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OXALÁ

ALLGEMEINE BESCHREIBUNG

Oxalá, Obatalá, Orixalá, Orixá-Nlá. Oxalá ist die allgemeine Bezeichnung für verschiedene Orixás Funfun (Weiß), wie die diversen afrikanischen Orixás in Brasilien genannt werden, die eng mit der Farbe Weiß und der Schöpfung der Welt und des Menschen verbunden sind. Die Begriffe „Oxalufã”, „Oxaguiã” und „Obatalá” stammen aus der Sprache der Yorubá.

In Afrika werden alle Orixás, die mit der Schöpfung in Zusammenhang stehen, als Orixá Funfun bezeichnet. Der wichtigste unter ihnen heißt Orixalá (Orisanlá) oder, mit anderen Worten, der große Orixá, der in der Region von Igbó und Ifé als Obatalá, der Herr des weißen Tuchs, angebetet wird. Insgesamt gab es ungefähr 154 Orixás Funfun, in Brasilien ist die Zahl aber deutlich geringer. Die beiden Orixás Olufon, der König von Ifon, und der Yamswurzel-Esser und König von Ejigbó, Oxaguiã sind dort die bekanntesten. Die Symbole für die Jugend von Oxaguiã sind das Idá (Schwert), ein silberner Mörser und ein Schild. In seiner Gestalt als alter Mann wird Oxalá Oxalufã genannt und sein Symbol ist ein Stab aus Metall mit dem Namen Opaxoró.

In der Ketu-Nation heißt er in seinen verschiedenen Formen Oxanguian, Oxalufá, Obatalá und Oduduwá, in der Angola-Nation Lemba, Lembarangaga und Guaratinhanha. Aber überall ist er der Herr des Lebens, der auch als der „der Herr des Lehms” bezeichnet wird, aufgrund einer alten Legende, die besagt, dass Oxalá dieses Material verwendete, um den Menschen zu schöpfen.

Die Bezeichnung Orixá Funfun ist darauf zurückzuführen, dass die Farbe Weiß die Farbe der Schöpfung ist, diejenige, die die Essenz aller übrigen wahrt. Die Farbe Weiß steht für alle Möglichkeiten, sie ist die Grundlage jeglicher Schöpfung. Durch das Zusammenziehen des Namens Orisanlá entstand Name Oxalá, unter dem der Gottvater in Brasilien bekannt wurde. Alle Orixás Funfun wurden in Oxalá vereint und gemäß den unterschiedlichen Eigenschaften ihrer beiden wichtigsten Erscheinungen aufgeteilt, dem jungen Krieger Osagiyan und gleichzeitig Sohn des älteren, geduldigeren Òsálufón.

Sein größtes Fest trägt den Namen Águas de Oxalá und steht mit der Legende der sieben Jahre seiner Gefangenschaft in Verbindung. Sein Höhepunkt ist die Zeremonie des Pilão de Oxaguian, mit der die Rückkehr des Vaters gefeiert wird. Dieser Respekt beruht auf der Berufung, die ihm von Olorun gegeben wurde, die Menschheit zu schöpfen und zu regieren.

Beim Xirê (dem rituellen Tanz) wird Oxalá als letzter geehrt, weil er das große Symbol für die Synthese allen Ursprungs ist. Er ist der Inbegriff der Ganzheit, der einzige Orixá, der wie Exú in jedem Menschen wohnt. Sie alle sind seine Söhne und Töchter, und alle sind Schwestern und Brüder, schließlich lebt die Menschheit unter einem Dach, dem großen Alá, der uns bedeckt und den Himmel schützt.

Im Candomblé, sowohl in Brasilien als auch in anderen Ländern, tragen alle Gläubigen und regelmäßigen Besucher zu Ehren von Oxalá für gewöhnlich weiße Kleider. Die Söhne von Oxalá essen keine gesalzenen Speisen und viele haben es sich zur Gewohnheit gemacht, freitags kein Fleisch zu essen (nur Fisch). Man glaubt jedoch auch, dass dieser Brauch mit der Katholischen Kirche und dem Synkretismus von Oxalá mit dem Senhor do Bonfim in Bahia in Verbindung steht.

Für die Söhne von Oxalá gelten einige Tabus (Ewo, Kizila): Die Legenden besagen, dass Oxalá sich mehrfach mit Palmwein betrunken hat, deshalb wurde der Alkohol zu einem seiner Tabus. Aufgrund einer anderen Legende, laut der Exú seine weißen Kleider drei Mal jeweils mit Salz, Palmöl und Kohle beschmutzte, wurden diese Elemente zu Tabus für die Söhne von Oxalá. Keine Speise, die Oxalá zu sich nimmt, darf mit Salz oder Palmöl zubereitet sein. Kein Sohn von Oxalá könnte jemals schwarze oder rote Kleidung tragen, denn das sind die Farben von Exú. Weiterhin besagen die Legenden, dass der Freitag Oxalás Tag ist.

Tatsächlich ist das größte Tabu für Oxalá das Palmöl. Seine Kleider, seine heiligen Objekte, geschweige denn sein Alá dürfen je mit Palmöl befleckt werden. Der einzige rote Gegenstand, den Oxalá zulässt, ist der Ikodidè, eine rote Feder aus dem Schwanz eines afrikanischen Papageis, dem Zeichen seiner Anerkennung der weiblichen Schöpfungskraft.

Alá, das weiße Tuch, stellt die Schöpfung selbst dar und ist eng mit der Zeugung jedes Wesens verbunden, es ist das Symbol für die männliche Schöpfungskraft. Schon seine primäre Funktion verweist auf seinen tieferen Sinn. Die Handlung selbst, sich zu bedecken, evoziert nicht nur Schutz und Sorgfalt, sondern steht auch für die Aktivität des Mannes während des sexuellen Akts.

Oxalá wird als der größte und angesehenste aller Orixás der afrikanischen Naturreligionen verehrt. Er symbolisiert Frieden, er ist der Vater aller Väter in den Nationen der traditionellen afrikanischen Religionen. Oxalá bedeutet „weißes Licht“ (Licht = oxa, weiß = alá). Er ist ruhig, gelassen und friedfertig, er ist der Schöpfer und wird deshalb von allen Orixás und allen Nationen geachtet. Oxalás Augen sehen alles.

In allen Geschichten, die von der Schöpfung der Welt erzählen, geht es unweigerlich auch um Oxalá, den Oludumaré zuerst gezeugt hat und der damit beauftragt wurde, nicht nur das Universum zu schaffen, sondern auch alle Lebewesen, alle Dinge, die es auf der Welt gab.

Oxalá ist Eigner der männlichen Schöpfungskraft. In allen seinen Darstellungen spielt die Farbe Weiß eine Rolle. In den Anfängen ist sie ein grundlegendes Element, Luftmasse und Wassermasse, der Ursprung und die Grundlage jeglicher Kreatur im Ayé und im Orun. Verkörpert er sich, nimmt er zwei Formen an: Oxaguiã, der junge Krieger, und Oxalufã der alte Mann, der sich auf einen silbernen Stab (Opaxoró) stützt. Meinungsverschiedenheiten, Streit und Gewalt sind Oxalá fremd, er liebt die Ordnung, die Sauberkeit und die Reinheit. Seine Farbe ist Weiß und sein Tag ist der Freitag. An diesem Tag müssen seine Söhne weiße Kleider tragen. Weiße Metalle und Substanzen gehören Oxalá.

Er ist das positive Gleichgewicht des Universums, der Vater der weißen Farbe, des Friedens, der Vereinigung, der Brüderlichkeit zwischen den Völkern der Erde und des Kosmos. Er ist der Vater der Orixás und gilt als das Friedliche aller Lebewesen. Er ist der Orixá des Glücks, des Verständnisses, der Freundschaft, des Einverständnisses, des Endes der Wirre.

Oxalá ist der Orixá, der das Ende des Lebens bestimmen wird, das Ende der Straße des Menschen. Oxalá ist das Ende des Lebens, der Moment, um in Frieden zu gehen mit der Sicherheit, dass man seine Pflicht erfüllt hat. Exu beginnt, Oxalá beendet. So verlaufen die Candomblé-Runden, die Xirês, sie beginnen mit Exu und enden mit Oxalá.

Seine Legenden sind zahlreich und die Geschichten über seinen Ursprung und sein Leben sind in Afrika breit gefächert. In Brasilien werden am häufigsten Oxafulan, „der Alte“ und Oxaguiã, „der Junge“ in der „kriegerischen“ Erscheinung von Oxalá, der ein Schwert trägt und voller Kraft und Anmut ist, verehrt. In seiner Eigenschaft als weiser, alter Mann, gebeugt durch die Last der Jahre, ist er eine würdige und gütige Erscheinung, gestützt auf einen symbolträchtigen Stab, der Opaxoró genannt wird und für die Trennung von Orun und Ayé verwendet wird.

Im Folgenden werden wir auf die beiden Qualitäten (Aspekte, Eigenschaften) eingehen, die in Brasilien am häufigsten verehrt werden.

Oxaguiã

Oxaguiã ist der junge Krieger der Familie der Orixás Funfun, der Herr der Gegensätze, ein machtvoller und geschickter Stratege. Begrüßt wird er als Eleejigbô (Eléejfgbà), der „Herr von Ejigbo“, wie die gleichnamige Stadt in Nigeria. In Brasilien hat er verschiedene Pseudonyme, von denen viele dazu verwendet werden, ihn zu besänftigen: Orixá Oguiã, Oxalaguiã, Oxaguím, Xaguim, Oxodim – viele Namen für einen großen Krieger.

Da er der Sohn von Oxalufon, des Herren von Ifon, ist, wird er als der jüngste der Orixá im Reich der Farbe Weiß gehandelt, das macht aber aus ihm keineswegs einen Jüngling. Keine der Gottheiten dieser Gruppe gilt als heiter und gelassen, denn sie gehören zur Zeit der Schöpfung und ihr Alter ist unermesslich. Oxaguiã ist lediglich jünger als sein Vater! Seine Grundlage und sein Handeln sind in hohem Grade spirituell, und genau das macht ihn gefährlich für den unerfahrenen Beobachter, denn er zeigt seine zwei Gesichter, das des Friedens und das des Kriegs. Es obliegt dem Babalorixá, herauszufinden und zu entziffern, welches Gesicht die Gottheit gerade zeigt. Orixalá ist der Orixá des Immobilismus, der Gelassenheit und der Ruhe, während Oxaguiã im Reich der Funfun derjenige ist, der Unruhe, Kraft, Energie und sogar ein gewisses allgemeines Ungleichgewicht mit sich bringen kann, wenn es der Entwicklung dient.

Als „Herr der Unbeständigkeit“ ist er auch derjenige, der Mobilität ermöglicht, die zwei Pole, die zur Entstehung der Dynamik notwendig sind, die tagein tagaus die Entwicklung der Menschheit gewährleistet und vorantreibt. Darüber hinaus verursacht er Wahn und emotionelles Ungleichgewicht, obwohl er beides gleichzeitig auch kontrolliert. In perfekter Widersprüchlichkeit sorgt er für Stabilität und Gleichgewicht, verwandelt sich aber in den Fixpunkt eines Pendels wenn er Chaos und Missklang hervorruft. Menschen mit gesundheitlichen Problemen wenden sich an ihn, damit er eingreifen kann und das Leben sich gegen den Tod durchsetzt, denn er bewegt sich in diesen beiden Bereichen. Sein enges Band mit Leben und Tod wird auch durch die Farben deutlich, die ihn kennzeichnen: Weiß, das elementare Symbol für den Atem, das Leben, das Produkt von Orum, und Blau (das Seguí), das das Schwarz der Erde darstellt, das Element von Ayé.

In seiner Eigenschaft als machtvoller Stratege im Kampf versucht er um jeden Preis, die direkte Auseinandersetzung zu vermeiden und stattdessen zuerst Ausflüchte zu finden, die auf den Frieden hinwirken. Er lehrte die Menschen Friedfertigkeit, Disziplin, hierarchisches Denken und Respekt und deshalb zeigt er mit Freuden sowohl den Frieden als auch den Krieg, damit der Mensch seine Wahl treffen kann. Es ist deutlich zu erkennen, dass Oxaguiã ein zwiespältiger Orixá ist. Er zieht in den Krieg, aber will den Frieden, er verursacht Niederlagen, aber bringt Siege und Gleichgewicht, er liebt das Leben wie sich selbst und schafft es so, den Tod zu umgehen. Er kämpft nicht aus Freude an der Zerstörung, sein Kampf ist an die menschliche Seite gerichtet. Er kämpft für Gerechtigkeit, die Ehre und das Wohlergehen der Gemeinschaft. Er will zu Frieden und Eintracht beitragen.

Als Patron der Wahrnehmung, der Lektüre und der Intelligenz ist er der „Herr der Wesentlichkeit”, wenn er den Menschen in die Lage versetzt, seine Gedanken und seine Ideen in die Praxis umzusetzen, und es ihm ermöglicht, sich immer und immer wieder neue Ziele zu setzen, diese aufzubauen und zu realisieren und gleichzeitig dem Leben eine neue Richtung zu geben und neue Konzepte zu verwirklichen. Aufgrund seiner einfallsreichen und innovativen Denkweise, wurde Oxaguiã zum „Eigner aller Sitze“ und herrscht über alle Bänke, Stühle und Throne, die dem menschlichen Körper Rast gewähren, schließlich ist die Zufriedenheit des Menschen grundlegend für diesen Orixá. Den anderen Orixás und insbesondere Orixalá stellt er den Thron zur Verfügung, auf dem sie sitzen! Aufgrund seiner eleganten Kleider, gilt er auch als der “Orixá des Schmucks und der erlesenen Zierde”, die auf schlichte Weise Schönheit und Anmut schaffen.

Er pflegt Kontakte zu zahlreichen Orixás, einige von ihnen sehr gefährlich, andere geprägt von großer Macht und Energie (Axé). Da er der einzige Orixá Funfun ist, der über die Macht der Bewegung und der Gewandtheit verfügt, ist er es, der die Kommunikation zwischen allen Orixás dieses Reichs, die Kommunikation letzterer mit anderen Orixás und auch die Kommunikation aller Orixás mit den Menschen fördert.

Er pflegt eine sehr enge Beziehung zu Exu, dem Kommunikator und Boten. Aus diesem Bund entsteht die Obliegenheit, die Harmonie zwischen der weiblichen und der männlichen Macht zu unterstützen, durch das Erreichen eines Gleichgewichts zwischen den Ajés und Oxôs, Wesen, die mit den magischen Kräften des Waldes und des Wassers verbunden sind. Oxaguiã, als Teil der Gruppe der Oxôs, nähert sich Oxum und beide herrschen als würdige Vertreter dieser beiden machtvollen Gesellschaften, zusammen mit Oxóssi und Logunedé. Im Rahmen dieser Verbundenheit mit dem Wald und dem Reich des Weißen verbündet er sich mit den Bäumen und den Iwins, den göttlichen Wesen von Orixalá, die den Wald bewohnen und die Essenz der Nachkommenschaft verkörpern. Oxaguiã pflegt auch den Umgang mit Iroko, der Gottheit der Farbe Weiß, die den Wald bewohnt und eine wichtige Vertreterin der großen Bäume ist, und mit Logunedé, dem Herrn der Magie. Diese gewähren den Ausgleich zu seiner Kraft und seiner Rücksichtslosigkeit, denn sie lehren ihn, auf dem Höhepunkt einer Fehde neben körperlicher Kraft und Macht auch die Kraft der Überzeugung einzusetzen.

Aufgrund seiner engen Verbundenheit mit dem landwirtschaftlichen Anbau, ist Oxaguiã einer der Orixás des Überflusses und der Üppigkeit, und er pflegt engen Kontakt zu Oxóssi, der Gottheit, die für die Nahrung sorgt. Zwischen ihnen gibt es eine familiäre Beziehung, denn gemäß den Itans sind die wichtigsten Mitglieder dieses Pantheons, Ajagunã, und Yemanjá, die Eltern von Erinlé, einem mächtigen Bestandteil der Gruppe der Jäger (Ajagunã wird als Qualität von Oxalá gesehen, Erinlé als Qualität von Oxóssi). Oxaguiã pflegt eine große Zuneigung und tiefe Liebe zu diesem Odé, der “Jäger der weißen Elefanten” genannt wird und diese Liebe wird gänzlich erwidert. In der Gruppe der Oxôs sind Vater und Sohn ebenfalls Partner.

Mit Ogum, Bauer und Krieger, der Metalle formt, erscheint Oxaguiã als Bruder und Handlanger bei der Entwicklung der Technik. Diese Verbindung trägt zur Herstellung neuer Waffen und Werkzeuge bei, denn bei ihren Erfindungen und Umgestaltungen sind sie sehr innovativ. Ogum lieferte ihm die Waffen und brachte ihm auch bei, sie im Krieg zu seiner Verteidigung zu nutzen. Das Band zwischen diesen beiden ist so stark, dass Oxaguiã es nicht duldet, dass seine Söhne sich mit den Söhnen dieses Orixá überwerfen, diese täuschen oder hintergehen, denn Ogum könnte sie dafür bestrafen. Er weiß, dass, obwohl er selbst ein Krieger ist, Ogum den Titel “Herr des Krieges” innehat. Wie Ogum ist Oxaguiã ein Krieger und auch der “Assiwaiu” der Orixás Funfun, derjenige, der den Gottheiten der Farbe Weiß beim Festzug den Weg öffnen!

Eine Iyabá, die in den Genuss seiner Gesellschaft kommt und auch seine Fähigkeiten besitzt, ist Obá, eine Kriegerin, die sich wie er des Schilds und des Schwerts und als Jägerin des Ofá bedient. Da Kriegsführung, Streitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten ihnen gemeinsam sind, respektieren sie sich gegenseitig. Obgleich sie keine Partner für ihr Gefühlsleben akzeptiert, bindet sich Obá gerne an Gefährten, die sie bei ihren kriegerischen Auseinandersetzungen begleiten und ermutigen. Aufgrund seines Bedürfnisses, sich bei seinen Schlachten zu tarnen, pflegt Oxaguiã auch Kontakt zu Euá, einem Vodum aus der Nation Fon, der die Gabe hat, sich zu verstellen und zu verstecken. Beide sind für die Verbindung der Reiche der Fon und der Yorubá zuständig, weshalb sie zusammenwirken können, ohne dass sie sich dabei überschneiden. Oya, die Herrin der Vorfahren, stattete Oxaguiã mit der Atori aus, der widerstandsfähigen Rute aus Holz, die Macht und Autorität darstellt und dazu dient, die Vorfahren zu befehligen und zu steuern. Diese Rute ist sein Symbol und wird gleichzeitig zum Angriff oder zur Verteidigung verwendet.

Auch Babalaxó, “Herr des Axó”, genannt, ist er verantwortlich für die Kleider, die den menschlichen Körper schützen und verhüllen. Er steht im Verbund mit Babá Rowu, dem „Herrn der Baumwolle“, und Iemanjá Sobá, der Baumwollspinnerin (Owu), die ihn mit diesem Element versorgt. Aus dieser Art Stoff wird das Alá hergestellt, das Orixalá und die anderen Orixás Funfun bedeckt.

Eine alte Gottheit, die eine freundschaftliche Beziehung zu Oxaguiã unterhält und zu dessen Gruppierung gehört, ist Babá Okô, der “Schirmherr der Landwirtschaft” und “Herr des Ackerlandes“, der für die Ernährung des Planeten verantwortlich ist. Orixá Okô ist die Verkörperung der landwirtschaftlichen Energie, derjenige, der weiß, wie man in der Natur Dinge zum Leben erweckt und wachsen lässt und der lehrt, wie man neues Leben auf der Erde entstehen lässt. Hilfe leisten ihm die Insekten und Vögel, die an ihren Beinen neues Leben mit sich tragen, durch die mikroskopisch kleinen Wesen, die für eine ständige Erneuerung der Erde sorgen und auch durch die Fäkalien der Tiere, einem natürlichen Dünger. Und auch der Regen ist sein Gehilfe, denn er trägt dazu bei, die Erde zu erneuern!

Da er zur Gruppe der Schöpfung gehört und als Mitglied der langen Reihe von Vorfahren, ist Oxaguiã unabdingbarer Bestandteil des Reichs von Oxafulon und gehört zur Gruppe der rechten Irunmolés. Da er jedoch mit der Bewegung, dem Tumult und dem Leben verbunden ist und als Sohn eines Orixás betrachtet wird, fügt er sich auch in die rote Gruppierung der linken Irunmolés ein, zu der die Mütter und die aufgezogenen Kinder gehören. So geht er sowohl links als auch rechts eine Union ein! Er verwendet diese Farbe jedoch nicht und lässt auch nicht zu, dass seine Söhne sie verwenden. Obwohl er all diese Verbände unterhält, hat das Reich von Oxaguiã besondere Merkmale, die ihn von einigen Mitgliedern der Gruppe der Funfun unterscheiden und trennen. Seine Gruppe ist nicht sehr groß, doch ihre Mitglieder sind alle sehr machtvoll und gefürchtet.

Eins sehr alte Gottheit dieser Gruppe ist Dancó, der Bewohner des Bambuzal (Idacá), wo er von der Nation Efon zutiefst verehrt wird. Er ist der Benutzer des Palmöls und wird er aufgrund seiner Verbindungen zu einigen Orixás, die zu den Vorfahren gehören, wie zum Beispiel Obaluaie, Oxum und Oya sehr gefürchtet.

Ein weiterer Orixá dieses sehr komplexen Reiches ist Babá Ajê Xaluga, wobei ajê Geld bedeutet, im Gegensatz zu ajé, Zauber, Zauberer. Obwohl er als der Orixá des Glücks und der Gesundheit gilt, ist er in der Yorubá-Nation bekannter als der “Herr des Handels”, denn er steht mit dem Reichtum und dem Wohlstand in Verbindung. Einigen Itãs (=Itans) zufolge, ist er der Sohn von Olocum und Oloxá, der Herrin der Seen und Lagunen, und sein Symbol ist eine Ajê, die Muschel eines Meeresschalentiers, die seinen Vater darstellt. Ajê hat ähnliche Attribute wie Okotô und personifiziert die Evolution, den Fortschritt und die Wandlung, Prädikate, die Babá Ajê in seinem Verbund mit denjenigen mitbringt, die zugunsten des Wachstums der Menschheit tätig sind. Ajê Xaluga wird von einigen mit dem Vodum Bessém verglichen, dem “Herrn des Reichtums für das Volk der Fon. Babá Ajê gehören die Kieselsteine (kleine Steine in den Flüssen), die Edel- und Halbedelsteine und die Caurimuschel, die früher auf den afrikanischen Märkten als Tauschgeld verwendet wurden. Innerhalb seiner Gruppe ist er der vielleicht ausgeglichenste und methodischste Orixá.

Der mächtigste Krieger der Gruppe der Oxaguiã ist Ajagunã, der gemeinsam mit Ogum Ajá und dem Vodum Lagum ein Dreigespann bildet, das als die gefährlichen Ajás oder die „Drei Krieger Funfun“ bekannt ist. Eine weitere Verbindung der Orixás mit den Vodums! Ajuganã ist männlich und selbstbewusst und der Anführer der Gruppe der Oxaguiãs, der auch „Weißer Krieger der Evolution“ genannt wird. Er ist ein guter Redner und Friedensstifter! Er versucht mit allen Mitteln, Konflikte zu vermeiden, aber wenn er es nicht schafft, zieht er nur in den Krieg, um zu gewinnen. Halbe Sachen gibt es für ihn nicht! Er brachte dem Menschen bei, tagein tagaus zu kämpfen, aber wenn es sehr schwer oder unmöglich erscheint, eine Schlacht zu gewinnen, dann wird er ihm helfen, den Sieg zu erringen. Die Strafen, die er seinen Gegnern auferlegt, verhängt er auch gegen sich selbst, aus diesem Grund dürfen seine Anhänger und seine Schützlinge die Angriffe, die auf sie ausgeübt werden, nicht vergelten, denn dieser Irunmolé lässt nicht zu, dass seine Söhne ihresgleichen Schaden zufügen.

Oxaguiã steht für den Tagesaufgang. Er symbolisiert den ersten Sonnenstrahl, der die kalte Erde im Morgengrauen erwärmt! Er ist das Licht, das über die Dunkelheit der Nacht siegt, der den Tag „zum Erwachen bringt“ und dem Menschen dabei hilft, einen neuen Lebenszyklus zu schaffen.

Oxalufã

Der Orixá Oxalufã, der auch Olúfón („Herr von Ifon“) oder Obálúfón („König und Herr von Ifon“) genannt wird, ist ein Irunmolé, der aus der Stadt Ifon stammt, die nördlich von Ilobu zwischen den Städten Ejigbo und Oxogobo, in Nigeria, liegt, wo er noch heute verehrt wird.

Mit langsamen Bewegungen und einem unschätzbar hohen Alter, führt er die Gruppe der Orixás der Farbe Weiß an. Gemäß der Sagen der Yorubá war er der erste Orixá, der durch das wichtigste Paar des Ursprungs der Zeit, Obatalá und Oduda, gezeugt wurde. Er ist der höchste Vertreter der Funfun Gottheiten im Aiê. Oxalufon ist der Orixá, der in die Köpfe seiner Anhänger „hinunter fließt“, anders als Obatalá, der eine unantastbare Kraft ist und eine Macht hat, die so groß ist, dass sie für den Orí des Menschen gefährlich sein könnte.

Da er ein Herr der physischen Welt ist, hat Oxalufon die Möglichkeit, direkt mit den Menschen zu interagieren und sie zu leiten, schließlich ist er ihr Schöpfer, so wie er auch für alles andere verantwortlich ist, das im Universum existiert, von den Tieren bis hin zu den Mineralien. Im Gegensatz dazu wahrt sein Vater Obatalá/Orixalá die Distanz und steht für den ätherischen und göttlichen Teil der gesamten Schöpfung des Olorum. Aufgrund seiner Beziehung zur Schöpfung verbindet sich Oxalufon mit dem Wasser, dem ursprünglichsten Element. Dem Menschen jedoch zeigt er sich als Vertreter des Elementes Luft. Da er mit der Distanzierung, der Einsamkeit und der Abgeschiedenheit in Verbindung gebracht wird, lebt er auf großen Höhen, so wie auch Obatalá, von dem er verschiedene Eigenschaften geerbt hat.

Er herrscht über die ältesten Prinzipien des menschlichen Daseins, wie die Landwirtschaft, und diejenigen, die bis an den Ursprung des Daseins zurückreichen, wie die Vorfahren und das Leben und der Tod, mit denen er eng verbunden ist. Als Schutzpatron der moralischen Rechtschaffenheit, der Traditionen und der Religion, erlaubt er die Verewigung und die religiöse Entwicklung durch die Lehre der Liturgien, der Dogmen und des hierarchischen Denkens, hilft er bei den notwendigen Veränderungen, indem er das Aussterben des religiösen Glaubens oder einiger seiner Bereiche verhindert und verschiedene Rituale, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen, unsterblich macht. Verändert und neu strukturiert, ja, vergessen oder aufgehoben, niemals!

Er leitet das Verhalten der Menschen in der Religion und in ihrem physischen und materiellen Leben, indem er sie beobachtet und sein Urteil fällt. Er bestimmt, was jeder Mensch verdient hat. Aber er gewährt Raum für das Recht auf freie Wahl, die freie Entscheidung, die immer vom Orí oder durch den Orixá eines jeden einzelnen überwacht wird. Voller Gnade lässt er zu, dass die Orixás sich mitteilen können (ké) und ihre Beschlüsse fassen können.

Künstler, Bildhauer, Handwerker, Schneider, Maler, Zimmermänner… Die Kreativität des Menschen und die Schönheit, die durch seine Hände erschaffen wird, werden ebenfalls von Oxalufon unterstützt und beschützt. Seine wichtigsten Symbole, Opaxorô und Alá, erfordern ebenfalls Kreativität, Vollendung und Sorgfalt. Der Opaxorô ist sein königliches Zepter, das ihn beim Gehen stützt. Alá ist das weiße Tuch, das für die Göttlichkeit steht, das seinen Körper verhüllt und schützt und somit die Macht von Oxalufon und seine Königswürde auf dem materiellen Plan versteckt. Dieses heilige Tuch stellt das Firmament (Orum) dar, das die Erde (Ayê) bedeckt.

Sich in Weiß zu kleiden, verleiht ihm ein Gefühl von Frieden, Erneuerung und Licht. Von anderen Gottheiten verwendet, ist es auch ein Zeichen für Ausgeglichenheit und innere Ruhe. Der Alá versteckt unruhige und kämpferische Naturen, die sich der weißen Farbe bedienen, um Harmonie und Friedfertigkeit zu erfahren und zu vermitteln. Es gibt verschiedene Elemente in dieser Farbe, die diese Bedeutung verstärken, wie das Salz, der Zuckerrohrschnaps und der Weißwein, die von kriegerischeren und heißblütigen Gottheiten konsumiert werden. Weiß und kalt kennzeichnen auch seine Hauptspeise, der Maisbrei (Canjica, Ebô), so wie auch das Blut seines bevorzugten Tieres, der Schnecke, dieses langsame Weichtier, das sich auf der Erde fortbewegt und deren Blut, eine Art farbloses Plasma, „Wasser der Windstille“ (omí eró) genannt wird und die Fähigkeit hat, Energie zu spenden und diesen Orixá zu beruhigen und zu besänftigen.

Der Icodidé, die rote Feder eines afrikanischen Papageis, wichtiges Instrument bei der Initiierung und Symbol für die Geburt von Iaô, ist der einzige farbige Schmuck, den Oxafulon benutzt. Die Feder stellt Oxum dar und er verwendet sie als Zeichen der Ehrwürdigkeit und des Respekts gegenüber den Frauen und ihrer Macht, eine Schwangerschaft auszutragen. Dieser Orixá pflegt ein sehr enges Band mit der weiblichen Schöpfungskraft, da er selbst ein Schöpfer ist. Nachdem er dem Menschen das Leben geschenkt hatte, schenkte er auch den Bäumen das Leben, damit beide sich ergänzen. Für jedes menschliche Wesen, das erschaffen wurde, wurde auch ein Baum erschaffen, der saubere Luft, Schutz, ein Dach, Nahrung, Wärme und Möbel spenden würde. Der Mensch muss ihn nur pflegen, damit er als lebendiges Symbol der Natur ewig lebt, auch wenn der Mensch stirbt! Die Bäume sind Vertreter des Königreichs der Pflanzen, sie haben einen großen Stellenwert für die Menschheit, aber sie wurden nicht nur den Menschen gewidmet! Die ältesten, heiligen Bäume bieten den Iwins, den Nachfahren und vergötterten Wesen des Herren der Farbe Weiß, Schutz und Behausung und jeder Ast, jedes Blatt symbolisieren die Vorfahren. Durch seine Verbundenheit mit dem Wald gehört Oxafulon auch zu den Oxôs, den gefährlichen Zauberern und Kriegern.

Dieser Orixá wurde von Olorum damit beauftragt, von jedem erschaffenen Wesen, das im Orum wohnt, auf spiritueller Grundlage einen ihm ebenbildlichen Partner (enikejí) zu schaffen. Dieser Partner ist das Behältnis der göttlichen Kräfte, die wir durch die Liturgien im Aíê in unserem Körper sammeln. Wenn er die Borí, eine dieser Liturgien, leitet, nimmt Oxalufon in seiner Eigenschaft als Babá Ori, „Vater der Häupter“, teil, und nimmt gemeinsam mit Iemanjá, Iyá Ori, „Mutter der Häupter“ daran teil. Zusammen sind sie als die Herren des physischen Kopfes bekannt. Das bedeutet, dass sie Obatalá und Odudua darstellen, die für den spirituellen und göttlichen Kopf stehen.

Im Folgenden seien einige Mitglieder der Gruppe der Oxalufon genannt:

Babá Okê – der Orixá des Anfangs der Schöpfung, er herrscht in den Bergen, auf den höchsten Gipfeln der Natur, wo die Ruhe und der Frieden vollkommen sind.

Babá Rowu – Schutzpatron und Herr der Baumwollstaude und ihres Produktes, gewährleistet den Gottheiten und den Menschen den Schutz durch die Kleidung. Er ist einer der Orixás der Anfänge der Schöpfung und eng mit Obatalá verbunden. Die Baumwolle symbolisiert die Wolken, eine vergängliche und göttliche Schöpfung. Im Candomblé wird sie von der Einführung bis zum Axexê (dem Ritual der Beerdigung) eingesetzt. Das bedeutet, dass sie ein Element ist, das am Göttlichen teilhat, vom Leben bis zum Tod.

Olúorogbo – die machtvolle Gottheit der Weisheit. Er hilft den Menschen dabei, den Symbolismus und die Darstellungen zu verstehen. Er ermöglicht es ihnen, sowohl mit den Gottheiten als auch mit ihresgleichen zu kommunizieren.

Oxalufon ist ein sehr empfindlicher Orixá, dessen Regeln sorgfältig beachtet werden müssen, denn der kleinste Verstoß kann ihm missfallen und großen Trubel verursachen. Seine Feste unterscheiden sich deutlich von den Festen der anderen Orixás in den Candomblé-Häusern. Bei ihnen gibt es keinen Alkohol, stark gewürzte Speisen oder Leckerbissen, keinen Spaß und keine Menschenmassen.

Dieser große Vater, Wegweiser aller Menschen, vermittelt ihnen seine wichtigsten Eigenschaften: brüderliche Liebe und Geduld, und er steht auch für Höflichkeit, Güte, Toleranz und Ruhe. Er ist das Pendel des Gleichgewichts, ohne jemals zu vergessen, dass ein Vater nicht nur Liebe gibt. Er muss sich auch Respekt verschaffen, seine Söhne verstehen und verstanden werden. Als seine Söhne ist es Aufgabe der Menschen, das zu befolgen, was er lehrt, und seine Lehre auch an die kommenden Generationen zu vermitteln. Diese müssen auf den richtigen Weg gebracht werden, damit auch sie in Zukunft weitere Generationen leiten können und die Lehre der Orixás und der Religion bewahrt wird.

Als Schöpfer und Vater will Oxalufon nur das Beste für die Menschen. Deshalb nutzt er seine Macht, um der Welt zu zeigen, was in seinen Augen unverzichtbar für ein gutes Leben ist: Frieden, Liebe und Zusammenhalt!

 

EIGENSCHAFTEN DER KINDER

Die Menschen von Oxalá sind ruhig, verantwortungsbewusst, reserviert und sehr vertrauenswürdig. Sie lehnen Gewalt in jeglicher Form ab. Sie setzen ihre Ideen bis ans Ende durch, auch wenn alle anderen gegen ihre Meinung und ihre Vorhaben sind. Sie haben Freude daran, die Menschen zu beherrschen und anzuführen. Sie sind sehr fleißig und eigensinnig. Anmutig und sorgfältig halten sie immer alles sauber und ordentlich. Sie zollen allen Respekt, wollen aber selbst auch respektiert werden. Sie vergeben schnell, denn sie wissen, dass negative Gefühle nur aufhalten. Sie verstehen es, die Menschen mit ihrer eleganten und offenen Art zu erobern. Sie sind gelassen und fügsam, gehen mit erhobenem Haupt, denn das macht ihre angeborene Eleganz aus. Sie haben einen teuren Geschmack und schätzen guten Wein. Sie sind äußerst starrsinnig und stolz. Indes arbeiten sie gerne und helfen den Bedürftigen, und oft verteidigen sie diejenigen, denen Unrecht geschieht, die schwach oder unterdrückt sind. Sie denken viel nach und beurteilen methodisch jede einzelne Situation. Wenn sie verzagen, dann gibt es kein Zurück. Sie sind hervorragende Familienväter und geborene Anführer.

Die Kinder von Oxalá sind ruhige und gelassene Menschen, selbst in den schwierigsten Momenten ernten sie den Respekt der Menschen, die sie umgeben, ohne dass sie augenscheinlich etwas dafür tun. Sie sind liebenswürdig und nachdenklich, aber nie unterwürfig. Manchmal sind sie autoritär. Das passiert bei denen, die kriegerische oder autoritäre Orixás, zum Beispiel als Adjuntó, haben, die Verbindung zwischen einem Kopf- und einem Körper-Orixá. Sie sind voller Hingebung, manchmal launisch, halten alles voller Zärtlichkeit schön und sauber. Sie achten alle, wollen aber auch geachtet werden.

Sie können gut argumentieren und lieben Arbeiten, die Organisation erfordern. Sie stellen sich gerne in den Mittelpunkt. Sie sind zurückhaltend, aber selten stolz. Ihr häufigster Fehler ist die Sturheit, vor allem, wenn sie sich ihrer Überzeugung sicher sind; dann wird es schwer, sie zu überzeugen, dass sie sich irren und dass es andere Wege zur Lösung eines Problems gibt.

Beim alten Oxalá (Oxalufan) wird das zu Impertinenz und Intoleranz, während der junge Oxalá (Oxaguian) zu Streitgespräch und Argumentation neigt. Für Oxalá sind Idee und Wort immer wichtiger als Handlung und so trifft man ihn nicht selten in Berufen an, bei denen das (geschriebene oder gesprochene) Wort im Mittelpunkt steht.

Körperlich treten die Kinder Oxalás gerne majestätisch oder wenigstens würdevoll auf, vor allem in ihrem Gang, weniger in der physischen Konstitution; sie sind nicht groß und schlank wie das Kind des Ogum, aber auch nicht so kompakt und stark wie die Kinder des Xangô. Aber manchmal ersetzt diese Gangart auch die Neigung zum gebeugten Gang, so als laste die Bürde eines langen Lebens auf den Schultern selbst eines Jünglings. Das Kind des Oxalá kann nur ein besseres Leben leben, indem es in sich die Freude an den es umgebenden Dingen erweckt und sich von seiner naturgegebenen Sturheit loslöst.

Die Kinder des Oxaguian sind schlank und treten männlich und elegant auf. Sie sind mutig, sinnlich und haben meist viele Beziehungen, bis sie sich auf einen Partner oder eine Partnerin festlegen. Sie sind nicht wirklich offen und verbergen bestimmte Eigenschaften und Eigenarten. Ihre wirkliche Persönlichkeit ist auch vor den ihnen am nächsten Stehenden verborgen.

Als organisierte und kämpferische Macher sind sie ideale Strategen und gute Partner im Privaten, in der Liebe, in der Freundschaft. Zum Teil neigen Sie dazu, anderen ihren Willen aufzunötigen, manchmal auch ohne es zu merken. Fast scheint es, als lenkten sie die Welt! Sie gelangen an Führungspositionen, ohne sich von der Macht blenden zu lassen – lieber befehligen sie andere. Wenn ihnen das Glück lächelt, sind sie großzügig und verschwenderisch und kümmern sich nicht groß um die Zukunft. Sie sind unabhängig und rastlos und brauchen Aufmerksamkeit, aber wenn das ihre Freiheit einschränken könnte, versuchen sie, ohne die Aufmerksamkeit anderer zu leben. Läuft ihr Leben nicht gut, so werden sie böse, übellaunig und antriebslos. Aber plötzlich ändert sich ihr Schicksal und es tritt jemand in ihr Leben, der ihnen neuen Antrieb und Schwung verleiht, als käme die Sonne hinter den Wolken hervor und erleuchtete ihr Leben.

Als fröhliche, extrovertierte und glückliche Menschen mögen sie lebhafte Orte, Feste und Musik und bevorzugen den Tag und den hellen, sonnigen Morgen. Sie sind gute Gastgeber und beeindrucken die Menschen mit ihrer Sicht auf das Leben, Ihrer Freiheitlichkeit und Lockerheit. Sie sind gebildet und gutmütig und wissen, wie man Freundschaften schließt und pflegt. Sie leiden für ihre Freunde und legen sich für sie krumm, wenn sie auf Gegenseitigkeit hoffen dürfen. Aber sie sind auch gefährliche und trügerische Feinde, die schwer im Zaum zu halten sind und in der Lage sind, undenkbare Dinge zu tun. Auch wenn der Zorn verfliegt, nichts wird je vergessen. Doch sie führen ihren Rachewunsch nicht aus, denn sie wissen, dass sie sich für das, was sie getan haben, vor ihrem eigenen Orixá verantworten müssen. Eins gilt für die Kinder des Oxaguian sicher: obwohl sie Krieger sind, stiften sie weder Verwirrung noch suchen sie Streit, und sind selten aggressiv.

Der Oxaguian-Typ ist ein junger, kampflustiger Krieger. Meist sieht er gut aus, ob groß oder klein, kräftig oder mager, denn sein Archetyp verrät ihn nicht, er ist weder aggressiv noch brutal, störrisch, individualistisch und altruistisch. Er ist dem Sex nicht abgeneigt und praktiziert die freie Liebe. Er ist fröhlich, genießt das Leben zutiefst, redet gerne, ist verspielt und gleichzeitig sehr ernst und vergibt keine Ungerechtigkeit. Gleichzeitig ist er idealistisch und verteidigt die Schwachen und Unterdrückten und diejenigen, denen Ungerechtigkeit widerfahren ist. Menschen dieses Archetyps lieben einen guten Streit für eine gute Sache und sind manchmal eine Art Don Quixote. Ihre originellen Gedanken sind meist ihrer Zeit voraus. Sie sind Ursprung und Herren des Morgens.

Die Kinder des Oxalufon sind Menschen mit würdevollem Gang, seriösem Aussehen, nüchtern im Verhalten, sehr ruhig und zurückhaltend, ja ein wenig introspektiv. Zart, feinfühlig und hochgebildet können sie gut mit Menschen aller sozialen Schichten und Hierarchien umgehen, ohne sie zu beleidigen oder zu erhöhen. Sie haben eine stoische Ruhe und nur wenige können sie aus der Fassung bringen. Aber sie sind störrisch und können sehr feste Meinungen haben; sie rücken selten von ihren Vorhaben ab, auch wenn sie die möglichen Fehler sehen und später die negativen Ergebnisse ihres Vorgehens erkennen.

Sie nehmen die Prüfungen des Lebens hin, überwinden sie und ziehen daraus sogar noch Lehren, durch die sie neue Horizonte entdecken und mit denen sie versuchen, den Lauf ihres Schicksals zu verändern. Genau wie der Vater, der König ist, aber nicht viel braucht um glücklich zu sein, führen auch seine Kinder ein beschauliches Leben ohne großen Luxus aber voller Gefühle und Ziele.

Sie sind langsam, harmonisch und friedfertig und mögen keinen Lärm, kein Durcheinander, keine belebten Orte. Ihnen sind Sicherheit und Ruhe lieber, ein ruhiges, helles und sehr sauberes Ambiente. Sie haben eine sehr schwache Konstitution, jeglicher Exzess schadet ihnen, doch ihre emotionale Seite und ihre Selbstkontrolle sind ihre Stärke, denn sie haben ihre Gefühle gut im Griff. Sie vergeben denen, die sie verletzen oder beleidigen, nicht leicht, aber sie sind ihnen gegenüber auch nicht gewalttätig oder aggressiv, sondern ignorieren sie lieber. Einerseits sind sie großzügig und väterlich, andererseits stehen sie einigen Taten ihrer Mitmenschen aber auch sehr unflexibel gegenüber und reagieren mit großer Strenge und einem gewissen Stirnrunzeln, denn sie haben in manchen Fällen eine altertümliche und überholte Meinung.

Körperlich ist der Oxalufan-Typ schwächlich, zart, verfroren und neigt zur Erkältung. Er macht diese körperliche Schwäche mit großer moralischer Kraft wett und sein Ziel ist es, das Edelste im Menschen zu realisieren. Er ist treu in der Liebe und in der Freundschaft. Oxalufan ist der Sonnenuntergang.

Er ist ein Beobachter und hat ein gutes Gedächtnis für Gesehenes und Gehörtes, ihm entgeht nichts. Er muss immer lernen, doch größer als das ist sein Wunsch, zu lehren, was er weiß.

Wegen seiner naturgegebenen Führungskraft fühlen sich die Menschen in seiner Nähe gelegentlich bedroht. Er hat einen brillanten Geist und seine intellektuelle Seite ist hochentwickelt, wobei sie sich wegen seines Wissensdurstes und seines Strebens nach Verbesserung der eigenen Person immer weiter entwickelt. Er ist redegewandt und versteht die Dinge in seiner Umgebung sehr gut. Er ist impulsiv und liebt Herausforderungen, die er für gewöhnlich meistert, denn er kämpft mit Zähnen und Klauen. Als großer Verteidiger der Unverstandenen und ungerecht Behandelten, versucht er immer, durch Argumentation für die Wahrheit einzutreten. Manchmal ist er aggressiv und grob im Umgang mit Menschen, denn er versteht sich nicht gut auf Feinsinnigkeit und Trickserei, aber beschwichtigt gerne und ist extrem zartfühlend.

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