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IANSÃ

ALLGEMEINE BESCHREIBUNG

Oxalá, der Gott des Himmels, und Odudua, die Göttin der Erde heirateten und bekamen zwei Kinder: Aganju und Yemanjá. Aganju und Yemanjá heirateten und bekamen ein Kind, Orungan. Orungan verliebte sich in die eigene Mutter und nutzte die Abwesenheit seines Vaters, um sie zu vergewaltigen. Aus dieser Verbindung gingen fünfzehn Orixás hervor, darunter Xangô und Oyá-Iansã. Jedem von ihnen wurde eine bestimmte Aufgabe zugeteilt. Soweit eine der verschiedenen Legenden zur Entstehung der Orixás und der Iansã.

Der Name Oyá (auch als Oiá oder Iansã bekannt) aus der Mythologie der Yorubá kommt vom gleichnamigen Fluss in Nigeria, an dem sie angebetet wird; heute heißt der Fluss Niger. Wie Oxum und Yemanjá ist sie eine Gottheit des Wassers, steht aber auch in Verbindung mit dem Element Luft: neben Ayrá und Orixá Afefê ist sie eine der Gottheiten, die die Winde beherrscht. In Angola kennt man diese Orixá als Maianga oder Maiongá.

Der größte und wichtigste Fluss in Nigeria ist der Niger. Dieser beeindruckende Fluss durchströmt das gesamte Land. Er ist stark verästelt und erfasst über seine Zuflüsse die wichtigsten Städte. Deshalb ist er auch unter dem Namen Odò Oya bekannt. Auf Yorubá bedeutet ya verästelt, verbreitet. Dieser Fluss ist der Wohnort der mächtigsten Frau Schwarzafrikas, der Mutter der neun Orum, der neun Kinder, des Flusses der neun Arme, der Mutter der Neun, Ìyá Mésàn, Iansã (Yánsàn).

Obwohl sie als Göttin des Flusses Niger gegrüßt wird, steht sie doch in Beziehung zum Element Feuer. Tatsächlich weist dies auf die Vereinigung zweier unvereinbarer Elemente hin, denn sie entspringt dem Wasser und dem Feuer, dem Gewitter, dem Blitz, der mitten im Regen den Himmel zerreißt, sie ist die Tochter des Feuers – Omo Iná. Das Gewitter ist die Manifestation der Macht Iansãs, der Göttin der Blitze, der Gewitter, des regenlosen Sturmes.

Oyá wird mit einer Sense und einem Tierschwanz in der Hand dargestellt und mit dem Horn eines Büffels an der Taille. In der Mythologie der Yorubá heiratete Xangô drei seiner Schwestern, allesamt Göttinnen von Flüssen: Oyá, Oxum (Göttin des Flusses Osun) und Obá (Göttin des Flusses Obá). Nach den Legenden des Candomblé war Iansã die Frau des Ogum und danach des Xangô, ihrer wahren Liebe. Xangô nahm sie Ogum weg.

Den Namen Iansã bekam Oyá von Xangô. Dieser Name bezieht sich auf die Abenddämmerung; Iansã kann man als „Mutter des rötlichen Himmels“ oder als „Mutter der Abenddämmerung“ übersetzen. Xangô nannte sie Iansã, denn er sagte, dass Oyá strahlte wie der Abendhimmel oder der rosarote Himmel; deshalb steht die Farbe rosa auch für sie. Nach anderen (geläufigeren) Interpretationen bedeutet Iansã die „Mutter der Neun“ (siehe Archetyp des Ogum). Sie wurde in 9 Stücke geteilt, bekam 9 Kinder und herrscht über die 9 Ebenen des Orum.

In der Liturgie des Umbanda ist Iansã die Herrin der Egun, der Geister der Toten, die im Candomblé in speziellen Ritualen verehrt werden und sich dort deutlich von den Ritualen der Umbanda unterscheiden. In der Umbanda ist Iansãs Farbe Orange (korallenrot), im Candomblé rot.

Die Afrikaner rufen sie vor einem Gewitter an und bitten sie, Xangô, den Orixá des Donners, der Blitze und der Gewitter, zu besänftigen und um Gnade zu bitten. Als personifizierter Wind, der dem Gewitter vorauseilt, wird sie meist vor Xangô angebetet. Ebenso wie die Orixá Obá steht auch Oyá im Zusammenhang mit dem Totenkult; dabei wurde ihr von Xangô die Aufgabe zugewiesen, die Toten je nach ihren Handlungen in einen der neun Himmel zu führen. Um diese Aufgabe erfüllen zu können, bekam sie vom Orixá Oxóssi ein Erukerê (Insignie) namens Eruexim (eine Gerte aus dem Schweif eines Pferdes, der an einem Griff aus Knochen, Holz oder Metall befestigt ist), das sie vor den Egun – den Geistern der Toten – schützt. Iansã ist die Herrin der Egun, der Geister der Toten, und an der Seite Obaluaiês (Omolus) dient sie als Führerin für die Geister, die sich vom Körper gelöst haben. Sie zeigt der Seele den einzuschlagenden Weg. Sie befehligt zudem die Phalanx der Viehhüter.

Sie ist sinnlich, verliebt sich häufig und in viele Partner, aber selten ist sie in mehrere gleichzeitig verliebt, denn Iansã gibt sich ihren Leidenschaften völlig hin. So ist nichts an ihr mittelmäßig, normal, diskret – ihre Wut ist fürchterlich, ihre Reue dramatisch, ihre Triumphe in allen Bereichen endgültig und sie will von nichts anderem wissen, denn sie ist keine Haarspalterin oder Intrigantin. Sie ist die Orixá der Entrückung, der Leidenschaft. Anders als bei Oxum ist Temperament ihr Wesenszug und keine Theatralik und Inszenierung. Sie ist unruhig, autoritär, aber auch sinnlich, sehr temperamentvoll, dominant und stürmisch. Sie ist die Herrin der Bewegungen (sie bewegt alle Orixás).

Iansã ist die erste weibliche Gottheit, die bei den Zeremonien der afro-brasilianischen Kulte erscheint. Sie ist tapfer und hat ein starkes und unabhängiges Temperament. Göttin des Feuerschwertes, Herrin der Leidenschaft, der Provokation und der Eifersucht. Heftige Leidenschaft, die einen zerfrisst, die Wahnsinn verursacht, die den Wunsch nach Besitz weckt, das sexuelle Verlangen. Sie ist die Wollust, der Höhepunkt. Sie ist das ungezügelte Verlangen, das Gefühl, das stärker ist als jede Vernunft. Die Feststellung „Ich bin verliebt“ zeigt die Gegenwart Iansãs und kommt von ihr, der Orixá, die unsere Herzen schneller schlagen lässt und in uns die profundesten, unverschämtesten, gewagtesten und verzweifeltsten Gefühle weckt. Sie ist die krankhafte Eifersucht, der sanfte Neid, die wahnsinnige Faszination. Sie ist die Abwesenheit der Angst vor den Konsequenzen unbedachter Handlungen in der Liebe. Iansã regiert die starke, innige Liebe.

Einige Teile der Geschichte Iansãs beziehen sich auf alte ländliche Kulte Afrikas im Zusammenhang mit der Fruchtbarkeit. Deshalb kommen in ihren Geschichten Hörner von Jungbullen oder Büffeln – Symbole der Männlichkeit – vor. Iansã ist die Einzige, die die Hörner eines Büffels festhalten kann, denn diese Frau voller Zauber kann sich in einen Büffel verwandeln und zu einer Frau des Krieges und der Jagd werden.

 

EIGENSCHAFTEN DER KINDER

Die Kinder Iansãs sind für ihr explosives Temperament bekannt. Sie lenken die Aufmerksamkeit auf sich, sie sind unruhig und extrovertiert. Ihr Wort zählt und sie nötigen anderen ihren Willen auf. Sie dulden keinen Widerspruch, egal ob sie recht haben oder nicht. Normalerweise sind sie sehr fröhlich und entschlossen. Wenn sie hinterfragt werden, werden sie aggressiv, emotional, cholerisch. Sie haben großen Spaß daran, jeglichem Vorurteil zu widersprechen. Sie lassen alles stehen und liegen, wenn sich ihnen ein Abenteuer bietet. Ihre Gestik verrät ihre Gemütslage, sie können Frohsinn oder Trauer nicht verbergen. Sie haben vor nichts Angst. Sie stellen sich jeder Situation von Angesicht zu Angesicht. Sie sind treu und objektiv. Ihre große Stärke ist ihr Durchhaltevermögen, ihr großer Fehler ihre unbedachte Offenheit und Direktheit.

Die Kinder Iansãs ziehen die großen und dramatischen Schlachten der täglichen Routine vor. Sie sehen überall Krieg und sind daher sehr wettbewerbsorientiert und aggressiv und temperamentvoll. Im Gegensatz zu den Kindern Ogums jedoch, die eine bestimmte militärische Strategie suchen, sind die Kinder Iansãs eher Individualisten, die glauben, mit Mut und dem Willen zum Kampf alle Probleme lösen zu können.

Es sind Menschen, die für eine Liebe oder ein Ideal plötzlich ihr Leben auf den Kopf stellen und sie sind stark vom Archetyp dieser Göttin beeinflusst. So kann ein Kind Iansãs etwa im Laufe des Lebens plötzlich zu einer anderen Religion konvertieren und seinen moralischen Wertekodex und selbst die Ausrichtung des ganzen Lebens völlig ändern. Genauso wie ein Kind Iansãs sein Leben auf den Kopf stellen kann, kann es auch zu dem Schluss kommen, dass es sich geirrt hat und sein Leben erneut völlig neu ausrichten – genauso radikal oder noch radikaler als zuvor. Sie sind unberechenbar in ihren Entscheidungen und Ausbrüchen.

Die Kinder Iansãs sind hemmungslos, extrovertiert und schockierend direkt. Gelegentlich versuchen sie, machiavellisch zu sein oder subtil, aber auf kurz oder lang zeigt ein Kind Iansãs immer deutlich, was seine Ziele und Wünsche sind.

Die Kinder Iansãs neigen zu einem sehr ungeregelten Sexualeben mit spontanen Leidenschaften, die unvermittelt beginnen und noch unerwarteter zu Ende sein können. Ihr sinnliches und wollüstiges Gemüt kann sie zu zahlreichen und häufigen außerehelichen amourösen Abenteuern verführen, hemmungslos und ohne jeden Anstand, was sie aber nicht davon abhält, ihrem Ehepartner gegenüber, den sie selbst betrogen haben, sehr eifersüchtig zu sein. Aber wenn sie jemanden wirklich lieben, sind sie diesem Menschen gegenüber, hingebungsvoll und hervorragende Lebensgefährten. Oya ist die Frau, die selbst für ihren Lebensunterhalt sorgt. Sie will einen Mann, der sie liebt, keinen Mann, der sie versorgt. Sie ist sehr treu solange sie liebt, doch ihre Liebe ist häufig ein Strohfeuer.

Die zügellosen, unvorhersehbaren, wechselhaften Charakterzüge erschweren es den Kindern Iansãs, dauerhafte Beziehungen aufzubauen. Zwar sind sie einerseits fröhlich und enthusiastisch, können aber andererseits auch sehr aggressiv sein, wenn ihnen etwas zuwider läuft. Dennoch sind sie meist treue und sehr loyale Freunde für die wenigen Auserwählten in ihrem inneren Kreis. Sie können allerdings Geheimnisse nicht für sich behalten und verwenden sie gegen die Person, wenn diese zu ihrem Feind wird.

Für die Kinder Oyás ist das Leben ein großes Abenteuer. Sich den Gefahren und Herausforderungen des Lebens zu stellen ist für diese Menschen ein Vergnügen, alles ist ihnen ein Fest. Sie wählen ihren Weg aus Leidenschaft, nicht aus dem Kopf heraus. Statt zuhause zu sitzen, ziehen sie in den Kampf und holen sich, was sie wollen. Sie sind Kämpferinnen, unermüdliche Arbeiterinnen, Kriegerinnen, die wie Fußvolk kämpfen. Meist kümmern sich solche Frauen um alles alleine, selbst um die Kinder.

Sie sind sehr gute Mütter bzw. Väter. Für die eigenen Kinder tun sie alles und kämpfen bis aufs Blut. Als Einzelkämpfer sorgen sie stets für das Wohl ihrer Nachkommen.

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