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OGUM

ALLGEMEINE BESCHREIBUNG

Ogum ist in der Yorubá-Mythologie der Schmied-Orixá, der Herr des Eisens, des Krieges, der Landwirtschaft und der Technologie. Ogum schmiedete sich seine Werkzeuge selbst, sowohl die Waffen für Jagd und Krieg als auch die Werkzeuge für die Landwirtschaft. In Afrika ist sein Kult den Männern vorbehalten. Es gibt Tempel in Ondo, Ekiti und Oyo. Er war der älteste Sohn Oduduas, des Gründers von Ifé, im Orakel von Ifá durch die Odus Etaogunda, Odi und Obeogunda bekannt, im Candomblé körperlich und immateriell dargestellt durch den als Igba Ogun bezeichneten heiligen Schrein.

Ogum gilt als wichtigster Orixá, der nach der Schöpfung vom Orun – dem Himmel – auf das Aiye – die Erde – herabsteigt, einer der Halbgötter auf dem Weg zu einem künftigen Leben als Mensch. Im Andenken an dieses Ereignis ist einer seiner Namen Oriki oder Osin Imole, das heißt „der erste Orixá der auf die Erde kam“. Ogum war wahrscheinlich die erste Gottheit, die die Yorubá in Westafrika verehrten. Man glaubt, er habe wo ile sun, das bedeutet „in die Erde eintauchen ohne zu sterben“, und das an einem Ort mit dem Namen Ire-Ekiti. Er wird auch Ògún, Ogum, Gu, Ogun und Oggún genannt. Zuerst taucht er in der Mythologie als Jäger mit dem Namen Tobe Ode auf.

Ogum ist der Herr der Städte Ondô und Irê und der Orixá der mit dem Prinzip der Schöpfung verbunden ist. Er eroberte die Steinzeit und die Eisenzeit, als er die Elemente verwendete, die in diesen Epochen die Erhöhung und den Fortschritt der Zivilisation vorantrieben. Dementsprechend heißt er auch asiwaiú, „Der vorangeht“, „Der Wege bahnt“. Dieser Name gehört zum Werdenden, zur Zukunft, zur Entwicklung, denn er gilt als Orixá der Evolution.

Bei den Fon gibt es einen Vodun namens Gún oder Gú, der Eigenschaften besitzt, die Ogum stark ähneln. Bei den Bantu ähnelt ihm am meisten der Nkisi Roximucumbi. In seinen Itans erscheint Ogum mal als Sohn von Yemanjá und Oxalá, mal als Sohn von Odudua und Oxalá. Das erklärt seine enge Beziehung zum Menschen, die er von beiden als „mythisch“ betrachteten Müttern aller Wesen bekommen hat.

Ogum ist der älteste Sohn von Odudua, dem zivilisationsstiftenden Helden, der die Stadt Ifé gegründet hat. Als Odudua vorübergehend erblindete, wurde Ogum zu ihrem Regenten in Ifé. Diese Verbindung zeigt ihn als ersten Gesandten der geistigen Welt Orun auf die Erde Aye. In der Funktion als Abgesandter des Lebens entsteht Ogum aus der Dualität des Paares Oxalá-Odudua. In seiner geistigen Rolle im Orun erscheint er als Sohn des Oxalá und der Yemanjá.

Ogum ist sowohl in Afrika als auch in Brasilien ein äußerst bedeutender Orixá. Die Geschichte sieht seinen Ursprung in sehr früher Zeit. Ogum ist der letzte Imolé. Die Igba Imolé waren zweihundert Götter der Rechten, die durch Olodumaré vernichtet wurden, nachdem sie Böses getan hatten. Ogum, dem einzigen verbleibenden Igba Imolé, fiel die Aufgabe zu, die Irun Imole, die vierhundert Götter der Linken, zu führen.

Ogum war mit Oyá-Iansā verheiratet, die ihn verließ, um Xangô zu folgen. Er heiratete auch Oxum, die ihn ebenfalls zugunsten von Xangô verließ. Die Geschichte des Ogum und der Iansā zeigt, dass Oya (als Aspekt bzw. Synonym für Iansā) bereits seine Begleiterin war, bevor sie zu seiner Frau wurde. Sie war es, die den Blasebalg betätigte, um das Feuer in der Schmiede zu erhalten. Ogum hatte seiner Frau bei einer anderen Gelegenheit eine Eisenrute geschenkt, die über die Fähigkeit verfügte, Männer bei Berührung in sieben Teile zu teilen und Frauen in neun. Ogum selbst besaß schon so eine.

Xangô besuchte häufig Ogum, um ihm bei der Bearbeitung des Eisens zuzuschauen und warf Oya dabei häufig flirtende Blicke zu. Xangôs Eleganz beeindruckte Oya, so dass sie schließlich mit ihm durchbrannte. Ogum verfolgte sie und als er sie fand, erhob er seine magische Rute; Oya tat dasselbe. Beide berührten den anderen gleichzeitig. Ogum wurde in sieben Teile geteilt und hieß fortan Ogún Mejé; Oya, in neun Teile geteilt, wurde zu Iansã, was sich von lyánsàn ableitet, der Mutter, die „in neun geteilt wurde“.

Ogum ist der Archetyp des Kriegers. Die Beziehung des Ogum mit den Soldaten kommt einerseits vom Synkretismus mit dem Hl. Georg – der stets mit den Streitkräften assoziiert wurde – als auch von seiner Funktion als oberster Befehlshaber der Yorubá und Erschaffer des Metalles und des Schwertes. Nach der Legende erscheint Ogum mitten in einer Schlacht jedem, der bestimmte Worte spricht (die nur den Eingeweihten bekannt sind), um ihm aus seiner Not zu helfen. Diese Worte dürfen jedoch nie unter anderen Umständen ausgesprochen werden, denn wenn einmal der Blutdurst dieses Orixá geweckt worden ist, ist ein gewalttätiger und unbändiger Prozess in Gang gesetzt; findet er nach der Anrufung keine Feinde vor, so wendet sich Ogum gegen den Anrufenden selbst.

Er ist der Orixá des Streits, der Gott des Krieges. Übersetzt bedeutet sein Name Kampf, Schlacht, Streit. Er ist der Sohn von Yemanjá und somit der älteste Bruder von Exu und Oxossi. Dem Letzteren gegenüber hegt er starke Gefühle, wahre Bruderliebe; tatsächlich war es Ogum, der Oxossi Jagdwaffen gab. Das Blut in unseren Adern beherrscht Ogum. Er gilt als erbarmungsloser und grausamer Orixá, als furchterregender Krieger, der ohne Unterlass mit den benachbarten Reichen Krieg führte. Diesem Bild entspricht er, kann aber auch sanft und freundlich sein. Er ist das pralle Leben.

Aber Ogum ist mehr als nur Gewalt und Energie und Eroberung. Der Legende nach war Ogum niemand, der sich mit der Verwaltung des Reiches seines Vaters Odudua beschäftigte. Er hielt sich nicht gerne ruhig im Palast auf, war immer unterwegs und hielt nie inne, bändelte mit allen Frauen der Gegend an und legte sich mit all ihren Geliebten an. Er interessierte sich nicht für die Ausübung der ihm von seinem Vater übertragenen Macht sondern allein für den Kampf.

Somit schätzt Ogum die Eroberung, ruht sich aber nicht gern auf deren Ergebnissen aus. Gleichzeitig ist er unparteiisch und in der Lage, die von Xangô vorgegebene Gerechtigkeit konsequent durchzusetzen. Er ist sehr viel mehr Leidenschaft als Vernunft: den Freunden gönnt er alles, einschließlich der schmerzlichen Vergebung; den Feinden, die unversöhnlichste Wut, die schlimmste Zerstörungswut.

Als Gott der Schmiede und des Eisens wirkt Ogum über das Kriegerische hinaus. Er wird zum Schutzpatron aller, die mit Werkzeugen umgehen: Schmiede, Barbiere, Soldaten, Arbeiter, Bauern und heutzutage auch Mechaniker, LKW-Fahrer und Lokomotivführer. Und so wird er auch zum Orixá, der sich um die praktischen Kenntnisse kümmert und zum Schutzpatron der Technologie und des Fortschrittes. Von der Kriegskunst zum Praktischen: diese Verbindung hat auch für uns noch Gültigkeit, denn auch in der westlichen Gesellschaft kommt die Mehrzahl der technischen Innovationen just aus der militärischen Forschung, die später in der Produktion von zivilen Konsumgütern Anwendung findet, was insbesondere in der Automobiltechnik, der Computertechnik und in der Luftfahrt deutlich wird.

Ogum brachte dem Menschen das Schmieden von Eisen und Stahl bei. Er hat einen Köcher mit sieben Eisenwerkzeugen: Hebel, Axt, Schaufel, Hacke, Spitzhacke, Schwert und Messer, mit denen er dem Menschen hilft, die Natur zu bezwingen. Mit Erschaffen der Werkzeuge zur Bearbeitung des Landes schuf Ogum den sesshaften Menschen, indem er ihn lehrte, seine Familie und die gesamte Gemeinschaft mit dem Erzeugnis seiner eigenen Hände zu ernähren. Mit den Geräten, die das Schneiden und Formen des Holzes ermöglichten, gab er dem Menschen den Beruf des Schreiners, Handwerkers, Baumeisters, Zimmermanns, Bildhauers. Als er Pfeil und Bogen formte, lehrte er den Menschen, sich durch Jagd und Fischerei zu nähren. So eröffnete Ogum ein breites Spektrum an Berufen und der Mensch entwickelte sich und gedieh. Aufgrund all dieser Fortschritte wenden sich die Menschen an ihn, um ihre materiellen Güter zu erwerben.

Obwohl Ogum auch das Symbol für die Schmiedekunst ist, erlaubt er keine Reibung von Metall auf Metall, denn sie erinnert ihn an den Krieg und das Aufeinandertreffen der Schwerter. In Rücksichtnahme hierauf dürfen in den Candomblé-Häusern keine Messer gewetzt oder Metalle geschliffen werden. Das ist das wichtigste Verbot für seine Kinder, die, wenn sie dagegen verstoßen, seinen Zorn und seine Grausamkeit auf sich ziehen. Seine Eingeweihten müssen auch vermeiden, Eisenbahnkreuzungen zu überqueren, denn auch hier kommt Eisen auf Eisen. Das Zentrum von Kreuzungen ist zu meiden, denn dies ist der Lieblingsort Ogums, an dem sich seine Macht konzentriert. Von hier aus verteilt sich seine Macht über die Wege. Er beschützt die Menschen an gefährlichen Orten, denn er beherrscht mithilfe von Exú die Straße. Wo Exú die Kreuzungen gehören und er die Verantwortung für den Verkehr übernimmt, für die Entscheidung, wer passieren darf und wer nicht, gehören Ogum die Wege selbst, die Verbindungen zwischen den verschiedenen Orten. Ogum öffnet und schließt Wege. Ogum ist nicht nur der Orixá, der Lichtungen in den Wald schlägt und feindliche Armeen vernichtet; er ist auch derjenige, der Strecken freilegt für den Bau einer Eisenbahnlinie, eine Fabrik in einem industriefreien Gebiet erbaut, die Entwicklung eines neuen Verkehrsmittels voranbringt und nicht nur gegen den Menschen sondern auch gegen das Unbekannte kämpft.

Somit ist er das Symbol für die Arbeit, die kreative Bezwingung der Natur durch den Menschen, der Produktion und der Expansion des Menschen, der Suche nach neuen Grenzen, der Überwindung jeglicher Kraft, die sich der Expansion des Menschen in den Weg stellt.

Vor diesem Hintergrund ist Ogums Popularität nachvollziehbar. Zum einen hatten unterdrückte schwarze Sklaven, ihrerer Heimat, ihrer traditionellen gesellschaftlichen Rolle entrissen, niemanden mehr, den sie anrufen konnten, außer den beiden Göttern, die sie verteidigten: Exu – die Magie und Ogum – der Krieg. Zum anderen ist Ogum im afrikanischen Pantheon nicht nur derjenige, der bei jedem Kampf Beistand leisten kann, sondern auch der Repräsentant des Eroberers und des Arbeiters, der Rohstoffe in Fertigprodukte umwandelt: er ist die Verherrlichung des Handwerks, der Kenntnis jeglicher Technik mit dem Ziel der Produktion, des Arbeiters allgemein bei seinem Kampf gegen die zu bearbeitenden leblosen Stoffe.

Ogum ist Exu eng verbunden, dessen Bruder und großer Weggefährte er ist. Beide sind die Behüter der Wege und der Häuser. Als Beschützer und Herr der Menschen und ihrer Wege trägt er auch den Beinamen „Herr der Füße“ (olu essé), des Teils des Körpers, der es dem Menschen ermöglicht, sich fortzubewegen. Durch seine Fertigkeit mit den Metallen hat Ogum eine große Entwicklung genommen, die ihn veränderte und den ehemaligen Bauern mit dem Krieger und Jäger verschmolz, der sich stets über die Straßen der Welt bewegt. Hinsichtlich seiner Wanderungen gibt es das Symbol des einsamen Jägers, der über die Berge und durch die Wälder streift und all ihre Geheimnisse und Mysterien kennt.

Ogum ist die Zahl 7 zugeordnet. Die Phrase Ogúm llejeje lóàde lré bezieht sich auf die sieben Dörfer, die die Stadt Iré umgaben und deren absoluter Herrscher Ogum war. Außerdem gibt es sieben Manifestationen Ogums:

Ajô – Behüter der Candomblé-Tempel.

Arê – Verbunden mit Oxum und Yemanjá und mit dem Wasser. Er ist der „Herr der goldenen Farbe“

Ogum Ajá oder Ogunjá – Er gehört zur Gruppe der Ajás, der „drei großen weißen Krieger“ (Ajagunã, Jagum und Ogunjá). Einige Ítãs (Schmucksteine) besagen, dass sein Name von Ogun jê aiá („Ogum, der Hunde isst“) abgeleitet ist. Damit wird dieser Orixá mit dieser Opfergabe in Verbindung gebracht, die man in Yorubáland verwendet. In Brasilien werden für diesen Ogum Rituale mit diesem Tier vollzogen, bei denen es nicht geopfert werden muss.

Mejê – Verbindung zu Yemanjá und Oxossi.

Alabedé oder Abedé Orum (Àgbede Ôrun) – Anerkannt als der älteste Schmied und Schöpfer der Waffen der großen Jäger. Er wird als „Krieger Oruns“ bezeichnet und ist Gefährte Obatalás.

Oromina – Verbindung zu Exu und Xangô.

Warín – lebt zusammen mit Oxum im Wasser.

Eine wesentliche Eigenschaft Ogums ist die Gerechtigkeit. Dabei ist die Gerechtigkeit Ogums jedoch eine andere als die tendenziösere Gerechtigkeit Xangôs. Ogum ist unparteiisch. Er duldet keine Lüge. Er folgt blind dem Gesetz und duldet keine Zweideutigkeiten. Auf Ogum zu schwören, während man mit der Zunge die Spitze eines Messers oder eines sonstigen Metallwerkzeuges berührt, ist eine feierliche Verpflichtung. Xangô fällt Urteile, Ogum zieht im Namen des Rechtes in den Krieg und setzt das Gesetz kompromisslos durch.

Kriege und Schlachten bereiten Ogum Freude. Sein unbeugsamer und furchterregender Charakter passt gut zu militärischen Auseinandersetzungen. Ogum ist ein geborener Anführer. In den schwierigsten Situationen geht Ogum voran. Ogum macht weiter, wo andere aufgeben, es gibt keine Schwierigkeit, der sich Ogum nicht mit Tapferkeit und Heldenmut stellt.

Ogum ist der Herr der Erde, aber wegen seiner sehr kämpferischen und zerstörerischen Natur hat er auch Anteil am Element Feuer, das er für das Schmieden der Metalle nutzt. Ihm gehört das Messer (Olóòbe), mit dem den Göttern Opfer dargebracht werden. Gleichzeitig besteht er auf seiner Vorreiterrolle in der Welt. Aus diesem Grunde hat er sich auch mit Nanã Buruku und Obaluaiê zerstritten, zwei Orixás, die so alt sind wie die Erde selbst. Im Gegenzug nehmen Nanã und ihr Sohn Obaluaiê mit einem Obè (Messer) aus Metall dargebrachte Opfer nicht gerne an. Obaluaiê (Omolu) zieht Holzmesser vor, bei Nanâ darf man gar keine Messer verwenden.

Folgender häufig im Candomblé geäußerter Satz gefällt Ogum sehr: “Bi omodé bá da ilè, Kí o má se da Ògún”. (Man kann jeden auf Erden verraten, nur nicht Ogum.)

 

EIGENSCHAFTEN DER KINDER

Ogum ist der Orixá des Krieges, der Durchsetzung. Er ist aber auch der Orixá der Landwirtschaft und der Geräte zur Bewirtschaftung. Er ist ein Orixá der Disziplin, der Ausdauer, des unbändigen Willens, wie auch der Verantwortung, Ehre, Pflichterfüllung.

Alle Ogum sind von Natur aus gesetzestreu und in dieser Hinsicht sehr unflexibel, streng und unbeugsam, denn sie erlauben kein anderes Verhalten. Wo immer ein Ogum ist, ist auch das Auge des Gesetzes.

Es fällt nicht schwer, ein Kind des Ogum zu erkennen. Es hat ein außerordentlich durchgängiges, mitreißendes und leidenschaftliches Verhalten, bei dem Ausbrüche, Sturheit und Starrsinn immer zutage treten, ebenso wie sein Gefallen an seinen Freunden und dem anderen Geschlecht. Die Kinder Ogums sind Eroberer, unfähig, sich an einem Ort niederzulassen. Sie lieben neue Themen und Stoffe, Reisen für ihr Leben gern und ändern ständig Anschrift und Wohnort. Eine Stelle, die Routinearbeit verlangt, bringt ein Kind Ogums aus dem Lot und verbittert es. Die Kinder Ogums schätzen technische Neuerungen, sind neugierig und strapazierfähig, können sich sehr gut auf das aktuelle Ziel konzentrieren. Ihr Mut ist sehr groß. Sie sammeln Affären und Kriege. Mit wenigen Ausnahmen sind sie weder beim Essen, noch bei der Kleidung, nicht einmal in der Wahl der Wohnung besonders anspruchsvoll. Sie sind kameradschaftliche Freunde, verlangen aber immer viel Einsatz.

Sie sind entschlossene Persönlichkeiten mit Kraft und Kampfgeist. Sie erweisen sich als geborene Führungspersönlichkeiten und haben den Mut, jegliche Aufgabe anzunehmen. Ogum-Menschen sind praktisch veranlagt, reden nie hinter jemandes Rücken und können Verrat, Verschleierung und Ungerechtigkeit gegenüber den Schwächeren nicht ausstehen.

Kein Kind des Ogum kommt ausgeglichen auf die Welt. Ihr schwieriges und rebellisches Temperament macht sie von Kindesbeinen an schon fast zu Außenseitern. Da sie aber niemanden brauchen, um ihre Schwierigkeiten zu meistern, befreien sie sich im Laufe der Zeit davon und befriedigen ihre Bedürfnisse. Sie sind berechnende Strategen, doch ihre Impulsivität und Kriegslust treibt sie manchmal vorschnell und unkontrolliert in Auseinandersetzungen.

Sie sind sehr ungeduldig. Sie lieben die Herausforderungen. Sie scheuen nicht den Kampf und je höher die Hürde, umso größer der Reiz. Wie der Soldat, der Städte erobert und sie anschließend wieder loslässt, um Neues zu erobern, so verfolgen auch die Kinder Ogums zäh ihr Ziel, doch wenn sie es erreicht haben, lassen sie es auf der Suche nach einem anderen Ziel wieder los. Sie sind bei ihren eigenen Eroberungen unersättlich. Sie lassen keine Ungerechtigkeit zu und schützen gewöhnlich die Schwächeren, wobei sie die Position derer, die sie schützen wollen, voll und ganz einnehmen. Sie sind gute Soldaten und können Befehle erteilen, aber auch Befehle entgegennehmen, solange sie selbst respektiert werden. Als Kinder Ogums, des Orixá des Eisens und des Feuers, lieben sie Waffen, Messer, Schwerter und Dinge, die aus Eisen oder Messing gefertigt sind. Sie sind offen, oft mit gewisser Aggressivität. Sie reden nicht um den heißen Brei herum. Sie lassen Schwäche und mangelnden Biss nicht zu. Sie haben ein tiefes Ehrempfinden und es ist ihnen unmöglich, Verletzungen ihrer Ehre zu vergeben. Ihnen gefällt die Macht, sie befehlen gerne, sie sind geborene Führungskräfte. Dieses Bedürfnis, immer vorne zu stehen, kann sie jedoch zu egoistischen und unempathischen Menschen werden lassen.

Sie sind dynamisch, impulsiv, kompromisslos und manchmal gewalttätig und grob. Sie sind sehr extrovertiert, scherzen und lachen gerne und lieben es, gut zu essen und zu trinken. Mit Exu teilen die Kinder Ogums die Vorliebe für nicht enden wollende Feste und Unterhaltungen und lieben den Streit. Wenn sie selbst keinen Streit suchen, mischen sie sich in den Streit ihrer Kameraden ein. Sie sind die Art von Mensch, die den Fußboden der Federkernmatratze vorziehen. Sie spüren gerne die Erde an den unbeschuhten Füßen. Sie sind kämpferische Menschen, die keine Mühen scheuen, um ihre Ziele zu erreichen, Menschen, die aller Logik zum Trotz zäh kämpfen und gewinnen. Sie leben gerne mit anderen Menschen zusammen, die ähnlich denken wie sie, ohne sich aber von den unvermeidlichen Differenzen einschüchtern zu lassen. Hitzköpfig wie sie sind, sind sie aber auch schnell beleidigt. Genauso schnell vergessen sie das aber auch wieder.

Sie suchen keinen Streit, laufen aber auch nicht vor ihm davon, denn sie haben vor nichts Angst und nur wenige wagen sich, sie herauszufordern. Sie sind unternehmenslustig und sehr aktiv und sie sind unermüdliche Arbeiter. Jeder Tag ist für sie, als müssten sie große Schlachten schlagen und gewinnen. Als gute Familienoberhäupter und Mütter arbeiten sie rastlos, um ihren Nachkommen im Rahmen des ihnen Möglichen alle Bedürfnisse zu erfüllen. Sie verfallen jedoch nicht dem Reichtum – wie gewonnen, so zerronnen.

Sie sind schlank und versuchen immer, sich in Form zu halten. Sie lieben den Sport und sind ständig in Bewegung, oft sind sie muskulös und athletisch, vor allem in der Jugend. Sie haben viel Energie, die durch irgendeine Tätigkeit aufgebraucht werden muss, solange sie den Körper nicht verschleißt.

Ihr Liebesleben ist meist sehr vielseitig und selten dauerhaft, eher oberflächlicher, impulsiv und triebgesteuert. Sie sind keine Menschen für tiefgründige Gespräche und Beziehungen, doch sie sind verantwortungsbewusst und Kämpfer für ihre Sache und Familie.

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