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Die Orakel des Ifismus

Das ursprüngliche Orakel von Ifá ist das vielleicht älteste Orakel der Welt und etwa 5000 Jahre alt. Verschiedene Historiker verweisen darauf, dass das Orakel und die gesamte Tradition starken Einfluss übten auf die ägyptische Mythologie (somit auch auf die spätere europäische). Einige gehen zudem davon aus, dass das I Ging eine verkürzte Form des afrikanischen Orakels ist (siehe auch die Ausführungen im Anhang). Einige deuten den Begriff „Pharao“ als FA RO, Nachfahre von Ifá, der zentralen Figur des Ifismus. Und in verschiedenen Schriften der Griechen (die ihre Spiritualität häufig auf Reisen in Ägypten erlernt und erfahren haben) sind Hinweise auf die „schwarzen Priester“ zu finden. Allein aufgrund dieser Einordnung als eine wesentliche Quelle westlicher Mythologie lohnt sich die Auseinandersetzung mit dem Orakel. 

Das neue Orakel von Ifá – Merindilogun im System der Cauris.

Im Westen kennen wir die Tradition des Tarot. Über das Tarot können konkrete Situationen und Probleme des Alltages offengelegt werden. In ähnlicher Weise (aber mit bedeutenden Unterschieden) dienen Orakel im Ifismus zur Deutung dieser Landkarte. Der Candomblé (sowie teilweise die Umbanda) kennt das Orakel in verschiedenen Varianten. Am Bekanntesten ist das Muschel-Orakel, in Brasilien genannt Jogo de Búzios oder auch Merindilogun. Dieses „System der Cauris“ ist das gängigste Orakel, weil es das schnellste (irrigerweise auch als am einfachsten angenommene) System ist. Es wird mit 16+1 Cauris gespielt – Muscheln, die lange vor Christus über 2.000 Jahre lang das von Asien bis Afrika gängige Zahlungsmittel waren.

Das alte Orakel von Ifá im System der Opelé (alternativ Ikins, Cauris).

Das Orakel von Ifá ist viel mehr als nur ein Divinationsspiel. Es ist der Kern des gesamten spirituellen Systems des Ifismus. Das Orakel trägt in sich das gesamte spirituelle Weltbild. Es ist nicht wie etwa Tarot oder I Ging einfach nur ein zusätzliches Instrument – es ist DAS Vehikel der Kommunikation mit den geistigen Ebenen. Über das Orakel entfaltete sich die gesamte Mythologie. Das Divinationsspiel ist Ausgangspunkt aller größeren Fragestellungen – Beruf, Familie, Gesundheit, Liebe, Rituale, Organisation, alles wird mit dem Orakel abgeglichen. Deswegen ist es auch sehr umfassend und detailliert anwendbar. Sowohl die Analyse selbst wie auch die Antworten stehen stets im Zusammenhang mit den spirituellen Kräften. Somit wird sichergestellt, dass die Umsetzung im realen Leben in Resonanz bleibt mit dem übergeordneten geistigen Weg.

Nur wenigen Eingeweihten ist das alte Orakel von Ifá zugänglich, das traditionell mit Ikins oder mit zusammenhängenden Samen (Opelé), neuzeitlich auch mit Cauris geworfen wird. Dieses Orakel wird anhand Tausender oral überlieferter Gedichte/Gleichnisse gedeutet und darf nur von Männern gespielt werden – zumindest ist die Einweihung nur sehr wenigen Männern vorbehalten. Die Orakel haben in der Regel einen zeitlichen Horizont von etwa 6 bis 12 Monaten und zeigen die qualitativen Strukturen des Lebensumfeldes des Menschen. Sie sind erstaunlich präzise und konkret. Aber die Orakel eignen sich auch, um strukturelle Erkenntnisse über Lebenswege und –zusammenhänge zu verstehen. Sie haben dann keinen divinatorischen sondern eher einen erkennenden, analytischen Charakter. Die beiden wichtigsten Orakel des Ifismus sind in Form von Büchern dargestellt. Vor allem das alte System von Ifá belebt eine fast vergessene und – mangels Zeit und Wissen und Einweihung – kaum gespielte Tradition wieder.

Der große Vorteil des alten Orakels von Ifá ist, dass es sehr differenziert die Wege des Menschen beleuchtet. Während das Merindilogun seine Stärken vor allem in der schnellen und akkuraten Analyse von Situationen hat, vertieft das alte Orakel viel grundlegender die Wege und Prinzipien der Bestimmung. Vereinfacht lässt sich sagen, dass das Merindilogun den Fokus auf die Polaritäten von Situationen legt – auf die Spannungsfelder als Ursachen von Problemen und beeinflussende Größen von Entscheidungen auf den Wegen der Bestimmung. Das alte Orakel von Ifá bestimmt vor allem die Entscheidungswege, die Strukturen des Lebens. Beide Systeme sind somit komplementär zueinander – sie können ergänzend verwendet werden.

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