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Preto Velho

Preto Velho und Preta Velha arbeiten als Reflektoren des Lichtes. Sie besetzen die Dimension der Demut, des Wissens, der Struktur und Ordnung. Sie symbolisieren den Lebenszyklus des Alters, der Weisheit.

Der Preto Velho wird von Omolu regiert, die Preta Velha – je nach Tradition – ebenfalls von Omolu oder von Nanã. Sie sind also in ihrer Energie stark mit der Erde verbunden und starke Magier. Ich persönlich teile nicht die Auffassung einiger Umbandistas, dass die männlichen und weiblichen Aspekte der Archetypen von unterschiedlichen Orixás regiert werden. Die Arbeitslinie erfolgt stets in Resonanz mit spezifischen Orixás, die in sich bereits die Polarität tragen. Der Einfluss aller anderen Orixás erfolgt über den führenden Orixá selbst sowie über die Resonanz auf anderen Ebenen. Eine Preta Velha kann unter der Gesamtführung von Omolu (selbstredend im Auftrag von Exu, denn alle Entitäten arbeiten am Austausch, am Karma) in der Energie von Nanã arbeiten. Aber ebenso in der Energie aller anderen spezifischen Orixás. Benötigt die Entität die Unterstützung anderer Entitäten, so holt sie sich diese Hilfe über eine Abstimmung auf der spirituellen Ebene.

Die Entitäten inkorporieren als männliche und als weibliche Form, wobei das Medium beide Entitäten empfangen kann. Sie sind regelmäßig für die Lehre sowie die Ordnung zuständig. Typologisch erscheinen sie als ältere Entitäten, benötigen meist einen Stock, sitzen gerne auf Holzbänken und können schlecht gehen. Sie hinken manchmal als Ausdruck ihrer Sklavenzeit. Sie rauchen meist Pfeife, gerne auch alte Pfeifen aus Mais. Sie trinken Kokoswasser, Tee, gelegentlich auch alkoholische Getränke aus der Zeit (Zuckerrohrschnaps). Sie sind etwas schrullig, direkt in der Ansprache. In der Lehre sind sie gutmütig, in der Ordnung sehr klar und kompromisslos. Gelegentlich übernehmen sie auch Rituale, indem sie beispielsweise bei Einweihungen in den Babalorixá bzw. in die Yalorixá inkorporieren.

Diese Entitäten stehen selten auf. Ausnahmen sind die Begrüßung der Himmelsrichtungen, in Einzelfällen für Rituale oder Heilungen. Dass sie so gebeugt sitzen ist nicht nur eine Reverenz an den Archetyp, es ist auch die Energie der Erde, vor der sich alle beugen und auf der sich alle langsam aber stetig entwickeln.

Sie heilen und reinigen über ihre Pfeifen und wenn sie mit den Füßen auf den Boden stampfen, aktivieren sie Legionen von Entitäten, die sie bei ihrer Magie unterstützen.

Nicht alle Entitäten weisen frühere Leben als Sklaven aus. Einige waren im alten Afrika als Priester oder Wahrsager tätig, andere wiederum haben keine „schwarze“ Vergangenheit und inkorporieren lediglich in dieser Energie, weil sie einem Archetyp entsprechen und sich in der spezifischen Tradition äußern wollen.

Der Archetyp des schwarzen Mannes ist eine Referenz an das Mysterium. Die Entitäten sind meist geduldige Lehrer und Berater auf dem Weg zur Weisheit. Sie erinnern sich häufig an ihre alten Wirkungsstätten auf der Erde, doch ohne in diesen Leben verhaftet zu sein. Sie haben sich aus dem Reinkarnationsprozess herausgelöst und wirken nur noch auf der geistigen Ebene. Sie inkorporieren in diesem Archetyp, weil sie in Demut arbeiten. Es ist eine Anerkennung der harten Arbeit, des Leidens, der Erfahrung und der Verzeihung, der Gutmütigkeit und des starken Glaubens. Die Entitäten arbeiten mit der Demut eines Weisen. Sie tragen in sich die Botschaft, dass der Mensch über das Leid spirituell wachsen kann.

Die Pretos Velhos werden auch die Linha das Almas genannt, die Linie der Seelen. Viele Anrufungen und gesungenen Verse enthalten deswegen den Satz „Adorê as almas“. Es sind ausgesprochen weise Entitäten.

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