Warenkorb leer!
Zum Warenkorb Zur Kasse
Zwischensumme: 0,00 

LOGUNEDÉ

ALLGEMEINE BESCHREIBUNG

Logunedé oder Logun Ede, aus dem Yorubá Lógunède, ist ein afrikanischer Orixá, der in den meisten Mythen als Sohn von Oxum Ipondá und Oxóssi Ibualama, aus dem Yorubá Ibùalámo, dargestellt wird. Nach der Legende lebt er sechs Monate im Jahr im Wald und jagt mit Oxóssi, sechs Monate am Fluss und fischt mit Oxum. Er wird in der Nation Ijexá wie seine Mutter angebetet, aber auch in den Nationen Kêtu und Efan.

Es gibt aber auch andere Versionen bezüglich seiner Herkunft. Während Logunedé in den meisten Mythen als Sohn von Oxum und Oxóssi auftaucht, erscheint er in anderen, die nicht ganz so verbreitet sind, als Sohn von Ogum und Iansã. Und dann gibt es noch die Geschichten, die die Legende von Logunedé als Sohn von diesen vier Orixás zusammen erzählen: hier stellt er nicht mehr und nicht weniger als die Zwillings-Orixás Ibeji dar. Deshalb ist er einer der schönsten Orixás dieser Religion.

Jäger und Fischer: Logunedé ist der Erbe der Axés (Energie) von Oxum und Oxóssi, die als Mysterium der Schöpfung miteinander verschmelzen. Er ist ein Orixá mit der Anmut, der Verwöhnung und der Zufriedenheit Oxums und dem Frohsinn und Expansionsdrang Oxóssis. Während Oxum Logunedé die Axés zu Sexualität, Mütterlichkeit, Fischerei und Wohlstand vermacht, hat er von Oxóssi die Axés zu Fülle, Jagd, Geschicklichkeit und Wissen.

Wegen dieser Vereinigung des Weiblichen von Oxum und des Männlichen von Oxóssi wird er oft als Kind dargestellt, als kleiner Junge oder Jugendlicher, was der Religionsgeschichte eine weitere heilige Dreifaltigkeit beschert. Mit Logunedé vervollständigt sich die Dreifaltigkeit „Vater, Mutter, Sohn“ der Yorubá, die sich auch in der katholischen Dreifaltigkeit (Vater, Sohn, Heiliger Geist), der ägyptischen Dreifaltigkeit (Isis, Osiris, Horus), der Dreifaltigkeit bei den Hindus und in so vielen anderen Religionen wiederholt.

Als Symbol der Reinheit wird Logunedé auch oft als ein androgynes Wesen betrachtet. Im Gegensatz zu dem, was viele denken, hat Logun Ede nicht sowohl männliche als auch weibliche Eigenschaften und ist nicht bisexuell. Tatsächlich hat er eine enge Beziehung sowohl zu seiner Mutter Oxum als auch zu seinem Vater Erinlé (bedeutet Elefant, ein Jäger Orixá) und trägt so die Persönlichkeit beider Orixás und einige markante Eigenschaften in sich, aber nichts, das ihn zu einem Hermaphroditen machen würde, der sechs Monate lang Oboró ist und sechs Monate lang Ìyábá, wie manche das versehentlich oder bewusst missbräuchlich deuten, und ihm einen homosexuellen Beigeschmack geben. (Dennoch kann Logunedé im Orakel ein sachlicher Hinweis auf Bisexualität oder Homosexualität wie auch auf Narzissmus sein).

Von seiner Mutter Oxum hat Logun Ede seine schöne und eitle Seite geerbt. Als Göttin der Fruchtbarkeit gehört ihr in Nigeria der Fluss, der ihren Namen trägt, und in Brasilien gehört ihr das Süßwasser der Seen, Quellen und Flüsse – Wasser, das den Durst von Mensch und Erde stillt und diese so fruchtbar macht und die lebensnotwendige Nahrung liefert. Oxum, das zimperliche Mädchen, das zur unwiderstehlichen Frau und schließlich zur beschützenden Dame wird, sie hat immer eine starke Persönlichkeit, lässt sich nicht in den Hintergrund drängen, setzt sich in allen Lebenslagen durch. Mit ihren Eigenschaften tanzt sie um die Hindernisse herum, um ihre Wünsche zu erfüllen.

Von seinem Vater Erinlé hat er das Jagdgeschick geerbt, denn Erinlé gehört zur Familie der Odés und seine Symbole sind der Ofá (Pfeil und Bogen), die Jagdlanze und die Oguê (Stierhörner). Enrilé repräsentiert die Entwicklung des Menschen, er kennt die Geheimnisse der Jagd und ist auch ein Symbol für Wohlstand und die Bildung von Gemeinschaften. Er sucht mutig Nahrung und gilt als Krieger des Waldes; er ist mutig, männlich und Logun-odé teilt diese Eigenschaften, er ist ein Kriegs-Orixá.

Obgleich er in einigen Traditionen als männlicher Orixá gilt, wird er in anderen Interpretationen für homosexuell oder bisexuell gehalten. Hier wird der Mythos, nach dem Logunedé sechs Monate im Jahr als Mann und sechs Monate als Frau lebt, falsch gedeutet. Tatsächlich ist die am meisten verbreitete Interpretation, dass es sich dabei um eine Metapher handelt, die die von beiden Eltern – Oxum und Oxóssi – ererbten Axés beschreibt. Er trägt in sich die Polarität des männlichen und weiblichen Aspektes. Nachdem er allein gelassen wurde und mit Ogum zusammenlebt, lernt er von ihm die Kriegskunst und das Metallhandwerk. Von Iansã wird er zum Fürsten der Orixás gekrönt. Er ist intimer Freund Euás. Sie sind Orixás, die sich ergänzen, sie gelten als das perfekte Paar. Tatsächlich enthält Logunedé männliche und weibliche Qualitäten zu gleichen Teilen, er ist also in der Sprache der Menschen ein Hermaphrodit.

Logun Edé ist sechs Monate im Jahr eine Frau und lebt im Wasser, sechs Monate lang ein Mann und lebt im Wald. Als Frau trägt er einen rosafarbenen Rock und eine Krone aus goldfarbenem Metall (nicht die Adé der Königinnen) sowie Pfeil und Bogen. Als Mann trägt er einen Helm aus goldenem Metall, Seitentaschen sowie Pfeil und Bogen oder ein Schwert. Er trägt nur Kleider in hellen Farben. Beim Tanz begleitet er immer Oxum und Oxóssi. Er ist im Wesentlichen ein Orixá der Nation Ijesha (in Nigeria).

Logun Edé ist der Treffpunkt zwischen Fluss und Wald, die Schlucht, das Flussufer, aber auch der feine Nebel über den Lagunen, der sich an heißen Tagen in die Wälder ergießt. Er repräsentiert das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Naturen, ohne dass dabei eine ihre Besonderheiten verliert. Er ist der Sohn von Oxóssi Inlé und Oxum Yeyeponda. So wurde er zum geliebten und respektierten Fürsten der Wälder und der Flüsse und all dessen, was die Menschen nährt, wie die Pflanzen, Fische und sonstigen Tiere, weshalb er als der Herr des Reichtums und der männlichen Schönheit gilt. Seine wichtigsten Tugenden sind die Schlauheit des Jägers und die Geduld des Fischers.

Die Mythen erzählen uns, dass Oxóssi und Oxum so extrem eitel waren, dass sie nicht zusammenleben konnten, denn sie waren immer im Wettstreit um das Ansehen und die Bewunderung der Menschen, sodass sie sich schließlich trennten. So vereinbarten sie, dass Logun Edé sechs Monate im Jahr mit Oxum in den Flüssen leben würde und sechs Monate mit seinem Vater in den Wäldern. Beide lehrten Logun Edé die Natur ihrer Domänen. Er würde nicht nur schön, sondern auch mächtig und reich sein.

Eines Tages verleitete ihn seine vom Vater erlernte Fähigkeit, sich auf die Lauer zu legen, jedoch dazu, sich als Frau zu kleiden, um seine Mutter beim Bad zu beobachten, denn er war neugierig auf die Schönheit ihres Körpers, über die im Reich der Wasser so viel geredet wurde. Da Oxum ihre Romanze mit Xangô, Logun Edés Onkel, auslebte, und Xangô als Bedingung für die Ehe verlangt hatte, dass sie Logun Edé verstoßen musste, nutzte sie die Gelegenheit, um ihn mit seiner Verwandlung in einen Orixá Meji – einen Hermaphroditen – zu verwandeln und ließ ihn am Flussufer zurück. Iansã findet ihn und, fasziniert von der Schönheit des Kindes, nimmt sie Logun Edé mit nach Hause, wo sie ihn zusammen mit Ogum großzieht und unterrichtet.

Bei Ogum lernte Logun-Edé die Kunst des Krieges und das Handwerk der Schmiede, bei Iansã die Freiheitsliebe. Der Mythos besagt, dass Logun Edé alles hatte, außer die Liebe der Frauen, denn selbst Iansã verlässt ihn, als sie Ogum von Xangô geraubt wird. Das führt zu einer tiefen Kluft zwischen Logun Edé und seinem Onkel, da dieser ihm zweimal die Mutter genommen hat.

Logun Edé hat wegen seines infantilen und hermaphroditischen Charakters nie geheiratet und seine bevorzugte Begleiterin ist Euá, die genau wie er alleine und an der Grenze zweier Welten lebt. Sie hat Kenntnis von den Elementen der Natur, in der ihre Eltern regieren, wie Wälder, Busch, Flüsse, Wasserfälle usw. Sein eigener Bereich sind die Ufer der Flüsse, Bäche und Wasserläufe allgemein, solange sie Pflanzenwuchs aufweisen – mit anderen Worten, der Ort, an dem beide Reiche aufeinandertreffen. Tatsächlich hat dieser Orixá freien Zugang zu beiden Reichen und lernt beide kennen. Er kann sich leicht den unterschiedlichsten Umgebungen anpassen und der jeweiligen Situation entsprechend handeln.

Seine Zwiespältigkeit zeigt sich im Verhalten, denn mal kann er sanft und gutmütig sein wie Oxum und dann wieder ernst und einsam wie Oxóssi. Logun Edé ist ein Orixá des Gegensatzes: in ihm wechseln sich die Gegensätze ab, er ist der Gott der Überraschung und des Unerwarteten.

Logunedé gilt als das schönste Kind aller Orixás. Er wird als Prinz bezeichnet und hat bei der Nation Fon den Titel Omó Aladê, „gekrönter Sohn“. Als Gottheit des Zaubers herrscht er über den Zauber der Liebe und der Zärtlichkeit. Mit seiner Offenheit und seinem Feinsinn fasziniert und bezaubert er alle. Er erschafft die Magie des Lebens und bringt Freude, ist aber gleichzeitig gaunerhaft und heimtückisch. Mit Schlauheit und Cleverness schafft er es, zu verführen und im Reich der Iyamís – der Urmütter der weiblichen Macht – akzeptiert zu werden, wo er die Geheimnisse von Magie und Zauber erlernt. Außerdem hat er eine enge Beziehung zu Ossaim und Aroni, die ihm den Zauber der Kräuter beigebracht haben und die Macht der Heilung mit Blättern. Diese doppelten Lebenskreise wurden ihm von seinen Eltern mitgegeben.

Da er ständig in Bewegung ist und sich immer wieder verändert, hat er auch eine Beziehung mit Exu, dem Herrn der Schlauheit und Veränderung, der mindestens genauso scheu ist wie Logunedé. Da er die Mobilität selbst ist, ist es Exu, der diesem Orixá erlaubt, sich in der Welt seiner Mutter, der seines Vaters und der eigenen Welt zu bewegen. Genau wie Exu hat auch Logunedé die Symbolik eines Pflegekindes. Als Waldbewohner repräsentiert der Nebel seine Anwesenheit. Genau wie er betört und verzaubert der Nebel alle, wenn er die Bäume und das Wasser bedeckt und dabei alles in ein subtiles und magisches Weiß hüllt und die Trennung zwischen den Elementen Wasser und Erde völlig verwischt und sie so miteinander vereint.

Er gilt als Orixá der Veränderung; eines seiner heiligen Tiere ist das Chamäleon, das in der Lage ist, sich zu tarnen, indem es sich seiner Umgebung anpasst. Weitere Tiere mit Symbolcharakter für Logunedé sind der Pavian und der Fasan, Tiere von außerordentlicher Schönheit und majestätischer Haltung.

Logunedé schwankt zwischen zwei Polen hin und her, dem Wald und dem Wasser, was ihn zur Waage der Natur macht, zum dynamischen Gleichgewicht. Seine Eltern sind Orixás, die jeweils für Krieg und Gelassenheit, Grausamkeit und Sanftmut stehen. Daher musste er seine Neutralität erwerben und wurde so zum „Herrn der Harmonie“. Nachdem er das Gleichgewicht erworben hatte, gelang es ihm, sich durchzusetzen und er übernahm die Kräfte seiner Eltern perfekt, die nun in ihm repräsentiert und enthalten sind. Man kann sagen, dass Logunedé eine Hybridgottheit ist, hervorgegangen aus der Vereinigung unterschiedlicher Naturelemente (Erde und Wasser, Jagd und Fischerei). Da er auch „Herr des perfekten Gleichgewichts“ genannt wird, ist sein repräsentatives Symbol das Seepferdchen.

Dieses Tier symbolisiert das Gleichgewicht und die Erektion – unabhängig von den Bewegungen des Wassers hat es immer die perfekte Haltung. Außerdem sind es schöne, exotische, friedfertige und ruhige Tiere. All das sind Eigenschaften Logunedés, die sich aus der Ruhe Oxums gepaart mit der Nervosität und Kraft Oxóssis und ausgeglichen durch die eigene Heiterkeit dieses Orixás ergeben. Trotz dieser Gegensätze gelingt es ihm, ständig in Harmonie und Einklang mit sich zu sein und sich der jeweiligen Lage perfekt anzupassen. Das Seepferdchen ist ein Tier, das schon in seinem Aussehen zwei wichtige Dinge darstellt: sein Kopf ähnelt dem eines Pferdes – ein männliches Element, aber es hat auch einen schwanger anmutenden Bauch – ein weibliches Merkmal und Ureigenschaft Oxums; so ist das Seepferdchen das perfekte Symbol für Logunedé. Bei diesem Tier geht die Ruhe vom Männchen aus, denn es trägt die Nachkommen aus, die ihm vom Weibchen übergeben werden. Es liegt in seiner Natur, den Wandel vom Männlichen zum Weiblichen vorzunehmen: es trägt die Jungen in sich, die die Mutter jedoch nur mit seiner Hilfe gebären konnte

 

EIGENSCHAFTEN DER KINDER

Die Kinder Logun Edés haben die Eigenschaften Oxums, also Narzissmus, Eitelkeit, Hang zum Luxus, Sinnlichkeit, Schönheit, Charme, Eleganz. Sie haben auch Eigenschaften mit Oxóssi gemein, nämlich Schönheit, Eitelkeit, Vorsicht, Objektivität und Sicherheit. Aber Logun Edé hat auch Merkmale, die weder Oxum noch Oxóssi eigen sind. Tatsächlich vereint er den Archetyp beider, aber nur oberflächlich. Oberflächlichkeit ist das Markenzeichen der Kinder Logun Edés, denn im Gegensatz zu den Kindern Oxóssis und Oxums wissen sie nicht, wer sie sind und was sie wollen. Die positiven Eigenschaften von Oxum und Oxóssi schwächen sich bei Logun Edé ab, aber im Gegenzug verstärken sich die Fehler. So sind die Kinder Logun Edés extrem hochmütig, arrogant und anmaßend.

Aber eins kann man den Kindern Logun Edés nicht absprechen: sie sind schön und haben Katzenaugen, was gleichzeitig anziehend und abstoßend wirkt. Sie kommandieren gerne herum, haben die Wahrheit gepachtet, sind die Schönsten, ihr Ego hat nicht genug Platz in ihnen. Man lobt sie besser nicht in ihrer Gegenwart, es sei denn, man legt Wert darauf, zu sehen, wie sich ihr enormer Pfauenschwanz zum Fächer ausbreitet. Die Kinder Logun Edés gehen nicht, sie schweben durch die Luft.

Wenn sie sich bewusst sind, dass sie ihre Fehler im Zaum halten können, werden die Kinder von Logun Edé sehr angenehme Menschen. So ist es auch mit Omifolóio, die erste seit Jahrzehnten, die in São Paulo Logun Edé gewidmet wurde, dem schönsten Orixá. Eduardo de Logun Edé ist der König der Stickerei und kleidet die großen Priester in Brasilien ein. Der berühmte Vater Walrer und der Sänger Gilberto Gil sind auch Logun Edé geweiht, ebenso wie der Babalorixá (Oberpriester) Vivaldo (Odé Tutié), der bereits in die privilegierte Gruppe der Agbà aufgenommen wurde.

Hinsichtlich ihrer eigenen Person sind die Kinder Logunedés meist sehr zurückhaltend und sprechen nicht mit vielen Menschen über ihr Privatleben. Sie sind sehr gebildet, plaudern aber gerne, wenn das Thema ihnen gefällt. Sie mögen Feste, bei denen sie es auch schaffen, alle Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, denn sie sind sehr lustig und unterhaltsam.

Sie sind graziös und kleiden sich farbenfroh, aber sehr subtil und elegant. Und da sie eitel sind, versuchen sie, sich gut zu präsentieren, sodass sie überall bemerkt werden. Sie sind sensibel, intelligent und von rascher Auffassungsgabe, ihnen fliegen die Dinge zu. Aber sie akzeptieren keine Kritik, und sind verletzt, wenn diese wohlfeil ist. Ihre Laune ist nicht stabil, denn sie sind instabile Menschen; die Laune richtet sich nach der Dauer des Aufenthaltes an bestimmten Orten der Personen, mit denen sie gerade zusammen sind. Zäh und hartnäckig wie sie sind, geben sie ihre Ziele nie auf, machen sich aber nicht gering oder „verkaufen“ sich, um sie zu erreichen.

Sie leben in ständiger Bewegung, aber mit einer gewissen Gelassenheit und Klugheit. Sie suchen stets das Neue, sie leben gerne gut. Sie sind sehr empfänglich für alles Schöne; sie lieben Kunstgegenstände und sogar einen gewissen Luxus.

Als Beschützer und Betreuer spendet Logun Edé Freude, Glück und Schönheit; er beschützt alle, die mit Wasser arbeiten.

footer logo