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Die Orixás

Der Ifismus ist eine monotheistische Tradition. Am Anfang war Olodumaré. Er ist der allmächtige, allwissende, allgegenwärtige, zeitlose Gott. Er existiert in drei Ausprägungen (Manifestationen): Olorun, Eledumaré und Olofi. Olorun ist der Herrscher des Himmels und wird mit der Sonne assoziiert (Olo = Herrschen). Eledumaré ist der große Erschaffer, der Erzeuger des Universums, der Welt, des Lebens. Olofi ist der Mittler zwischen der geistigen Ebene Orún („Himmel“) und der materiellen Ebene Ayé („Erde“). Die drei Ausprägungen werden umgangssprachlich häufig synonym verwendet und Olodumaré gleichgesetzt, was genau genommen nicht korrekt ist.

Olodumaré ist der Erschaffer und Begründer von allem, so auch der Trennung von Himmel und Erde. Er ist unmittelbar an der Entstehung der geistigen Ordnung beteiligt, überträgt dann Aufgaben an von ihm geschaffene Entitäten, insbesondere die Orixás und die Odus. Die Orixás erschaffen gemeinsam die Erde und das Leben auf der Erde (Olodumaré haucht den Menschen allerdings dann selbst das Leben ein). Sie gestalten die Kommunikation zwischen Menschen und geistiger Welt, sie sorgen für die Umsetzung von Karma. Die Odus, auch Propheten oder Erzengel genannt, definieren die Wege, auf denen die Menschen gehen. Olodumaré hält materielle und geistige Welten zusammen und grenzt sie voneinander ab. Er mischt sich nicht in das Leben ein. Seine Aufgabe beschränkt sich auf die Strukturierung der wesentlichen Prinzipien – die Umsetzung der Aufgaben überträgt er an die von ihm geschaffenen Entitäten.

Ausgehend von dem monotheistischen Gott entfaltet sich die Welt. Symbolisch und in den einzelnen Schritten ist erkennbar, dass es bei der Entstehungsgeschichte inhaltliche und strukturelle Parallelen zu den bekannten großen Religionen der Welt gibt. Es ändern sich lediglich die Formen der Illustration und Überlieferung. In einem ersten Schritt der Selbstentfaltung Gottes entsteht zunächst die Polarität (Dualität) in der Form eines Gott-Vaters und einer Gott-Mutter, die gleichberechtigt nebeneinander stehen. In der griechischen Mythologie sind das Zeus und Hera, in der afrikanischen Yorubá-Mythologie sind das Oxalá und Odudua. Diese sind die ersten sogenannten Orixás. Oxalá ist die erste und oberste Entität des „Pantheons“ der Orixás. Er steht für die archetypisch männliche Seite der Entstehungsgeschichte, also die geistige Welt. Odudua ist der weibliche Aspekt Gottes und steht archetypisch für die Entstehung der materiellen Welt.

Auf der geistigen Ebene entstehen mit und nach Oxalá die Orixás in ihrer Gesamtheit. Die Orixás sind keine Götter, auch wenn sie umgangssprachlich und leider auch in vielen Büchern so beschrieben werden. Es gibt nur einen Gott im Ifismus und der heißt Olodumaré. Die Orixás sind Qualitäten der geistigen Welt. Sie spiegeln sich auf der materiellen Welt wider. Und es sind die Qualitäten, die den Menschen ausmachen und definieren. Sie stehen – analog zu den „Pantheons“ der Griechen, Römer, Ägypter – für archetypische Qualitäten, also Eigenschaften wie Liebe, Ordnung, Durchsetzung, Veränderung, Kommunikation, Fülle, und viele weitere. Sie beinhalten sowohl die Eigenschaften selbst, wie auch ihre Polaritäten als Umkehr bzw. „Fehlen von“.

Die Orixás besetzen nicht nur Qualitäten. Sie besetzen auch Beziehungen zwischen diesen Qualitäten im Sinne von Spannungsfeldern, Komplementaritäten. Dies wird mythologisch in den Erzählungen ihrer Zusammenarbeit und Auseinandersetzung deutlich.

Den Orixás werden subsidiär zu ihren Qualitäten materielle Eigenschaften zugeordnet: Objekte, Symbole, Pflanzen, Tiere u.a., die in der rituellen Umsetzung von Magie, Heilung, Tanz und Gebet relevant sind. Diese Zuordnungen sind Informationsanalogien und dürfen nicht absolut und wörtlich genommen werden. Sie unterliegen regionalen und zeitlichen Anpassungen, die solange zulässig sind, wie die Prinzipien gewahrt werden. Der Orixá Oxalá wird beispielsweise immer weiße Entsprechungen haben – Rituale mit vielen anderen Farben, Rituale mit Alkohol und viel tierischem Blut sind mit hoher Wahrscheinlichkeit verfälscht und entsprechen nicht der Qualität dieses Orixás.

Die Eigenschaften und die Beziehungen der Orixás werden mythologisch über Itans wiedergegeben. Itans sind heilige Verse, die sich im Orakel offenbaren, dessen Deutung dem Wahrsager, dem Babalaô (= Vater des Mysteriums), vorbehalten ist. Die Itans sind kurze Erzählungen bzw. Verse, die Eigenschaften, Beziehungen und konkrete Anweisungen der Orixás offenbaren. Vergleichbar mit Märchen und mythologischen Erzählungen der germanischen, griechischen, ägyptischen Götter stehen diese Erzählungen für archetypische, allgemeingültige hermetische Grundsätze. Sie stehen aber auch ganz konkret für rituelle Zuordnungen von Gegenständen, Farben, Pflanzen, Elementen, Tieren.

Die Orixás in ihren Archetypen dargestellt. Diese sind vor allem für die Interpretation der Numerologie hilfreich und für die Interpretation des Orakels notwendig.

Jeder Mensch wird von drei Orixás geführt, die numerologisch ermittelt werden können. Diese bilden den Rahmen seiner Persönlichkeit, seiner Bestimmung, seiner inneren mentalen und emotionalen Welt. Diese Numerologie wird in dem Buch über die Orakel im Detail dargestellt.

16 Orixás definieren den Menschen – diese sind nachstehend im Detail erläutert.

Oxalá. Der Gottvater. Glaube, Gleichgewicht, Vertrauen, Führung, Vater.

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Yemanjá. Herrin der Gewässer und der Köpfe. Familie, Ordnung, Struktur, Mutter.

Iemanjá

Xangô. König der Gerechtigkeit. Gerechtigkeit, Rechtsprechung, Fairness.

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Oxum. Orixá der Gefühle und des Orakels von Merindilogun. Liebe, Fruchtbarkeit, Schönheit, Eitelkeit, Luxus, Überfluss.

Oxum

Omolu. Herr der Krankheiten und der Cauris. Gegensätzlichkeit, Polarität, Gesundheit, Heilung.

Omulu

Exu. Orixá des Austausches und der Kommunikation. Bewegung, Öffnung, Kommunikation, Wege.

Exu

Ibeji. Zwillinge. Reinheit, Freude, Anfang.

Ibeji

Oxóssi. Orixá der Jagd. Überfluss, Ernährung, Wissen, Suche, Reise und Rückkehr.

Oxossi

Ossaim. Herr aller Blätter. Rückzug, Weisheit, Heilung.

Ossaim

 Ogum. Herr des Krieges. Durchsetzung, Auseinandersetzung, Kraft, Mut, Weg.

Ogum

Oxumaré. Herr des Regenbogens. Wandlung, Dualität, Verbindung, männliches-weibliches, inneres-äußeres Prinzip.

Oxumaré

Iansã. Orixá der Stürme und der Blitze. Reinigung, Wandel, Spontaneität, Kurzfristigkeit.

>Iansá

Logunedé. Jäger und Angler. Schönheit, Ausstrahlung, Narzissmus.

Logunedé

Nanã. Orixá der Schöpfung des menschlichen Körpers und der Ahnen. Magie, Ahnen, Transformation.

Naná

Euá. Der weiße Regenbogen. Versteck, Unsichtbare, Rückzug.

Ewá/p>

Obá. Orixá der Wahrheit. Wahrheit, Wort, Klarheit, Kompromisslosigkeit.

Obá

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