Warenkorb leer!
Zum Warenkorb Zur Kasse
Zwischensumme: 0,00 

OBÁ

ALLGEMEINE BESCHREIBUNG

Obá ist eine afrikanische Orixá vom Flusse Obá oder Niger, erste Frau Xangôs, beim Orakel über die Odu Odi, Obeogunda und Osá bekannt. Sie ist eine Kriegerin, die rot und weiß trägt und einen Schild und Ofá, den Pfeil und Bogen. Ihr Symbol ist außerdem das Schwert. Obá ist die Herrin der Elekoo-Gesellschaft, aber in Brasilien verehrt diese Gesellschaft Egungun. Damit ist Obasy die Herrin der Gesellschaft Iesse-Orixá. Obá steht für die reißenden Flüsse. Der Ort, an dem die Stromschnellenwellen brechen, gilt als Herrschaftsbereich Obás. Sie beherrscht auch den Lehm, die stehenden Wässer, den Schlamm, den Matsch und die Überflutungen. Hier arbeitet sie mit Nanã zusammen. Außerdem repräsentiert sie den körperlich-männlichen Aspekt der Frauen. Sie steht für die Verwandlung roher in gekochte Nahrungsmittel. Ihr gehört auch das Rad. Obwohl sie eine weibliche Orixá ist, ist sie doch energiegeladen, gefürchtet und stark und gilt als stärker als viele männliche Orixás; im Kampf obsiegt sie über Oxalá, Oyá, Oxumarê, Exú und Orunmilá.

Obá ist die Schwester Iansãs, war die Frau Ogums und später die dritte und älteste Frau Xangôs. Sie ist die Tochter von Oxalá und Yemanjá (Alternative Version: Obá entsprang dem zerrissenen Leib Yemanjás nach dem Inzest mit Orugan – genau wie unzählige andere Orixás). In ganz Afrika wird Obá als die große Schutzgöttin der weiblichen Macht verehrt, weswegen sie mit Iyá Agbá angerufen wird und enge Beziehungen zu den Iya Mi unterhält. Sie war eine starke Frau, die die anderen befehligte und die männliche Macht herausforderte. Sie ist verbunden mit Oxóssi über die Jagd und die Kunst des Bogenschießens, mit Xangô über das Feuer und den Kampf für das Leben und die Gerechtigkeit.

Alles im Zusammenhang mit Obá ist geheimnisvoll. Manche Menschen verehren sie, als wäre sie ein weiblicher Xangô. Obá und Euá sind sich ähnlich, sie sind Cousinen. Obá nutzt die Feuerfeste Xangôs, um die Glut in sein Reich zu bringen und gilt daher als seine treueste Ehefrau. Obá ist eine Orixá, die sowohl mit dem Feuer, wie auch mit dem Wasser in Verbindung gebracht wird, die kriegerisch und wenig feminin ist. Ihre Kleider sind rot und weiß und sie trägt einen Schild, ein Schwert und eine Kupferkrone. Sie trägt ein Kopftuch, um ihre Narbe am Ohr zu verbergen.

Die linke Seite des Menschen (Osì) war schon immer mit der Frau verbunden, und das ist auch die Seite, auf der sich das Herz befindet. Wenn Obá als Hüterin der Linken gegrüßt wird, dann bedeutet das, dass sie die Hüterin aller Frauen ist, jene, die die Gefühle des Herzens versteht, denn Obá denkt mit dem Herzen. Sie zeigt bzw. bedeckt beim Tanzen mit der linken Hand immer das linke Ohr. Dies tut sie aus Eitelkeit und Scham, aber auch als Zeichen, dass sie nur die Wahrheit kennt und spricht. Sie ist die gebärende Kraft, in Afrika die Königin der Elekoo-Gesellschaft, in der kein Mann aufgenommen wird, die großen Amazonen Obás.

Obá ist die Verkörperung jeder Frau und deshalb wurde sie zur Beschützerin aller Geheimbünde von Frauen in Afrika, wie der Gesellschaft E’léékà und dem berühmtesten von allen, Gelede. Obá ist die Frau, die sich ihrer Macht bewusst ist und für ihre Rechte einsteht und sie einfordert. Sie stellt sich jedem Mann – außer dem, der ihr Herz gestohlen hat. Sie unterstützt jede Sache, aber ergibt sich einer Leidenschaft. Obá ist die Frau, die sich ausradiert, wenn sie liebt. Obá wird als Orixá der Eifersucht bezeichnet. Eifersucht ist der Begleiter der Liebe ist; somit ist Obá eine Orixá der Liebe und der Leidenschaft, mit all den Enttäuschungen und all dem Leid, die sie mit sich bringt. Obá ist eifersüchtig weil sie liebt.

Obá ist eine Göttin fortgeschrittenen Alters, eine mächtige Kriegerin mit viel Temperament – und sie ist eine große Zauberin. Die Bedeutung in der Religion ist, die Kraft der Frau unter Beweis zu stellen und zu zeigen, dass sie gewinnen will, wenn sie in den Krieg zieht. Zusammen mit dem Mann kann sie ihre Familie und ihr Volk mit Lebensmitteln versorgen. Sie zeigt, dass die zwei Geschlechter im täglichen Kampf entweder Schlachten schlagen, die entweder sofort gewonnen werden oder sehr lange dauern. Sie zeigt auch, dass sie mit Standfestigkeit und Mut immer gewonnen werden. Normalerweise beschafft sich die Frau ein Hilfsmittel, mit dem sie gewinnt. Die Freude an der Schlacht treibt Obá an und garantiert ihr ihre Führungsrolle. Sie möchte in diesem Umfeld bewundert und angebetet werden. Sie ist als konservativ, zurückgezogen, wortkarg oder stur bekannt. Wenn sie bewundert wird, zieht sie es vor zu handeln, denn sie wird nicht für ihre Schönheit oder körperliche Anziehungskraft bewundert. Sie liebt die Einsamkeit und entlegene Orte, wo sie der Meditation und Kontemplation nachgeht.

Mit ihrem Mut und ihrer Furchtlosigkeit hat Obá Eigenschaften, die sie in die Nähe anderer Göttinnen wie Oyá und Euá rücken. Beide sind jünger, haben aber ein jähzorniges und unkontrollierbares Gemüt, sie sind kriegerisch, grausam, kämpferisch und im Streit zögern sie nicht und lassen sich nicht einschüchtern. Die mächtige Obá jedoch kann noch entschlossener, grimmiger und launischer sein, denn sie hat die Vision und Erfahrung des Alters auf ihrer Seite und natürlich die der kriegerischen Frau angeborene Lust auf den Kampf. Diese Reife darf man nicht als drollig ansehen oder als eine Schwäche, denn sie hat es ihr erst ermöglicht, zur Führerin der kämpferischen und kriegslüsternen Frauen zu werden.

Obwohl sie eine Gottheit ist, die keinen männlichen Begleiter akzeptiert, weil sie sich der Herrschaft keines Mannes unterwerfen will, hatte sie schon einige Partner. Sie wurde zur Frau Ogums und begleitete ihn in all seine Kriege, gab sich seiner Liebe völlig hin. Später, als Ehefrau Oxóssis, wurde sie zur Versorgerin ihrer Familie und ging auf der Jagd nach Nahrung mit Pfeil und Bogen bewaffnet in den Wald. Als sie jedoch zur Frau Xangôs wurde besiegelte die Gleichgültigkeit ihres Mannes ihr Schicksal. Xangô traf Obá an einem glühend heißen Tag, die Sonne brannte. Sie war auf Knien und bat die Orixás um Regen. Xangô war der Regen auf dem Wege Obás, die Erleichterung, die Linderung. Obá war älter als Xangô, aber sehr schön und attraktiv, deshalb verliebte sich Xangô, ein feuriger Mann, sofort in sie, nahm sie mit sich und machte sie zu seiner dritten Königin. Die Liebe Xangôs für Obá war wie ein Sommerregen – stark und intensiv für die Dauer eines sonnigen Nachmittages, aber schon vorbei, bevor die Nacht kam. Xangô, jung und voller Leben, wurde seiner dritten Frau schnell überdrüssig und bevorzugte die beiden anderen, vor allem die junge und sinnliche Oxum, seine große Liebe.

Obá fühlte sich verlassen und versuchte, die Flamme der Leidenschaft neu zu entzünden. So beschloss sie eines Tages, die Geheimnisse Oxums zu entdecken, die offensichtlich Xangôs Liebling war. Von Leidenschaft geblendet ließ sich die blauäugige Obá von Oxum in die Irre führen, die ihr versprach, sie eine Formel zu lehren, mit der sie die Liebe ihres Gatten erobern könne. Obá ging ins Haus Oxums und sah, dass sie eine Suppe kochte; ein schöner Turban zierte ihren Kopf und verbarg ihre Ohren. Im Topf schwammen zwei große Pilze und Oxum erzählte Obá, dass sie sich die eigenen Ohren abgeschnitten habe, um dieses Gericht zu bereiten, das bei Xangô wahre Wunder wirken könne. Obá glaubte ihr das. Als Obá an der Reihe war, für Xangô zu kochen, schnitt sie sich eines ihrer Ohren ab und kochte die Suppe. Als sie Xangô die Speise auftischte, erkannte sie ihren großen Irrtum, denn ihr Mann wies nicht nur die Suppe zurück sondern auch die entstellte Obá, die ihn nur mehr mit Ekel erfüllte. Wütend ging Obá auf die Suche nach Oxum, die ihren Kopf freimachte und ihr ihre Ohren zeigte und Obá sogar noch verspottete: „Obá, hast du das wirklich geglaubt? Oxum hat nur Ohren, um Ohrringe zu tragen und Liebesbeteuerungen zu hören, nicht um Xangô seinen Amalá zu kochen!“

Obá stürzte sich auf Oxum und die beiden begannen einen Kampf bis aufs Blut, bis Xangô erbost eingriff, mit der Stimme des Donners brüllte und die beiden erschrocken davonliefen. Beide waren so erschüttert, dass sie sich in Flüsse verwandelten – die Flüsse Obá und Oxum, die sich an einem bestimmten Punkt treffen und eine Stromschnelle bilden, ein Durcheinander riesiger Wellen, die zeigen, dass der Kampf dieser Göttinnen nie enden wird. Wenn jemand beim Überqueren des Flusses Obá unvorsichtigerweise den Namen Oxum ausspricht, schäumt das Wasser auf, der Fluss gerät in Aufruhr und der Unvorsichtige kommt möglicherweise nicht mehr am anderen Ufer an.

Obwohl sie sich in einen Fluss verwandelt hat, ist Obá eine Göttin, die mit dem Feuer in Verbindung steht, denn wenn man den Fluss Obá in Nigeria kennt, weiß man, dass es ein Fluss mit sehr unruhigem Gewässer ist, das ständig in Bewegung ist und somit ein Symbol des Feuers. Um das besser zu verstehen, muss man sich nur daran erinnern, dass die Bewegung des Wassers elektrischen Strom erzeugen kann, eine offensichtliche Manifestation des Feuers.

Obá überwindet die Qual, ohne Liebe zu leben. Aber wurde Obá nie geliebt? Obá wurde immer von allen Männern geliebt, die sie erobert hat, aber sie beeindruckt nicht die Geste, sondern das Wort. Es reicht nicht, ihr eine Krone aus Muscheln zu geben, ein Schwert oder Pfeil und Bogen aus Kupfer; es hilft nichts, ihren Weg mit Blumen zu bedecken. Obá tauscht einen Palast gegen eine Hütte ein, alle Reichtümer dieser Welt für nur einen Satz: „Ich liebe dich“. Sie weiß, dass das Leben sich nur zu leben lohnt, wenn es die Liebe kennt; deshalb ließ sie sich auf ihren Körper den Schmerz aller Liebenden einbrennen, die Gefahr der Leidenschaft. Obá hat erkannt, dass Leidenschaft und Vernunft nicht zueinander passen.

Wie kann sich eine Göttin, die mit so vielen Gefühlen in Verbindung steht, dem Krieg widmen? Sie lenkt die ganze Energie ihrer enttäuschten Leidenschaften in den Krieg und wird zur tapfersten Kriegerin, der sich kein Mann entgegenzustellen wagt.

Die Frauen, die sich in einer Gesellschaft herausheben, sind fast immer Obá zuzuordnen, vor allem wenn sie Vorurteile durchbrechen und in der Welt der Männer die Macht erobern. Ihr Herrschaftsbereich sind die Seen, Wasserfälle und reißenden Flüsse, denn sie beherrscht die ständige Bewegung des Wassers, das Energie erzeugt und an die Kraft des Feuers erinnert. Der Wasserfall zeigt die Anwesenheit Obás durch die Menge und Gewalt seiner Wasser. Sie ist das genaue Gegenteil von Oxum, die mit den ruhigen und – wenigstens anscheinend – sanften Gewässern, verbunden ist.

Alle Frauenbünde, ob geheim oder nicht, werden von Obá beschützt; übrigens stehen alle feministischen Bewegungen unter ihrem Schutz. Obás Ziel ist es nicht, den Männern die Macht zu nehmen, den Mann aus ihrem Leben zu bannen. Vielmehr möchte sie an seiner Seite gehen und den Teller, die Verantwortung teilen. Obás großer Wunsch ist die Gleichheit.

 

EIGENSCHAFTEN DER KINDER

Obá ist eine Orixá, die sich selten manifestiert und es gibt nur wenige Erfahrungen zu diesem Archetypen. Der Archetyp der Obá ist sehr temperamentvoll, besitzergreifend und bedürftig, treu und leidend. Er ist kämpferisch, stürmisch und rachsüchtig. Der Archetyp ist kompromisslos der Wahrheit und Klarheit verpflichtet.

Die Kinder Obás sind direkt und undiplomatisch, sie sind hart und unflexibel. Es fällt ihnen schwer, höflich zu sein und auf Gefühlsebene mit anderen zu sprechen, manchmal sind sie brutal und rüde und weisen Menschen von sich. Das liegt auch daran, dass die Kinder Obás häufig an einem Minderwertigkeitskomplex leiden und glauben, dass die Menschen, die auf sie zugehen, etwas von ihnen wollen. Ihre Ernsthaftigkeit und Direktheit ist verletzend; sie sagen offen ihre Meinung, kritisieren und verletzen dabei die Menschen, denn sie sind nicht darum bemüht, zu gefallen. Aber diese Aggressivität ist bloß defensiv. Kinder Obás verteidigen die Gerechtigkeit und die Wahrheit, und versuchen, das Gleichgewicht wiederherzustellen.

Sie sind gute Partner und treue Freunde. Doch sie sind sehr eifersüchtig und besitzergreifend – und deshalb ist ihr Beziehungsleben selten glücklich. Wenn sie verliebt sind, sind sie nie Herren der Lage und geben bei allem nach, sie lassen alle ihre Überzeugungen fahren. Manchmal investieren sie nach einer unglücklichen Liebe all ihre Energie in ihre Karriere, sodass unter den beruflich herausragenden Frauen in einer Männergesellschaft oft viele Töchter Obás sind, z. B. als hervorragende Richterinnen, Anwältinnen, Standortleiterinnen beim Militär usw. Oft erregen sie den Neid ihrer Feinde und es können ihnen Fallen gestellt werden; deshalb müssen sie ihre Neigung zur Naivität überwinden.

Die Töchter Obás ziehen Streitigkeiten und Tumulte an. Obwohl sie das Abenteuer lieben, nehmen sie nicht an Wettbewerben teil, denn da laufen sie Gefahr, zu verlieren, und das können sie nicht akzeptieren. Und auch wenn sie sich von Streitigkeiten angezogen fühlen ist es ihnen traditionell untersagt, diese jenseits der Wortgefechte auszutragen Sie dürfen keine Messer besitzen oder in die Nähe von Messer oder Feuer kommen, weil Obá nicht erlaubt, dass ihre Kinder sich mit Kriegsdingen beschäftigen. Auch dürfen ihre Kinder nicht an Orten bleiben, an denen diese Art von Waffen auftaucht, weil die Tragödie stets im Raum steht.

Die Menschen, die dieser Göttin geweiht sind, glauben, dass Wertschätzung und Zuneigung jedes Hindernis überwinden können. Aber wenn man sie zutiefst beleidigt, werden sie grimmig und versuchen sich irgendwann am Übeltäter zu rächen. Ihre Eingeweihten oder Menschen, die sie als Freunde betrachtet, dürfen sich nicht an Betrügereien oder an Handlungen beteiligen, die anderen schaden würden. Obá wird es ihnen nicht vergeben und auch nichts tun, um ihnen zu helfen, denn sie glaubt an die Maxime „der Schuldige muss zahlen“.

Einige Kinder Obás fühlen sich unterschätzt und brauchen ständig Worte oder Taten, die ihr Ego stärken und ihnen Selbstwertgefühl vermitteln. Es heißt, dass ihre Kinder nur selten heiraten und selbst Kinder bekommen. Aber es gibt auch Ausnahmen. Wenn sie die richtigen Partner finden, sind sie meist sehr glücklich in ihren Beziehungen. Aber es ist schwer, mit ihnen auszukommen, sie sind oft sehr besserwisserisch, ertragen keinen Lärm, können keine Vulgaritäten leiden, keine modernen Floskeln, keinen Slang, keine Kraftwörter. Mondäner Firlefanz interessiert sie ebenso wenig wie Unterhaltung; ihnen sind stilvolle und ruhige Orte mit wenig Hektik lieber. Sie benötigen tolerante Partner, die ihre Loyalität und Direktheit schätzen.

Ihr diskreter Geschmack spiegelt sich auch in ihrer Kleidung wieder, die zwar exquisit ist, aber doch konservativ und traditionell. Sie sind wissbegierig und weise und fühlen sich verwirklicht, wenn es ihnen gelingt, anderen die Erkenntnisse zu vermitteln, die sie erworben haben.

footer logo