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Die Aufgestiegenen Meister

Unterhalb der karmafreien Ebene der Orixás und Odus befindet sich die Ebene des Karmas. Alle diese Ebene bewohnenden Entitäten sind dem karmischen Prinzip von Ursache und Wirkung, Austausch und Bewegung ausgesetzt und unterworfen. Ihre Wirkung und ihre Entwicklung sind davon abhängig, dass Karma existiert. Hier wirken vor allem die verstorbenen Seelen, die nicht mehr inkarnieren, aber noch im Karmaprozess selbst eingebunden sind (Karma findet auch auf der geistigen, nicht inkarnierten Ebene statt). Das ist die Ebene der aufgestiegenen Meister, die in unterschiedlicher Struktur auch auf die materielle Welt Einfluss nehmen. Es ist auch die Ebene der verstorbenen Seelen, der Eguns, die sich noch im Inkarnationsprozess befinden.

In einer Fortentwicklung dieser Tradition der Eguns und im Synkretismus mit dem europäischen Spiritismus vor allem aus Frankreich entwickelte sich in Brasilien die Tradition der Umbanda, die als streng abgegrenzt vom Candomblé, aber auch als sehr komplementär dazu gesehen werden muss und deswegen hier als Teil des Ifismus definiert wird (eine Fortentwicklung der Rituale der Eguns und der Strukturierung der karmischen Geist-Ebene). Typisch für diese Tradition ist, dass sich verstorbene, nicht mehr inkarnierende, aber noch im karmischen Prozess befindliche Entitäten (Meister) in geordneten und abgestimmten Rollen verbinden und so als individuelle Entitäten wie als Kollektiv bei der Umsetzung von Karma unterstützen.

Die Entitäten der Umbanda arbeiten in zwei Strukturen. Sie stehen alle unter der Führung von Exú, dem Orixá der Kommunikation und des karmischen Austausches. Die eine Struktur arbeitet im Kontext des Medizinrades und verändert Energiestrukturen. Die andere Struktur bildet eine Trinität und erzeugt Bewegung.

Die erste Struktur, die im Kontext des Energieflusses im Medizinrad zu verstehen ist, besteht aus 7 Entitäten, die 7 von 8 möglichen Himmelsrichtungen und lenken von dort aus die Energie. Die 8. Himmelsrichtung bleibt frei, da sie dem Ein- und Austritt der Energie dient. Jedes Thema, jedes Problem, jede Aufgabe durchläuft alle 7 Veränderungspunkte. Nach jedem Schritt wird überprüft, ob die Aufgabe erfolgreich bestanden wurde. Erst dann wird sie für die nächste Stufe freigegeben. Anderenfalls wird die Energie zurückgelenkt und durchläuft den Prozess erneut.

Jede Himmelrichtung (jeder Arm) steht unter einer speziellen Führung von einem von 7 möglichen Orixás aus dem „Pantheon“ von 16 (die anderen Orixás wirken nur mittelbar auf diesen Prozess ein). Es existieren 7 Archetypen dieser Entitäten (einen für jeden der 7 Energien der 7 Orixás), die in jeweils 7×7 nachgelagerten Hierarchien geordnet und geführt arbeiten. Jede einzelne Entität kann für sich alleine gesehen einem der 16 Orixás zugeordnet sein, bei stets fester Führung durch einen Haupt-Orixá der jeweiligen Himmelsrichtung und unter der Aufsicht bzw. im Auftrag von Exú (dem Orixá der Durchsetzung von Karma). Die Entitäten mit den auf den ersten Blick merkwürdigen Namen wie Tranca-Ruas (Straßen-Verschließer), 7 Encruzilhadas (7 Kreuzungen), Marabô, Pinga-Fogo (Feuertropfen), Gira-Mundo (Weltendreher), Tiriri, Pomba-Gira (Zigeunerin) übernehmen definierte karmische Aufgaben, die im Detail im Kapitel über die aufgestiegenen Meister im Buch über die Mythologie beschrieben werden. Sie stehen den Menschen über ihre Inkorporationen direkt zur Verfügung, um ihnen Fragen zu beantworten und magisch aktiv zu werden (im Sinne einer Beeinflussung der Wirklichkeit über die „Manipulation“ von Energie auf der geistigen Ebene).

Die zweite Struktur arbeitet in der Form eines Dreieckes (Trinität) und erzeugt Bewegung. Hier arbeiten drei Entitäten: Der Preto Velho (wörtlich: Alter Schwarzer), die Caboclo (Indianer) und die Criança (Kind). Sie besetzen die Grundenergien der Demut, der Einfachheit und der Reinheit und übernehmen vor allem in der rituellen Umsetzung der Umbanda wichtige Aufgaben (u.a. Ritualmeister, Lehrer, Beschützer und Reiniger).

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