplaudern der Geheimnisse anderer, sondern weil das die einzige Art ist, im Gegenzug an Informationen zu kommen.

Die Kinder Oxums sind sehr misstrauisch und haben eine gute Intuition, die sie oft nutzen, um gerissen mit Erfindungsgeist und Intrigen alles zu erreichen, was sie wollen. Sie umgehen ein Hindernis lieber geschickt, als es frontal anzugehen. Ihre Einstellung erinnert an das Fließen des Wassers im Fluss, das um einen großen Stein im Flussbett herum strömt, statt mit Gewalt gegen ihn anzugehen. Deshalb haben sie klar umrissene Ziele, die sie beharrlich, bis hin zu unglaublicher Sturheit und Eigensinnigkeit, verfolgen. Gleichzeitig scheinen sie aber mitunter auch mal ein Ziel zu vergessen, das zuletzt noch so wichtig gewesen war, und kümmern sich nicht mehr darum. In Wirklichkeit gehen sie nur neue Wege und wenden andere Strategien an.

So ist Oxum: zuschlagen und mitnehmen. Die Kinder der Oxum tolerieren nichts, was sie als ungerecht ansehen, und lieben die Provokation. Von der Schönheit bis zur Geschicklichkeit, von der Schwäche bis zur Stärke, mit femininem Touch und Güte.

Sie geben viel auf die öffentliche Meinung, tun alles, um die Öffentlichkeit nicht zu schockieren und ziehen es stattdessen vor, ihre Differenzen mit Geschick und Diplomatie zu umschiffen. Sie sind bei der Verfolgung ihrer Ziele stur.

Die spirituelle Seite der Kinder Oxums ist ziemlich stark ausgeprägt. Vielleicht waren auch deshalb einige der größten Yalorixá in der Geschichte des Candomblé Kinder von Oxum.

Die Söhne und Töchter Oxums sind für gewöhnlich zärtlich und ruhig. Sie sind diplomatisch, freundlich, vermeiden es, ihre Freunde zu verärgern, aber für ihre Feinde halten sie Momente des Zorns und der Impulsivität bereit. Sie sind faul und neigen dazu, ihre Angelegenheiten gemütlich zu erledigen, aber sie vergessen nie ihre Pflichten. Selbst wenn sie sich einfach kleiden gelingt es ihnen, elegant zu erscheinen. Sie lieben ein anspruchsvolles Umfeld und versuchen, ihr Zuhause zu einem Vorbild an Schönheit, praktischer Funktionalität und Modernität zu machen.

Sie versuchen, sich zurückzuhalten, was ihnen oft nicht gelingt, weil sie ihre Umgebung schon mit ihrer bloßen Anwesenheit dominieren. Sie lieben wohl temperiertes und gut präsentiertes Essen, denn das Visuelle ist für sie unverzichtbar. Menschen dieses Orixá werden im Alter oft mürrisch und streng, behalten aber immer ihre Emotionalität und Sensibilität, ihre Ruhe und Gelassenheit, die dominanten Eigenschaften der Kinder Oxums.

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